Systemanforderungen laut Hersteller: Pentium 166 MHz - Windows 95, 98, (NT mit Workstation Version 4.0) - 32 MB RAM - 200 MB freier Festplattenspeicherplatz (+100 MB für Auslagerungsdatei) - SVGA-Monitor mit 800x600 Auflösung - Grafikkarte mit 2 MB RAM - Soundkarte - Maus -Netzwerkkarte bzw. Modem oder ISDN-Karte für LAN und Internetspiele. Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit: 

Ensemble Studios Age of Empires II Gold Edition ist eine wahre Perle der Echtzeitstrategie, auf die Microsoft stolz sein kann. Eine Unzahl von Spieloptionen, gepaart mit hübscher Grafik, guter K.I. und einem phantastischen Mehrspielermodus sind Garanten für den berechtigten Erfolg! Jede Menge liebevoll erzählter Kampagnen, komplett deutsche Lokalisierung, historische Informationen und ein Karteneditor vervollkommnen den rundweg positiven Eindruck.



Rezension: 

"Per Aspera at Astra" könnte durchaus das Motto der Age of Empires II Gold Edition lauten, welche Microsoft nun anbietet. In der Packung ist neben dem Originalspiel Age of Empires II The Age of Kings auch die offizielle Erweiterung Age of Empires II The Conquerors Expansion enthalten. Programmiert wurde alles von Ensemble Studios. Mitgeliefert werden nicht nur zwei CD-Roms mit dem Spiel, sondern auch ein absolut umfassendes Handbuch und eine wunderschöne vielfarbige Übersichtskarte mit den Einheiten, Kulturen und Technologien. Damit wären wir auch gleich beim Spiel. 

Age of Empires II ist ein Echtzeitspiel, bei dem es eine unglaubliche Vielfalt an Möglichkeiten gibt, die durch die Erweiterung sogar noch ausgebaut werden. Also flugs das Hauptprogramm installiert und dann sofort hinterher die Erweiterung, nun stehen dem Echtzeitstrategen zahlreiche Herausforderungen bevor. Doch der Reihe nach: Installation ohne Probleme, Introfilm angeschaut und dann ein wunderschönes Hauptmenü, das ganz und gar im Ambiente der Spielepoche gehalten ist. Zur Auswahl stehen: Lernkampagne - Geschichte - Einzelspieler - Mehrspieler - Karteneditor - Gaming Zone - Optionen und Ende. Die Lernkampagne führt den unerfahrenen Spieler gekonnt in die Spielmöglichkeiten ein. Unter Geschichte verbergen sich lehrreiche Informationen über die wählbaren Kulturen und die Kriegsführung des Mittelalters. Die Integration dieser Hintergrundinformationen finde ich sehr lobenswert und unterstreicht den realen Bezug von Age of Empires II. Mit dem Karteneditor können vorhandene und neue Szenarios, sowie Kampagnen editiert werden. Das Spiel gegen menschliche Spieler ist über die Option Mehrspieler per LAN oder Internet möglich. In den Optionen kann das Spiel auf die Hardware des Computers und die Vorlieben des Spielers angepasst werden. Einzelspieler eröffnet folgende Möglichkeiten: Eroberer-Kampagnen (4), Standardspiel, Age of Kings-Kampagnen (5), Individuelle Kampagne (falls erstellt) und Gespeicherte oder aufgezeichnete Spiele.

Die Kampagnen, ob Age of Kings oder Eroberer-Kampagnen, bestehen aus chronologisch geordneten Missionen, welche den Spieler in die Haut eines berühmten Feldherrn stecken. Ich versuchte mich gleich einmal als Attila dem Hunnen und überzog das virtuelle Europa mit Angst und Schrecken. In den einzelnen Missionen der Kampagnen erledigt man diverse, und auch innerhalb einer Mission wechselnde, Aufträge. Das Ganze wird mit geschichtlichem Hintergrund untermalt, so dass aus dem Spiel ein Lernvergnügen wird! Super gemacht. Nach der Unterwerfung Europas durch Attila schlüpfte ich noch in die Haut des El Cid und wandte ich mich danach einmal einem sog. Standardspiel zu. 

Standardspiel klingt als Wort vielleicht ein wenig langweilig, aber dahinter verbirgt sich tatsächlich ein gewaltiges Potential und immer wieder neue Spielfreude. Warum? Nun man lässt den Computer nach seinen Vorgaben einfach ein Zufallsspiel generieren. Dazu wählt man ganz simpel per Mausklick diverse Vorgaben aus: Kartentyp, Spiel, Ort, Größe, Schwierigkeit, Andere Spieler, Rohstoffe, Bevölkerung, Kartensicht, Startzeitalter und Sieg. Jeder dieser Begriffe besitzt Abstufungen und Unterteilungen, so dass die unterschiedlichsten Bedingungen entstehen und quasi immer wieder eine neue Spielwelt entsteht. Langeweile? Pustekuchen! Mit Age of Empires II Gold Edition kommt Langeweile nie auf! 

Zuerst wird dann eine Kultur gewählt, mit der man spielen möchte. Die Auswahl fällt gar nicht leicht, denn es stehen Teutonen, Goten, Franken, Wikinger, Briten, Kelten, Koreaner, Japaner, Türken, Sarazenen, Perser, Byzantiner, Chinesen, Hunnen, Spanier, Mongolen, Maya und Azteken zur Verfügung. Jede Kultur hat gewisse Spezialeinheiten und unterscheidet sich von den anderen. Wieder ein Punkt, der für Abwechslung und Langzeitspaß garantiert. Also auf zu Ruhm und Ehre mit den Teutonen, denn sie haben die Spezialeinheit "Deutschritter" ;-) und ich möchte sie in einem "freien" Standardspiel mit 7 Computergegnern einmal zum Sieg führen!

