Systemanforderungen laut Hersteller: Windows © 95/98 - Pentium 200 -  32 MB RAM - 500 MB Festplattenspeicher - Min. 4 MB Grafikspeicher - 4fach CD-ROM Fazit
Bilder
Rezension
Hintergrund

Fazit:

Fans von Rollenspielen werden mit ARCANUM eine große Freude haben. Mir persönlich gefällt die Vielfalt an Gegenständen, die verschiedenen Möglichkeiten zur interaktiven Konversation und der flüssige Ablauf. Die Grafik ist hübsch anzusehen und magische Sequenzen sind schön animiert. In den massive Festplattenspeicherbedarf (1,2 GB) zeigt die Vielzahl an spielerischen Möglichkeiten. Die klassische Hintergrundmusik ist gut gelungen und verbreitet eine angenehme Atmosphäre. In Gefahrensituationen wechselt der Sound, was einem sozusagen akustisch auf den Kampf vorbereitet, denn Angriffe aus dem Hinterhalt können sehr gefährlich sein. Die große Anzahl an Optionen wurden in ein kompliziertes verschachteltes System verpackt, welches aber bald erlernt werden kann. Leider deuten die Namen der Zauber nicht immer auf die Auswirkung hin. So muss man sich schon genau damit beschäftigen, oft nachlesen und mit coolem Kopf agieren. Interessant ist die Möglichkeit sich mal als Schurkenheld durchzukämpfen. So kann man das Spiel sicher auch ein zweiten Mal spielen und wird mit ganz anderen Problemen konfrontiert. Auch eine Multispieleroption wurde integriert. Mit der Idee das Spiel zur Zeit der Industrialisierung anzusetzen, ergeben sich neue Situationen. Wer endlich mal den Langbogen und das Schwert in die Ecke stellen will, der kann sich mit Feuerwaffen á la Wilder Westen eindecken, findet aber trotzdem die Monster der klassischen Fantasiewelten vor. So ballert man wie Billy the Kid auf Orks, Oger und anderen Ungeziefer, je nach persönlichen Interesse. Eines garantiere ich auf jeden Fall, nämlich lange Nächte. Ich glaube, ich habe bald einen Tag Schlaf nachzuholen. Wer nicht weiterkommt, kann im Forum auf der ARCANUM-Homepage Rat holen. Auch ein Patch wurde veröffentlicht und entfernt einige Bugs. Zusätzlich kann man die Menüleisten mittels einer Vollbildschirmversion reduzieren um mehr von der Spielfläche zu sehen.



Rezension:

Aus dem Reisebericht von Inral Eisenhacker:

„Wenn man auf neue Abenteuer aus ist und gerade in der Nähe von Havenna ist, dann sollte man zu Sven Wogenthal gehen, ein Thorwaler, der das schnellste Schiff in Aventurien  besitzen soll. Und wenn er gut drauf ist, dann nimmt er einen mit auf eine Reise, in ein fernes Land, dort wo neue Abenteuer warten. Nach 2 Wochen erreichen wir Mittelerde, das Land des legendären Bilbo Beutelin, doch wir haben wenig Zeit, schnell das Proviantlager aufgefüllt und um das Südkap geschifft, gehen wir auf Westnordwestkurs, über das Meer der 12 Strömungen. Und endlich, nach 4 Wochen langer Fahrt erblicken wir Land.

ARCANUM!’ flüstert mir der Schiffsjunge leise zu...........“

 Mit dem Adventure ARCANUM – „Von Dampfmaschinen und Magie“ beglückt uns Troika Games LLC zusammen mit Sierra. Dabei handelt es ich um eine riesige Spielwelt, die der Spieler in Echtzeit durchlaufen kann. Während seiner Reise trifft er auf Hunderte verschiedene Charaktere und ebenso viele Monster.

