Systemanforderungen laut Hersteller: Windows 95/98 - Pentium 200 oder höher - 2fach CD-ROM - 32 MB RAM - 152 MB auf der Festplatte, Fazit
Bilder
Rezension
Hintergrund

Fazit:

The War of 1812 - The Conquest of Canada ist eine weitere Variante in der HPS-Serie alter Kriege. Nach 1776 findet sich der Spieler gut 36 Jahre später erneut im Gefecht mit England. Über die ganze Ostküste verteilt fanden Schlachten statt. Von Washington bis New Orleans und bei den großen Seen im Norden. Das Spiel besticht erneut durch die Vielzahl an Einstellungen und der Herausforderung, eine Armee des 19. Jahrhunderts zu führen.  Ein zusätzliches Schmankerl ist der Feldzug, der neben der Schlacht auch einen der wichtigsten Aspekte der damaligen Kampfführung wiederspiegelt. Denn oft entschied das WO über Sieg und Niederlage einer Armee. Wer konnte wen besser ausmanövrieren. Also Wargamer holt Eure Muskete aus dem Schrank und greift getrost zu.



Rezension:

Russland. Wir schreiben das Jahr 1812. Napoleon versucht seinen Einflussbereich auszudehnen. Beresina, Krasnoi, Smolensk, Borodin und Moskau. Wichtige Namen auf dem Weg Richtung Osten. Wichtige Namen aber auch, die den Anfang vom Ende des napoleonischen Großreiches einläuteten.
Hierzulande verbinden Wargamer das Jahr 1812 wohl in erster Linie mit dem Russlandfeldzug Napoleons. Doch das brandneue rundenbasierte Taktikprogramm von HPS Simulationen hat nichts mit der unendlichen Weite vor dem Ural zu tun. Ganz im Gegenteil! Wir befinden uns  in den jungen Vereinigten Staaten. Vom Norden bis in den Tiefen Süden lodern erneut die Kämpfe zwischen dem Englischen Königshaus und einer jungen amerikanischen Demokratie.

Erneut kann der Wargamer in die bunte Welt der Uniformen eintauchen. Doch wird er hier nicht so gekannte Namen wie Bunker Hill wiederfinden. Lundy’s Lane, Crysler’s Farm, Bladensburg, Burlington Heights, Chateauguay und Chippawa sind Schlachtschauplätze aus diesem Feldzug von 1812-1814.

Für alle die, die Campaign 1776: The American Revolution bereits kennen, der Grenadier hat in einem Review ausführlich darüber berichtet, wird The War of 1812 ein bekanntes Bild bieten. An der Spielführung hat HPS nichts wesentliches verändert. Es stehen einem erneut eine Vielzahl an Menüpunkten zur Verfügung, die Details im Schlachtablauf regeln. Ganze 152 MB bringt 1812 auf die Waage. Dafür bekommt man auch einiges geboten. So kann man wie bisher eine Vielzahl an Schlachten aufrufen. Zudem kann man sich über Karten den genauen Schauplatz der Schlacht ansehen und ganz einfach mittels einer Nummer das gewünschte Szenarium finden. Allerdings gibt es manche Szenarien öfters, sodass eine Schlacht nicht nach dem ersten Sieg langweilig wird. Man findet z.B. Bladensburg mit 4 möglichen Abläufen: Historische Schlacht, Historische Schlacht mit wechselndem Wetter, hypothetische Schlacht und hypothetische Schlacht mit wechselndem Wetter.
Im speziellen hat Bladensburg in Summe 2 historische und 6 "What if"-Schlachten.
Wem das nicht genug ist, der kann in den Campaignmodus einsteigen. Hier findet man 4 Feldzüge.  Nach der Seitenwahl wird die Situation geschildert. Sehr gelungen finde ich, dass der Spieler plötzlich eine Entscheidung auf strategischer Ebene treffen muss. So kann man den Befehl geben, seine Armee in Verteidigung zu halten oder eine neue Auffangstellung etwas näher beim Feind zu errichten. Der Angreifer kann auch entschieden, ob er schnell angreift, vorsichtig oder gar seine Armee an Ort und Stelle lässt und die Schlacht verschiebt. Doch wenn man eine Entscheidung getroffen hat, dann geht es los. Man findet sich wieder am Schlachtfeld und marschiert mit fliegenden Fahnen und klingendem Spiel dem Gegner entgegen.
Einheiten können sich zusätzlich noch in Leichte Infanterie, Linieninfanterie oder Grenadiere unterscheiden. Kavallerie ist zwar vorhanden, spielt aber eine eher geringe Bedeutung.
Prinzipiell ist das  Spielgeschehen klar. Eine Truppe greift an, die andere verteidigt. Objekte müssen erobert, der Gegner geschlagen oder vertrieben werden. Ein schöne Variante finde ich die Ausbruchs- oder Überfallsszenarien. So muss man ein Fort räumen, wobei der Gegner natürlich nicht tatenlos zusieht. Oder eine Kolonne marschiert "friedlich" durch die Gegend, während schon links und rechts des Weges böse Indianer nur auf den Angriff warten, um sich ein paar Skalps zu holen.

The War of 1812 kann man natürlich nicht nur gegen die KI spielen, sondern auch per PBEM, Netzwerk etc.


Hintergrund:

Nach der Erklärung der Unabhängigkeit begannen die Vereinigten Staaten sukzessive mit der Expansion. Hatte bisher das Allegheny-Gebirge die nördliche Grenze dargestellt, so wurden durch Zukäufe neue Landteile erworben. Dabei kam es bis ins späte 19. Jahrhundert zu heftigen Kämpfen zwischen den vertriebenen Indianern und den neuen Siedlern.
Zur gleichen Zeit war es aber auch zwischen Großbritannien und den USA zu einem Seekrieg gekommen, der die ständigen Übergriffe der Royal Navy gegen die neutrale Handelsschiffahrt als Hauptursache hatte. Darüber hinaus hatten die Briten aus Personalmangel von allen Schiffen der USA alle vor 1782 geborenen als "englische" Bürger geholt und in die Armee gepresst. Obwohl ohne Sympathie für Napoleon (es wurde sogar eine gleichzeitige Kriegserklärung auch an Frankreich erwogen) erklärten die USA im Frühjahr 1812 an Großbritannien den Krieg und hofften damit gleichzeitig einige Teile Kanadas erobern zu können. England konnte nach der Niederlage Napoleons in Russland bald stärkere Streitkräfte nach Nordamerika schicken und hoffte zeitweise sogar auf eine Rückgewinnung der ehemaligen Kolonien. Landungstruppen eroberten Washington und brannten die Bundeshauptstadt nieder. Der Zangenangriff von Norden und Süden scheiterte jedoch. Am Champlainsee stoppte die US-Flotte den britischen Vorstoß. Im Süden konnten die Briten bei New Orleans landen, verloren aber die folgende Schlacht. Im Frieden von Gent blieb zwar alles beim alten, der Seehandel der USA war durch die britische Blockade jedoch völlig vernichtet.


Urheberrecht / Copyright © bei DerGRENADIER.de 1998 - 2002