Systemanforderungen laut Hersteller: CPU: Intel Pentium 133 Mhz - Speicher: min. 32 MB RAM - CD-ROM: 4x Speed - Grafik: 2MB SVGA Garfikkarte DirectX 6.0 - Sound: 100% Soundblaster kompatibel.

 

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Fazit: 

Als Schlagwort, zur Beschreibung von Talonsoft´s Battle of Britain, könnte man durchaus den Slogan: „Back to the roots of wargaming" (Zurück zu den Ursprüngen der Strategiespiele) , postulieren. Der Wargamer erhält mit BoB ein Strategiespiel mit epischen Ausmaßen welches ihn wochenlang vor den Monitor fesseln wird. Herrlich! Es gibt zur Zeit sicher kein anderes wargame, was einen so sehr an die „alten" Strategiespiele aus den Anfangsjahren des PC- wargamings erinnert. Gary Grigsby´s „U.S.A.A.F." für den Commodore C - 64 war seinerzeit mein erstes Strategiespiel, welches ich im Jahre 1987 für sage und schreibe 159,-DM ( zzgl. 6,-DM Porto!) erwarb. Unverkennbar sind hier die Ursprünge von BoB zu sehen. Es ist wirklich gut, das die in den letzten Jahren etwas lau gewordene wargamer - Kost, durch BoB wieder kräftig gewürzt wird. Danke Mr. Grigsby, sie sind sich und ihrem unverkennbaren Stil treu geblieben und bereichern das Genre mit BoB ungemein. BoB ist aber sicher kein Spiel für „Gelegenheitswargamer" und auch Anfänger sollten sich ein bischen Zeit zum eingewöhnen zugestehen. Sie werden mit spannenden Stunden belohnt werden. Da man unmöglich alle Strategien in einer Kampagne durchspielen kann, wird man BoB sicher immer wieder spielen, um zu sehen, welche Vorteile eine andere Doktrin in sich birgt. Obwohl in meinem Gesamteindruck die positiven Aspekte die Oberhand behalten, so gilt es dennoch sich auch in konstruktiver Kritik zu üben. Als besonders bedauernswert sei die vorsintflutliche Programmierung zu rügen. Selbst auf starken Rechnern ruckelt die Karte und ist von einem weichen scrolling weit entfernt. Die buttons sind viel zu klein und oft muß mit der Maus unsinnig oft über den Monitor gefahren werden, um irgendwo einen „ok" - button zur Bestätigung anklicken zu können. In der Reaktionsphase, wenn die Karte mit zahlreichen Einheiten in Aktion gefüllt ist, wartet man oft sehr lange auf eine Reaktion des PC´ s. Beispiel: Der Kampf tobt und ich möchte die Zoomstufe ändern. Ich klicke auf den entsprechenden button - nichts passiert. Einige Sekunden später schallt einem ein „KLICK" aus den Lautsprecherboxen entgegen. Nach weiteren Sekunden zoomt die Karte plötzlich. Das muß meiner Meinung nach nicht sein und eine saubere Technik beim programmieren sollte diese Erscheinungen auch nicht auftreten lassen. Andere Spiele beweisen das ja auch! Gewünscht hätte ich mir etwas mehr Innovationen, beim 12 Jahre alten U.S.A.A.F. gab es immerhin schon eine Forschung auf Seiten der Luftwaffe, so daß man die Strahlflugzeuge viel früher an der Front haben konnte.

Natürlich ist der Zeitraum der Luftschlacht um England zu begrenzt, um eine derartige Option hier einzubauen, aber dem Spieler Einfluß auf die Produktion der Flugzeugtypen zu geben wäre doch wohl nicht zuviel verlangt, oder? Wo ist auch das „Credits" - Menü, in dem man Informationen über die, an der Entstehung des Spieles beteiligten, Personen erfahren kann? Das dieses Spiel anglo - amerikanischen Ursprungs ist, kann es auch nicht verleugnen, denn ein wenig mehr Objektivität in der Präsentation hätte ich schon als angenehmer empfunden.