Doch lauschen wir kurz nochmals unseren zwergischen Freund Inral Eisenhacker:

„Als ich eines Tages in einer Kneipe in Asbury saß, kam ich mit einem Halbelfen ins Gespräch. Seinen Name weiß ich nicht mehr, doch sein Freund hieß Virgil, ein Mönch einer fremden Religion. Sie erzählten von dem größten Abenteuer ihres Lebens. Ein Zeppelin stürzte in der Bergwelt nahe dem Ort Nebelberg ab. Als der Halbelf die Unglücksstelle betrat, fand er einen Gnom, der ihm in den letzten Atemzügen einen Ring zusteckte und bat die Welt zu retten. So fing die Geschichte an und sie führte die Beiden durch das ganze Land, ständig in Gefahr von Orks überfallen oder von Ogern oder Zombies aufgefressen zu werden. Sie betraten die unheimlichsten Orte, durchstreiften Bergwerke auf der Suche nach Schätzen und trafen unzählige neue Bewohner in den verschiedensten Städten.......“

Nach der Installation starte ich das Programm. Ein kurzes Intro zeigt mir die 2 großen Gegensätze von ARCANUM. Ein finsterer Geselle in magischer Rüstung attackiert einen Ritter mit einer Feuerwaffe. Kurz danach erscheint bereits das Hauptmenü und ich kann wählen zwischen „Neues Spiel“, „Altes Spiel laden“, „Multiplayerspiel“, „Optionen“ und „Intro ansehen“. Im Intro erfährt man die ganze Geschichte. Ein Zeppelin wird von bösen Monstern in fliegenden Kisten abgeschossen und unser Held ist gerade zufällig in der Nähe der Absturzstelle. Der einzig Überlebende gibt uns die erste Aufgabe mit auf den Weg, bevor er ins Nirwana weiterreist. Ein Ring ist der Schlüssel zur Lösung einer großen Verschwörung. Gerade als der Hauptcharakter den Schauplatz verlassen will, erscheint eine Gestalt im Rauch der lodernden Wrackteile. Es ist Virgil, eine Figur die uns von Anfang an begleitet und der erste Gefolgsmann unserer Partie sein wird.

Jetzt kommen wir zum Eingemachten, denn nach dem Intro können wir unseren Charakter erstellen. Dazu empfiehlt sich das Handbuch zu Hilfe zu ziehen, denn die Bildung des Charakters ist ein komplexer Vorgang. Der Spieler kann aus einer Fülle von Rassen auswählen, muss aber dabei ihre Vor- und Nachteile hinnehmen. Selbstverständlich gibt es die Gattung Mensch, doch wem das zu langweilig ist, hat die Wahl zwischen Elf, Halbelf, Zwerg, Gnom, Halbling, Halboger und viele mehr.

Jeder der Figuren hat bestimmte Vorgaben bei den 8 Grundwerten wie Kraft, Geschicklichkeit, Schönheit, Willenskraft und Charisma. Aus diesen Werten berechnen sich wiederum bestimmte abgeleitete Werte und primäre Fertigkeiten. Zum Beispiel die Giftresistenz, die Heilungsrate, die Schnelligkeit, das Tragevermögen, Werte im Schleichen, Taschendiebstahl, Meucheln oder Glücksspiel. Ein Schmankerl sind die Kindheitsschicksale der Helden. Davon gibt es wirklich unzählige zur Auswahl und sie bestimmen, ob der Charakter durch seine Vergangenheit einen bestimmten Bonus bei bestimmten Werten erhält. Doch jeder Bonus ist auch mit einem Abzug verbunden. So kann man sich zum Bespiel als „reichen Erbe“ auf ein gutes Startkapital  freuen, gilt aber als verweichlicht und erhält Abzüge bei bestimmten Charaktereigenschaften. Das Zirkuskind ist zwar sehr geschickt und bekommt Pluspunkte beim  Nahkampf, doch hat eine Narbe durch einen missglückten Messerwerfversuch in der Vergangenheit das Gesicht entstellt. Das bringt Abzüge in der Schönheit.