Die Generierung der Spielwelt dauert gar nicht lange und schon geht´s los. Der größte Teil der Karte ist eingeschwärzt und man sieht nur die unmittelbare Umgebung, in der sich seine Einheiten befinden. Ein paar "zivile" Einwohner tummeln sich auf der 2D Landschaft, die trotz ihres Alters immer noch recht gut aussieht und den Vergleich zu aktuellen Spielen nicht zu scheuen braucht. Ein berittener Kundschafter wartet auf Befehle und so weisen ich ihm per rechtem Mausklick auf die Spielkarte, einen Zielpunkt zu. Wiehernd galoppiert das Pferd mit dem nett animierten Kundschafter los. Dabei wird die weitere Landschaft entdeckt und die Schwärze verschwindet. Wichtig: Die ehemals schwarzen Gebiete sind hiermit soz. kartografiert, zeigen aber nicht das aktuelle Geschehen. Um immer, z.B. über Bewegungen des Feindes, informiert zu sein, müssten Wachtürme oder Einheiten verteilt werden, denn der Spieler sieht nur das, was auch seine Einheiten sehen! Da der Kundschafter erstmal beschäftigt ist, widme ich mich dem Aufbau meiner Kultur. Es gilt weise mit den Ressourcen umzugehen: Nahrung, Holz, Steine und Gold sind die Materialien, mit denen ein "Empire" errichtet werden kann. Die Vorräte sind gering und ich nutze sie zur Errichtung eines Dorfzentrums. Nun stehen mir die ersten Entwicklungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ich klicke das Dorfzentrum an und kann nun entweder neue Dorfbewohner erschaffen oder den Webstuhl entwickeln, welcher die Widerstandskraft und die Reichweite der Bewohner erhöht. Nahe eines Waldes errichte ich ein Holzfällerlager. Nun müssen die Bewohner, welche zu Holzfällerarbeiten eingeteilt wurden, die schweren Hölzer nicht mehr bis ins Dorfzentrum schleppen, sondern bringen sie viel schneller hier hin. Zeit ist nämlich in einem Echtzeitspiel von entscheidender Bedeutung! Die meisten Dorfbewohner kümmern sich nun um die Nahrung, denn ich möchte von der Gesamtentwicklungsstufe "Dunkle Zeit" gerne in die nächst höhere Stufe "Feudalzeit" gelangen. Das ist aber nicht zum Nulltarif zu bekommen, sondern kostet jede Menge Nahrung. Nahrung kann durch verschiedene Weise angesammelt werden: Beeren pflücken, Fische fangen, Schafe schlachten oder aber Wild jagen. Ab der Feudalzeit kann ich endlich Felder anlegen und mit nahe gelegenen Mühlen die Wege verkürzen und den Ertrag steigern, wenn ich die entsprechenden Technologien erforsche, die mit der Mühle bereit gestellt werden. Für den Stein- und Goldabbau können Bergarbeiterlager in der Nähe der Vorkommen errichtet werden. Die Ressourcen sind leicht zu erkennen: Steine sind eben Steine und Bäume liefern bekanntlich Holz usw... Insgesamt gibt es vier Entwicklungsstufen: Dunkle Zeit - Feudalzeit - Ritterzeit und Imperialzeit. Mit dem Eintritt in eine neue Epoche stehen neue Gebäude zur Verfügung und man kann in vorhandenen Gebäuden nun auch bessere Technologien entwickeln. Das Prinzip ist dabei immer, eine neue Technologie mittels Ressourcen zu kaufen, um so dann Vorteile zu erhalten. Neben dem Wirtschafts- und Aufbauteiles des Spieles, gibt es natürlich noch die militärische Komponente. Ein wunderschönes Reich mit perfekter Wirtschaft weckt bei den Nachbarn eben Begehrlichkeiten... Man sollte also soz. seinen "Garten" durch einen "Zaun" schützen, sprich: Soldaten müssen her! Für den Aufbau einer Streitmacht stehen ebenfalls Gebäude zur Verfügung. Am Anfang muss eine Kaserne für Fußtruppen errichtet werden. Später hat man die Möglichkeit noch Reiterei, Bogenschützen und Belagerungskräfte zu erstellen. Jede Einheit kostet natürlich Ressourcen und mit fortschreitender Technologie können die Einheiten effektiver gemacht werden. Insgesamt gibt es über 25 verschiedene Einheiten, wenn man die einzelnen Entwicklungsstufen mit berücksichtigt. Die Einheiten werden anhand der Werte "Lebenspunkte", "Rüstungsklasse", "Reichweite" und "Zerstörungskraft" definiert. Für jede Kultur gibt es auch noch spezielle Einheiten. Besonders gelungen ist auch das Verhalten der Computergegner, je nach Kultur sind einige aggressiver als andere, so dass es immer wieder spannend und interessant ist ein zufällig generiertes Standardspiel zu spielen. Age of Empires II Gold Edition bietet aber noch weit mehr, als das hier erwähnte: Siegbedingungen können eingestellt und Landkarten editiert werden. Besonders viel Spaß bereitet das Spiel auch im Mehrspielermodus, wo man gegen menschliche Mitspieler antritt. Spannende Duelle sind garantiert und verregnete Abende können sinnvoll mit Freunden genutzt werden! Alles in allem bietet das vielfach ausgezeichnete Age of Empires II perfekten Spielspaß.


Hintergrund: 

"Wollen Sie die Welt mit militärischer Macht erobern, durch Handel und Diplomatie regieren oder durch listige Intrigen und Königsmord die Macht an sich reißen? Die Entscheidung liegt bei Ihnen. Viele Wege führen zur Macht, doch nur eine Kultur wird siegen!"


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