Battle of Britain gehört aber trotz kleiner Mängel sicher in jede Sammlung echter wargamer, da es seit Klassikern wie etwa „War in Russia" kaum ein Programm dieser Art für den PC gegeben hat. Besonders gespannt erwarte ich nun Gary Grigsby´s nächstes Spiel: „Luftschlacht um Deutschland 1942 - 1945" und wenn hierfür der alte Klassiker U.S.A.A.F. das Vorbild ist, so wird es ein Meilenstein im PC wargaming werden. (Von mir aus braucht Mr. Grigsby nur die Graphik von U.S.A.A.F. dem heutigen Standard anpassen und ich wäre schon vollkommen zufrieden, ja sogar begeistert.)



Rezension:

Mit „BATTLE of BRITAIN" (BoB) von Talonsoft bekommen die Hardcore - Strategen endlich mal wieder ein Spiel nach ihrem Geschmack. Der Programmierer Gary Grigsby liefert hier, nach längerer Abstinenz, ein Strategiespiel ab, welches unverkennbar seine Handschrift trägt. In BoB übernimmt der Spieler entweder den Oberbefehl über die Royal Air Force oder über die Luftwaffe des Deutschen Reiches. Wie der Titel des Spiels unschwer erkennen läßt, handelt es sich hierbei um eine strategische Simulation der „Luftschlacht um England", welche Europa in den Jahren 1940 und 1941 erschütterte. Jedes Kommando hat seinen ganz unterschiedlichen Reiz, so muß man als Brite die Insel vor den deutschen Luftangriffen schützen und als Deutscher wiederum versuchen die Luftüberlegenheit zu erlangen. Zwei unterschiedliche Aufgaben, die sich auch im Spiel sehr verschieden darstellen.

Vor Beginn können im „Options" - Menü folgende Einstellungen vorgenommen werden:

Lautstärke von Musik und Sound können abgestellt oder den Hörgewohnheiten des Spielers angepaßt werden. ( Audio Preferences )

Die Größe der Flugzeuge in den 5 Zoom - Stufen kann angepasst werden, Explosionen, Schatten, Wolken, Hilfe - Nachrichten, Nacht, Videoschnipsel - Einspielungen und sog. „pop - up" Warnmeldungen können auf „An" oder „Aus" geschaltet werden ( Visual Preferences ).

Multiplayerspiele werden mit PBEM ( e-mail Spiel ) und Hot - Seat ( 2 Spieler abwechselnd an einem PC ) realisiert.

Betrachten wir zuerst die Gemeinsamkeiten, wobei an erster Stelle sicher die geographischen Gegebenheiten zu nennen wären. Das Spielgeschehen findet auf einer hübsch gemalten und 5-fach zoombaren Karte statt. Natürlich dreht sich alles um die britische Insel, aber die Karte erstreckt sich von der Bretagne über Nordfrankreich, die Beneluxländer und Norddeutschland. Als Anrainer der Nordsee sind noch Teile von Dänemark und Norwegen zu sehen. Auf dieser Landkarte sieht der Spieler nun die deutschen Flugplätze auf dem Festland und, außer den Flugplätzen auf der britischen Insel, auch noch jede Menge anderer Ziele, wie z.B. Radarstationen, Häfen, Fabriken und Öllager. Eben diese Ziele muß der britische Spieler schützen und der deutsche Spieler zerstören.

Im Startmenü wählt der Spieler die Seite seiner Wahl und ebenfalls die Länge und den Zeitabschnitt der Kampagne aus. Hier kann man mal einen einzelnen Tag mit dem Feinde scharmützen, eine Woche dem Luftkampfe frönen, das ganze auf einen Monat ausdehnen oder aber eine volle Kampagne 1940 ( 79 Tage ) oder 1941 ( 184 Tage ) durchspielen. Punkte, deren Anzahl über Sieg oder Niederlage entscheiden, werden durch abschießen von Flugzeugen oder Zerstörungen der Ziele erlangt.