Doch wohl wichtiger ist welche Grundtalente die Rasse mitbringt. ARCANUM spielt sozusagen in der industriellen Revolution der Fantasiewelt. Die Magie, seit tausenden Jahren die Macht im Land, erhält Konkurrenz von der Technologie. Manche Rassen haben einen Bonus, im Spiel heißt das, die Rasse hat oder hat keine mystischen Schwingungen in den Knochen. Ein Zwerg zum Bespiel ist ein Technologiefan und wird hier bald große Fortschritte machen. Elfen haben nichts mit Technologie am Hut und zaubern lieber. Durch die verschiedenen Mischrassen kann man bald eine gute Balance finden.

Ich bin wohl vom alten Schlag und wähle die Rasse Halbelfe als Charakter. Durch meine Kindheit habe ich eine sehr starke Persönlichkeit und gute Werte in Willenskraft und Charisma. Leider erscheine ich einigen Personen dadurch zu autoritär. Entweder mag man mich, oder hasst mich, das ist mein Schicksal. Der gute Schönheitswert verschafft mir bei meinen Mitmenschen einen Bonus. Leider werde ich später eine Narbe im Gesicht davontragen, da ich zu Nahe an eine mechanische Spinne rankam. Die Narbe wird später meine Schönheit reduzieren.

Zusätzlich kann ich einen Schadenszauber aus der Zaubersparte Nekromantik anwenden. Haben wir nun alle unsere Punkte vergeben und damit die Fertigkeiten unseres Charakters definiert, erhalten wir die Möglichkeit unsere Ausrüstung bei einem Händler zu erstehen. Dabei kann uns die Fertigkeit „Feilschen“ oder „Würfeln“ helfen, mehr Equipment zu bekommen, als wir normal um unser Gold erstehen könnten. Jetzt sind wir aber bereit und wir sehen den Charakter auf der Absturzstelle. Neben ihm eine Person in einer Mönchskutte. Wenn man mit ihm ins Gespräch kommt, erzählt „Virgil“ woher er kommt und was er sich gerade so denkt. Man kann mit ihm Handel treiben und Ausrüstungsgegenstände tauschen. Derzeit ist wohl nicht viel zu wechseln und so begebe ich mich einmal in die nähere Umgebung und erforsche das Wrack. Gleich fallen einem die herumliegenden Wrackteile auf, die man mitnehmen kann. Leider kann man jetzt damit noch nicht wirklich viel damit anfangen, aber so lernt man schnell Gegenstände vom Boden in sein Inventar aufzunehmen. Man sollte aber aufpassen nicht zu große Teile einzupacken. Jede mehr der Charakter schleppen muss, desto langsamer wird er. Rund um das Wrack liegen auch Leichen, die man untersuchen und nach hilfreichen Gebrauchsgegenständen untersuchen kann.

 Schauen wir uns einmal das Interface an. In der oberen Leiste stehen folgende Punkte zur Auswahl:

D e r    C h a r a k t e r b u t t o n   bringt einem in das Menü in dem man seine eigenen Fertigkeiten genau unter die Lupe nehmen kann. Hier sind in verschiedensten verschachtelten Untermenüs. So kann man seine Charakterwerte, Fertigkeiten, technischen Begabungen und erlernten Zauber ansehen. Man findet z. B. bei jedem Zauber in einer Anzeige die Wirkung und die erforderlichen Kriterien, die er Zauber benötigt.

Hier sieht man auch die Abenteuerpunkte und wie viel man für den nächsten Charakterpunkt noch braucht. Charakterpunkte sind ein wesentlicher Bestandteil, denn pro Punkt kann man eine Wert verbessern, egal ob Charakterwert, Fertigkeit, technische Begabung oder Zauber. Wenn man die weit verzweigten Menüs einmal gesehen hat, wird man schnell verstehen, dass es äußerst wichtig ist seine Charakterpunkte wohl überlegt zu vergeben. Denn die Punkte fallen leider nicht wie Sterne vom Himmel. Oft bleibt einem nur die Entscheidung zwischen Zauber oder Technologie. Beide Bereich voll auszubauen ist wohl ein Ding der Unmöglichkeit.

