Museum der F.E.B. in Curitiba / Brasilien

Sehr verehrter Besucher, als an Hintergründen interessierter Strategiespieler, wissen Sie sicherlich, das Brasilien dem 2. Weltkrieg auf Seiten der Alliierten beitrat. Wissen Sie aber auch an welchen Fronten die Brasilianer fochten? Mit welchen Waffengattungen Sie an den Auseinandersetzungen teilnahmen? Welche Ausrüstungsgegenstände sie benutzten? In der Literatur ist nur sehr wenig bis gar nichts über dieses Kapitel der Militärgeschichte zu finden.

Nun, diesem Umstand kann Abhilfe geschaffen werden.... Sie müssen "nur" in den Süden Brasiliens fliegen, genauer gesagt in den Bundesstaat Parana. In der Landeshauptstadt Curitiba befindet sich ein Museum, das die Erinnerung an dieses Kapitel des 2. Weltkrieges wach hält. Okay, ist nicht gerade ein Katzensprung, aber wozu gibt es schließlich den Grenadier.de?

Panzermeyer besuchte für Sie das Museum der F.E.B. (Forcas Expedicionarias do Brasil) in dem schönen Curitiba. Die Museumsleitung erlaubte sogar das Fotografieren und gab weiterhin die Genehmigung zur Veröffentlichung der Fotos auf dieser Webseite, was ansonsten nicht gestattet ist. DerGrenadier.de ist schon ein wenig stolz, diese Erlaubnis erhalten zu haben. Mein ganz großer Dank geht hiermit noch einmal an die Leitung des Museums!! 


Anlässlich eines Besuches in Brasilien, hatte ich die Möglichkeit mir den lang gehegten Wunsch zu erfüllen das F.E.B. Museum in Curitiba anzusehen. Das ich einige Tage später noch einen echten brasilianischen Kriegsveteranen treffen sollte, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber später mehr dazu. Das kleine, hübsche Museum ist in einem hervorragenden Zustand und der Eintritt ist sogar kostenlos! Doch an dieser Stelle erst einmal die Beantwortung der in der Einleitung aufgeworfenen Fragen: Die Brasilianer kämpften an der Front in Italien, nahmen mit allen Waffengattungen (Heer, Luftwaffe und Marine) am Krieg teil und wurden mit US-amerikanischen Waffen ausgerüstet. Sehen Sie selbst

Neben kämpfenden Einheiten, die vor allem aus Infanterie bestanden, gab es auch Sanitätspersonal, Piloten und Logistiktruppen. Hier einige Beispiele der Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der brasilianischen Truppen in Italien, inklusive Flaggen und Orden:

Da die brasilianischen Truppen bis zur Kapitulation des deutschen Reiches an der Italienfront kämpften, gelangten sie nicht nach Deutschland hinein. Allerdings ergab sich am 29.04.1945 die 148. deutsche I.D. den brasilianischen Soldaten, so dass zahlreiche deutsche Ausrüstungsgegenstände im Museum zu betrachten sind:

Sehr interessant sind auch die Karten und Nachbildungen des Kampfgebietes. Eine Statistiktafel der brasilianischen Jagdstaffel gibt detaillierte Auskunft über deren Einsätze. Zahlreiche Flugzeugmodelle zeigen die an der Front eingesetzten Flugzeuge und immer wieder stößt man im Museum auf sorgfältig ausgestellte Waffen aller Parteien:

Die folgenden Bilder zeigen originale Fotos und auch  zwei Kriegsgemälde, die von den harten Einsätzen der an Sonne gewöhnten Brasilianer zeugen. Die Gedenktafel erinnert an die Namen der gefallenen brasilianischen Soldaten des Bundesstaates Parana.

Was macht die deutsche PAK zwischen den Stühlen? Wer weiß, jedenfalls ist sie eines der originellsten Ausstellungsstücke des Museums. Weitere Bilder zeigen die Embleme brasilianischer Einheiten, ein Torpedo und käuflich zu erwerbende Museumsstücke, welche zu der Finanzierung des Museums beitragen. 

Auf meiner weiteren Reise durch Brasilien kam ich viele Hunderte Kilometer weiter nördlich im Bundesstaat Rio de Janeiro in den kleinen Ort Buzios. Der Großvater eines dortigen Taxifahrers war ein echter brasilianischer Kriegsveteran, was ich zufällig während eines Gespräches erfuhr. Sofort vereinbarte ich einen Besuchstermin und dann kam es zu einer Begegnung zwischen Joaquin, dem Veteranen und Joachim aus "Alemanha". Ja, der nette alte Herr war tatsächlich ein Namensvetter von mir! Frei von jeglichem Hass und erfüllt von tiefem christlichen Glauben erzählte er von den alten Zeiten, was mir ein unvergessliches Erlebnis bleiben wird. 

Mittlerweile konnte ich sogar drei Bücher über die Geschichte des F.E.B. in Brasilien entdecken und muß sagen, das unbekanntere Kapitel der Militärgeschichte oft besonders interessant sind. Ich hoffe Ihnen, sehr verehrter Besucher, hat dieser kleine Museumsbesuch ein wenig Freude bereitet. Vielleicht werde ich nach eingehender Lektüre der Bücher noch etwas mehr über die Einsätze der Brasilianer in Italien berichten.

Ihr Panzermeyer


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