Einem inneren Schutztrieb folgend übernehmen wir einmal die britische Seite.....

Nun heißt es früh aufstehen, denn die Uhr zeigt 04:30 ! Es ist die „Movement Phase", also Bewegungsphase, in der man Flak - Batterien und Flugzeug - Staffeln verlegen kann. Wichtig ist auch die richtige Angriffsdoktrin für die einzelnen Flugzeugtypen festzulegen. Es besteht hier die Möglichkeit sich, in aller Ruhe, jede Menge von Berichten anzusehen: Kampfberichte des vergangenen Tages, Liste der Ziele und deren Zustand, Liste der besten Piloten, Liste aller Staffeln, Verlustlisten und Nachschublisten. Wer sich noch nicht so gut mit den Flugzeugtypen der Jahre 1940/41 auskennt, kann unter „Planes" ( Flugzeuge ) sein Wissen über die gängigen Maschinen dieser Zeit dort auffrischen. In der Sektion „Guns" ( Waffen ) wird alles Wissenswerte über die Bewaffnung dargestellt. In der „Summary" - Sektion ( Zusammenfassung ) erhält der Spieler einen kurzen Gesamtüberblick. In einer kleinen Ecke am unteren Rand haben es sich eine kleine Übersichtskarte, die Taschenuhr zur Einstellung der Spielgeschwindigkeit und das Speichermenü heimelig gemacht. Dort findet man übrigens auch ein Türchen zum verlassen des Spiels, aber soweit sind wir noch nicht.

Erwähnenswert sind sicher auch die Einstellmöglichkeiten der Spiellandkarte, die dem Spieler gute Übersichtsmöglichkeiten geben. Dort kann man zoomen, beschädigte Ziele, Ballons, Flakstellungen und mit Staffeln besetzte Flugplätze hervorheben, so daß man sie schnell erkennt. Wichtig ist auch, sich immer über den aktuellen Stand der Radarüberwachung zu informieren. Weiterhin können die Wohngebiete angezeigt oder der Sound, die Musik und die Wolken ab- bzw. angestellt werden. Nachdem nun alle Vorbereitungen getroffen wurden, kann in der „Reaction Phase" (Reaktionsphase), welche man durch einen Klick auf den „End Phase" - button erreicht, der Angreifer erwartet werden.