D a s    L o g b u c h   ist eine Arte Tagebuch in dem alle notwendigen Daten nachgeschlagen werden können. So hat man ein Register für die generellen Erlebnisse und Handlungen in Tagebuchform, in zweiten Register sind alle Quest (Aufträge) festgehalten. Hier sieht man welche Aufträge noch zu erledigen und welche bereits abgeschlossen oder missglückt sind.

Der Ruf zeigt, welchen Ruf unser Held bei den anderen Bewohnern Arcanums hat. Ist man ein Mörder und Dieb, dann gilt man als Böse. Man kann sich entscheiden wie man das Spiel löst. Es ist nicht zwingend notwendig als strahlender Held durch das Land zu ziehen. Wer einmal als Schurke spielen möchte, der kann sich alle Freiheiten nehmen. Nur muss man sich bewusst sein, dass manche Personen nicht wirklich gut auf dich zu sprechen sind.

Die Segnung ist ein Eintrag, der nur durch bestimmte Zuwendungen von höheren Wesen oder Heiligen Menschen gewährte werden kann. Dies wirkt sich irgendwie auf den Charakter und somit auf die Reaktion der „Nicht-Charaktere“ aus.

Besiegt & Verletzt ist eine Art Kampflogbuch in dem alle Kampfergebnisse aufgelistet sind.

Verletzt zeigt schwere Verletzungen, z. B. eine Narbe im Gesicht die den Schönheitswert reduziert. Die Narbe ist aber eher eine leichte Verletzung. Blendung oder Verkrüppelung wirkt sich wesentlich mehr aus.

Das Hintergrund Logbuch zeigt nochmals die Jugendgeschichte des Charakters, wenn einer ausgewählt wurde.

D i e   K a r t e   zeigt den Standort aus der Vogelperspektive. Dabei ist der Standort wichtig. Befindet sich der Held in einem Ort, so erhält man die Stadtkarte, wenn man den Button drückt. Ist man in der Wildnis, so wird einem die Karte von ARACANUM angezeigt. Egal welche Karte man sieht, kann eine Wegpunktstrecke gelegte werden, die die Gruppe nach der Bestätigung abläuft. Dadurch spart man viel Zeit und hat einen besseren Überblick.

D a s   I n v e n t a r   zeigt den Helden und sein Gepäck. Verschiedene Menüs zeigen den Rucksack, das Gewand, welches er am Leib trägt und die Bewaffnung. Hier soll gleich die Inventarleiste am untern Rand erwähnt werden. 10 Boxen ermöglichen die Ablage verschiedener Gegenstände. Diese können dann mit einem Klick schnell vom Charakter verwendet werden. Wer Sprenggranaten hat und sich gerade in einem Nahkampf mit Zombies befindet, der klickt auf die Box mit der Sprenggranate und kann die Grante in kürzester Zeit werfen. Da das Spiel in Echtzeit am besten rüber kommt, hat man sicher keine Zeit ins Inventar zu klicken und lange nach der Granate zu suchen.

Die untere Menüleiste ändert sich nie, egal in welchen Detailmenü man sich befindet. Das hilft bei der Orientierung. Hier findet man die Lebens- und Energiepunkte, die Kurzmenüs für Zauber und Technologie. Der Display in der Mitte verwandelt sich dabei in eine Auswahlmenü. Hier kann man Zaubersprüche anwenden, Fertigkeiten wählen und technische Geräte bauen. Zur linken Seite des Displays sind 2 Felder die immer die zuletzt verwendeten

Aktionen  anzeigen. So kann man diese schnell nochmals auswählen und braucht nicht lange zu suchen. Wählt man zum Bespiel „Schleichen“ sieht man seine Party plötzlich auf Zehenspitzen wandeln. Dann schleichen Sie durch die Gänge eines Dungeons und haben bessere Chancen nicht entdeckt zu werden. Da sich jetzt das Icon „Schleichen“ jetzt in linken der beiden Felder befindet, kann man diese Aktion schnell wieder deaktivieren, wenn ein Monster auf einen zustürmt. Gleich darüber ist ein runder Kreis mit einem Schild zu sehen. Das ist die Kampfoption. Zwar wird der Held immer seine Waffen ziehen, wenn er attackiert wird, doch kann es vorkommen, dass der Held selbst angreifen will. Dann drückt man den Button und sieht den Charakter kampfbereit. Zudem muss man oft einen Schlag einstecken, wenn man seine Waffe noch nicht gezogen hat.