Nun beginnt der spannende Teil für den britischen Spieler! Die Uhr beginnt zu laufen und das piepen der Radarstationen kündigt die ersten feindlichen Geschwader an, welche bald darauf auch sichtbar werden. Für diese Phase stehen dem Spieler nun neue Auswahlmenüs zur Verfügung, als da wären: 1. Set Patrol ( Patrouillen aufsteigen lassen ) 2. Move Patrol ( Patrouillen bewegen ) 3. Recall Unit (Einheit zurückrufen ) 4. Set doctrine ( Doktrin festlegen ) 5. Intercept Raids ( Feindgeschwader abfangen ) und 6. List Raids ( Liste der aktuellen Feindgeschwader ). Man kann die Zeit mittels der „Stop" - Taste anhalten und so in Ruhe seine Überlegungen anstellen, so kommt man nicht in diesen widerlichen „Echtzeit - Streß" ! Nicht nur die Auswahlmenüs haben sich verändert, sondern auch noch die Darstellungsmöglichkeiten der Karte. Hier können nun die Flugbahnen, die folgenden Einheiten und Nachzügler angezeigt werden, so daß man auch ja keinen Feind verpasst. Es entwickeln sich nun Luftkämpfe und Ziele werden von Bomben getroffen. Es gibt mitunter Videoschnipsel ( kleine Einblendungen) zu sehen und die ein oder andere Animation mit passender Geräuschuntermalung. Sind alle Angriffe des Tages überstanden, so kann es nun noch zu nächtlichen Angriffen kommen. Während der Reaktionsphase kann das Spiel nicht verlassen oder abgespeichert werden, das geht nur davor oder danach. Wenden wir uns nun einmal der deutschen Seite zu, die sich doch sehr von der britischen Seite unterscheidet. Man könnte sogar von zwei Spielen in einem sprechen, denn als deutscher Spieler hat man ganz andere Aufgaben zu erledigen und dafür stehen einem natürlich auch unterschiedliche Menüoptionen zur Verfügung. Ich werde jetzt nur auf die Unterschiede gegenüber der britischen Seite eingehen und grundlegende Menüs nicht wieder aufführen. Der deutsche Spieler findet sich, hoffentlich ausgeschlafen, auch um 04:30 Uhr in seinem Stab ein. Diese Phase nennt sich „Planning Phase" ( Planungsphase ) und dieses ist sicher die wichtigste Phase für den deutschen Spieler, denn hier legt er alle Angriffsziele fest und bestimmt, welche Staffeln die Einsätze, wann und in welcher Höhe fliegen. Wieder ist die Spielkarte mit hilfreichen Funktionen versehen, die den Überblick erleichtern. Bereits beschädigte Ziele können hervorgehoben werden, ebenso wie Wohngebiete, Häfen, Flugplätze, Fabriken und beschädigte Ziele, über welche aktuelle Aufklärungsfotos verfügbar sind. Deutsche Flugplätze mit Staffeln und auch die aktuelle Reichweite der britischen Radarüberwachung können angezeigt werden. Wolken werden weg- oder eingeschaltet, je nach Belieben des Spielers. Die wichtigen Menüs zur Planung sind folgende: 1. Set Bomber Targets ( Ziele für Bomber festlegen ) 2. Bombing Mission ( ein Ziel für eine Bombermission wählen ) 3. Night Bombing Mission ( Ziel für nächtlichen Bombenangriff ) 4. Night Intruder Mission ( Ziel für nächtlichen Störangriff ) 5. Recon Mission ( Aufklärungsflug )   6.Fighter Sweep ( Jägerangriff ) 7. Show All Paths ( zeigt alle Flugpfade an ) 8. Review Mission ( Mission überdenken ) 9. Move Units ( Staffeln verlegen ) 10. List Units ( Staffeln auflisten ) 11. List Targets ( Ziele auflisten ).

Um ein bestimmtes Ziel zu bombardieren, klickt man also auf „Bombing Mission", wählt die Startzeit und die Flughöhe aus und kann dann eine Bomberstaffel als Leitstaffel wählen. Dieser teilt man dann noch weitere Bomberverbände zu und gibt ihr engen oder hohen Geleitschutz durch Jagdflugzeug - Verbände. So eine intensive Planungsphase kann recht lange dauern! Sind dann alle Aufträge erteilt geht es weiter in die „Reaction Phase" ( Reaktionsphase ), die eigentlich besser als Aktionsphase zu bezeichnen wäre, denn der deutsche Spieler schaut in dieser Phase nur zu wie seine Verbände die Angriffe durchführen. Er hat jetzt keine Möglichkeit mehr weitere Aufträge zu erteilen, sondern betrachtet das Geschehen. Die Zeit läuft „ruckweise" ab und in kurzen Berichten ( „Messages" ) werden aktuelle Auseinandersetzungen beschrieben. Dieser Phase, also dem eigentlichen Kampf, folgt die „Briefing Phase" ( Einsatzbesprechung ), in der man alle Ergebnisse der Kämpfe und Bombardierungen abrufen kann. Das eigentliche Spielgeschehen, welches die Kämpfe der Luftschlacht um England simuliert, findet also für beide Seiten während der Reaktionsphase statt, welche für den britischen Spieler mit zahlreichen Aktivitäten verbunden ist, der deutsche Spieler hingegen beobachtet in dieser Phase nur die von ihm erteilten Aufträge, deren Auswirkungen und die Abfangaktivitäten der Briten.


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