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Gegenstände, die es in ARCANUM zu finden, stehlen, erspielen oder kaufen gibt. Auf den Straßen findet man oft Mülleimer, die wertvolle Teile von Maschinen bergen. Will man höhere Qualität, so sollte man in ein Geschäft gehen. Je nachdem, in welchen Ort man sich befindet, kann man Gemischtwarenhändler, Waffenhändler, Schusswaffenhändler, Kräuterheiler und einige mehr besuchen. Hier kann man mit dem Händler sprechen und ihn Neuigkeiten herauslocken. Will man mit ihm ein Geschäft machen, so kann man seine Inventarliste ansehen. Nun braucht man nur noch den Gegenstand seiner Begierde in sein Inventar ziehen und der Handel ist perfekt. Gute Werte im Feilschen ermöglichen Ersparnisse, oder man kann, wenn es der Händler zulässt, um den Gegenstand würfeln. Gewinnt man, so gehört einem der Gegenstand, verliert man, bezahlt man ohne Ware zu erhalten. Auch ein Überfall kann helfen, aber Vorsicht, der Händler wehrt sich und muss vermutlich getötet werden. Dann sind nur noch seine eigenen Habseligkeiten zu ergattern. Leider hab ich noch keine Möglichkeit gefunden, das Geschäft zu plündern. Unangenehm ist, dass der Laden später nicht nachbesetzt wird und somit als Handelsplatz ausfällt. Da kann es vorkommen, dass man den nächsten Gemischtwarenhändler im nächsten Ort suchen muss. Und das kann ziemlich lange dauern.

Die Vielfalt der Gegenstände ist wirklich ein Hammer. Neben einfachen Lumpen, die man später zu Molotowcocktails verarbeiten kann, über die diversesten Waffen ist alles zu finden.

Schwerter, verschiedenster Arte, eine große Auswahl an Bögen, Äxten, Schildern und Rüstungsteilen. Aus diversen Chemikalien können Gifte, Granaten und andere Entwicklungen gebastelt werden. Aus einem Schienennagel und einer Felder kann eine Falle gebaut werden, die eigene Verstecke schützen kann.

Verzauberte Gegenstände habe es in sich. Man sieht nämlich anfangs nicht, welchen Zauber der Gegenstand birgt. Oft können NC (Nicht-Charaktere) Licht ins Dunkel bringen. Eine Zigeunerin verlangt ganz schön happige Preise für die Identifizierung.

Aber das sollte man machen, wenn man keine bösen Überraschungen erleben will. So fand ich einen magischen Streitkolben. Ich dachte der ist sicher gut im Kampf. Als ich dann gegen einen Wolfsrudel kämpfen musste, der eigentlich ein schwacher Gegner ist, tauchten 3 Untote auf. Haben hier Wölfe auch magische Fähigkeiten? Nein, wie sich später rausstellte kämpfte mein Partner Magnus mit dem Streitkolben der Verdammten. Diese Waffe ruft manchmal Zombies herbei, die nicht auf meiner Seite standen. Es gibt aber auch andere Waffen, die unter anderem die Werte verbessern, oder eben auch verschlechtern können, wie der Helm des Chaos. Da bekommt man auf einmal Abzüge oder hat mehr Patzer, die sehr gefährlich werden können. Also nichts wie weg mit diesen verwunschenen Gegenständen.

Bei den Zaubersprüchen gibt es ein reiche Palette an Lehren. Jede Lehre hat wiederum 5 Zaubersprüche, die immer höhere Anforderungen an den Zauberer stellen. Gute Zauber, böse Zauber,  alle können erlernt werden. Ist der erste Nekromantikzauber eher „harmlos“. Ein Schadenszauber, der nur ein paar Punkte anzieht. Der zweite Zauber ist kein Kampfzauber. Er kann den Geist eines getöteten rufen, denn man dann „ausquetschen“ kann. Später folgend Zauber, die Untote rufen, die alles angreifen was ihnen im Weg steht.

Dann gibt es Zaubersprüche, die den Gegner im wahrsten Sinne des Wortes „bezaubern“. Steht einem ein griesgrämiger Zwerg gegenüber, der nicht mit Antworten rausrücken will, so kann man ihn ein „wenig“ beeinflussen. Das hat in der Strafkolonie gut geklappt, ein Ort mit vielen Abenteuer. Der Oberknacki, ein Zwerg war mir nicht wirklich freundlich gesonnen, doch ein bisschen Hokuspokus und der Zwerg plauderte wie eine Kaffeetante. Tja, wer diesen Zauber nicht hat, kann den Quest nicht so lösen. Evt. muss er den Zwerg erschlagen und seinen Geist befragen. Hier sieht man die Variable in jeder Situation.

Ein nicht unwesentlicher Faktor ist die Technologie. Hier ist praktisch der Erfinder DER Oberguru auf diesem Gebiet. Man kann neue Geräte kaufen, wie zum Beispiel die Rostsäure, aber auch hier gut aufgepasst. Als ich einmal Rostsäure warf um den Gegner die Waffen zu zerstören, bekam ich selbst etwas ab und stand plötzlich „nackt“ da. Im Laufe des Spieles kann man mittels Fernkurs Diplome erwerben und neue Gegenstände bauen. Auch eine fertige Bauanleitung kann man während des Spieles finden und den Inhalt dem notwendigen Teilen bauen.

Die Handhabung der Gegenstände und Zauber ist einfach und geht schnell in Fleisch und Blut über. Das ganze Spiel läuft in einem Tagesablauf ab. Oben rechts sieht man gerade die Uhrzeit in Form einer wandernden Sonne oder in der Nacht eines Mondes. In der Nacht kann man in Häuser einbrechen, wenn man das Schloss knacken kann und sich ein wenig umschauen. ARCANUM ist ein großer Kontinent und wenn man einmal den ersten Ort erkundet hat, wird man schnell versuchen neue Abenteuerstätten zu finden. Anfangs ist die Karte de facto leer. Der Spieler weiß noch nicht wo sich die verschiedenen Orte befinden. Mit viel Glück läuft man gerade dran vorbei und hat es somit entdeckt. Einfacher ist es Leute nach dem Weg zu fragen. Wenn jemand weiß wo ein gesuchter Ort ist, zeigt er es auf der Karte. Mittels Wegpunkte auf der Weltkarte kann man dann von Ort zu Ort reisen. Dabei wird man laufend von Tieren angegriffen, es ist also immer irgend etwas los auf den Wegen in ARCANUM. Wer schnell reisen will und sich keiner Gefahr aussetzen möchte, der kann per Eisenbahn oder Schiff reisen. Hier muss man allerdings einige Goldstücke berappen. Die Orte reichen von kleinen Dörfern, wie Nebelberg, bis zu riesigen Städten wie Tarant. Die Schauplätze wurden sehr gut gestaltet, sodass in kleinen Orten weniger los ist, in Großstädten kann man aber genügend Abenteuer erleben. Oft muss man sich gerade dazu anbieten. Der Eine such seinen verlorenen Ehering, dem Kaufmann kann man helfen die Ratten in der Lagerhalle zu killen. Einer Frau wurden Bilder gestohlen und sie will sie wieder haben. Einem Bauer kann man helfen die schweren Steine vom Acker zu schaffen und ein Zauberer will den Edelstein eines großen Nekromanen. Natürlich liegt der Stein nicht im nächsten Juwelierladen, sondern auf den örtlichen Friedhof. Und obwohl keine Besuchszeit auf dem Friedhof ist, sieht man einige Gestalten herumlaufen. Grüne Haut, hinkend, stinkend, oft nur noch moderndes Fleisch auf den Rippen, natürlich Zombies. Und die sind nicht wirklich einfach zu bekämpfen. Zombies sind mittelschwere Gegner, deren Schlag noch giftig ist. Mittels Tastenkombination kann man mit Hiebwaffen Präzisionsangriffe durchführen. Zick Zack Rübe ab, das Bein weg oder den Arm. Diese Treffer brauchen Erfahrung und sollten von einem unerfahrenen Abenteurer nicht durchgeführt werden. Oft bietet man dem Gegner bei einem Misslingen seine offene Flanke und der Spieß dreht sich somit um.

Kommen wir nochmals auf die NC´s zurück. Man kann eigentlich mit jedem NC Kontakt aufnehmen und weiß im vorhinein nicht was passiert. Viele sind freundlich, doch wenn ein Gnom einen Elfen trifft, kann es bald zu einem Schlagabtausch kommen. Der Gnome ist sicher schnell besiegt, doch auf der Strasse wimmelt es von Wachpatrolien und ich kann jetzt schon sagen, dass die keine Haftbefehle mit sich führen, sondern eher als Scharfrichter bezeichnet werden können. Die Fragen die man einem NC stellt, bewirken eine unabänderliche Einstellung des NC´s gegenüber des Charakters. Hat man nun einen Auftrag erhalten, oder verfolgt man die Haupthandlung weiter, kommt es unausweichlich zu Erforschungen von Bergwerken, Höhlen, Gräbern, Kanalisationen und Gebäuden. Dort lauern teilweise Monster und andere Untiere, die es einem richtig schwer machen.

Der Spur der Haupthandlung kann man gut folgen, man sollte allerdings genau arbeiten. Ich hatte zum Beispiel im ersten Ort Nebelberg nicht mit einer bestimmten Person gesprochen. Ich wusste nicht mehr wohin ich sollte, ich steckte in der Handlung. Dann kam ich eher durch Zufall zurück und traf diese Person. Daraufhin ging es gut vorwärts, doch immer wieder gab es Stellen, die man nicht so einfach lösen konnte. Das man auf der richtigen Spur ist erkennt man, wenn Personen nicht nur Infos in Text geben, sondern mittels Audiounterstützung ihre Geschichte erzählen. Dann kann man dem bequem lauschen und muss nicht wie ein wilder die Infos lesen. Manche Abenteuer sind erst zu bestehen, wenn man einen gewissen Level erreicht hat. Gegner wie Skelette, Ghule, Zombies oder anderer richtig fürchterlicher Schattenwesen sind treten oft in Scharen auf und machen mit dir kurzen Prozess. Die Blutwache ist so ein Gegner. Drei solcher „Edelzombies“ sind nur mit Glück zu besiegen. Da hilft oft nur das magische Schutzschild, um nicht sofort zerlegt zu werden. Einmal begegnete mir sogar einer Gottheit. Leider stellte sich heraus, dass es der Oberboss der Bösen war. Da bekam man schon Muffensausen. Gott sei Dank war das Teil der Handlung und ich musste nicht kämpfen, ich möchte aber hier jetzt nicht zuviel verraten.


Hintergrund: 

Über den Hintergrund es Spieles kann ich nicht zuviel sagen, da ich sonst einigen Teil der spannenden Handlung verraten würde. Man befindet sich im 19. Jahrhundert einer Fantasiewelt, von der Entwicklung sehr mit der Erde zu vergleichen. Die Menschen erringen immer größere Fortschritte im Bereich der Technologie. Doch ARCANUM ist eine magische Welt. Die uralte Macht der Magie durchdringt die Bewohner und spielt in manchen Rassen eine besonders starke Rolle. Kein Wunder, dass es bald zur Konfrontation zwischen alter und neuer Macht kommt. Der Spieler erfährt einiges aus der glorreiche Vergangenheit ARCANUMS. So gerät der Spieler zwischen die Fronten verfeindeter Staaten, Blutfäden einzelner Rassen und wird dazu noch von einer Band Meuchelmörder gejagt. Für Spannung ist also garantiert.


Urheberrecht / Copyright © bei DerGRENADIER.de 1998 - 2002