Systemanforderungen laut Hersteller: Windows 95/98 - Pentium 200 oder höher - Double-speed CD-ROM - 32 MB RAM - 200 MB auf der Festplatte, mit Zusatzprogrammen aus dem HPS Support ca. 370 MB Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:

Campaign 1776 von HPS Simulationen stellt für mich eine interessante Variante der gängigen Wargames dar, denn es umfasst eine Zeit in welcher man mit anderen Taktiken seine Ziele erringen muss. Die Bewegung der Truppen ist eingeschränkt aufgrund der damals vorherrschenden Militärausbildung. Das Spiel besitzt einen unheimlichen Anreiz, da man sich an den farbenprächtigen Uniformen nicht genug satt sehen kann. Campaign 1776 ist für mich eines der zur Zeit besten Wargames auf dem Markt, da es fundiert gestaltet wurde und auch die zahlreichen Befehlsmöglichkeiten ungeahnte Möglichkeiten freisetzten. Gerade für eine Turniergestaltung bietet sich Campaign 1776 besonders an, da man zahlreiche Spieler auf die einzelnen Truppen aufteilen kann und somit nicht nur Einzelgefechte simuliert, sondern eine komplette Befehlskette durchspielen kann. Besonders bietet sich der Szenarien- und Kampagneneditor an, Schlachten der amerikanischen Vergangenheit zu kreieren, z.B. ließe sich der Kampf der Franzosen gegen die Briten unter Zuhilfenahme von Indianern in den Jahren 1740 - 1763 nachbauen. Auch die musikalische Untermalung mit historischer Musik lässt das Herz höher schlagen. Einzig der ab und zu unter Windows 98 vorkommende Spielabsturz trübt meine Begeisterung für das Programm. Fazit für meine Person: Campaign 1776 stellt für mich ein spannendes und gutes Programm dar, das man jederzeit mit gutem Gewissen weiterempfehlen kann. Die Spieltiefe lässt einen in die Tiefen der Vergangenheit eintauchen und wer sich ein bißchen mit der amerikanischen Revolutionszeit beschäftigt, stellt fest das da eine ganze Menge an Potential für weitere Schlachten und Kampagnen besteht.



Rezension:

Campaign 1776: The American Revolution ist ein rundenbasiertes Taktikprogramm von HPS Simulationen und handelt in der Zeit des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Der Spieler hat zahlreiche Möglichkeiten seine Fähigkeiten entweder auf britischer oder amerikanischer Seite zu beweisen. Schlachten wie Bunker Hill, Lexington, Yorktown und Saratoga lassen einem Wargamer Profi das Herz höher schlagen. Zur Abwechslung gibt es mal keine Panzerverbände oder Stukageschwader die man einsetzen kann, sondern jetzt zählt die Fähigkeit Mann gegen Mann, Stärke und Feuerkraft der einzelnen Kompanien gegeneinander. Das Programm umfasst 4 komplette Feldzüge mit über 40 historischen und "was wäre wenn" Szenarien. Dem Programm wurde auch noch zusätzlich ein Szenarieneditor, sowie ein Feldzugeditor beigefügt, um dem Wargameprofi alle Möglichkeiten an die Hand zu geben in die Revolutionszeit einzutauchen.

Das Spiel ermöglicht den Kampf gegen den Computer, im 2-Spieler-Modus, per e-mail (PBEM) und kann auch im Netzwerk betrieben werden, bei Fragen kann die Onlinehilfe aufgerufen werden um Klärung herbeizuführen. Zusätzlich hat der Spieler noch die Möglichkeit Campaign 1776 im 2D-Modus oder 3D-Modus zu starten. Das farbenprächtigste Bild bietet die 3D-Variante, da hierbei die einzelnen Kompanien, Battaillone und Regimenter in ihren historischen Uniformen dargestellt werden. Besonders ins Auge sticht die Möglichkeit im Multiplayermodus 2 -16 Wargamer in eine Schlacht einzubinden. Würde man den kompletten amerikanischen Revolutionskrieg im Multiplayermodus nachspielen, so würde das ganze Szenarium eine Vielzahl von Spielern mehrere Monate binden. Es bestehen also ungeahnte Möglichkeiten Campaign 1776 auszureizen.

Der Installationsvorgang funktioniert unter Windows 95 / 98 ohne Probleme und sorgt dafür das ich 200 MB auf der  Festplatte Campaign 1776 zur Verfügung stelle. Und da ich meiner Sucht freien Lauf  lasse nehme ich das besondere Schmankerl von HPS wahr und lade von ihrer hervorragenden Supportseite alles herunter was ich kostenlos bekommen kann. Und das ist eine ganze Menge, denn mittlerweile hat sich bei mir Campaign 1776 von 200 MB auf 370 MB ausgedehnt. Unter anderem habe ich noch einen kompletten Feldzug dazubekommen. 

Beginnen wir jetzt mit einer kleinen Zeitreise in eine glorreiche Vergangenheit als Kämpfe noch Mann gegen Mann ausgetragen wurden ohne Technik  und sonstigem Schnickschnack....

Meine Truppen sind im Anmarsch auf die Stellungen bei Bunker Hill. Im Westen befinden sich die Höhen von Bunker Hill umrahmt vom Meer im Norden und der Ortschaft im Süden. Eine Runde setzt sich sich aus mehreren Operationsphasen zusammen. An meiner linken Flanke befindet sich die 1. Britische Marinebrigade  im Anmarsch auf starke feindliche Rebellenkräfte die sich südlich in und vor der Ortschaft formiert haben. Unterstützung erhalten die Marines durch das 47. Regiment und die 35. Grenadiere zu Fuß. Zusätzlich rücken zur Unterstützung noch mehrere Kompanien Leichter Infanterie heran. Unter dem klingenden Spiel der Regimentsmusiker rücken die Truppen in Linie formiert auf die Amerikaner zu. Das Dröhnen der Trommeln gibt den Takt des Vormarsches und des Gleichschritts an. Ich selber fühle mich unruhig, da ich kaum Informationen über die Feindkräfte besitze. Endlich haben sich die britischen Linien den amerikanischen Truppenstellungen auf 100 m genähert und gehen in Feuerposition. 1. Reihe kniend, 2. und 3. Reihe stehend angelegt. Auch die Truppen im Zentrum und an der rechten Flanke haben ihren Vormarsch vor den amerikanischen Linien beendet. Meine Artillerie befindet sich im Vormarsch um in offener Feuerstellung in das Kampfgeschehen einzugreifen. Über See lande ich mein 63. Regiment überraschend direkt unterhalb der Höhen von Bunker Hill an. Sowas nennt der Fachmann eine Zangenbewegung. Jedoch stelle ich zu meiner Überraschung fest, dass auch auf den Anhöhen bereits zahlreiche Rebellengruppierungen versammelt sind. Da muß ich ganz schnell meine Truppen von der den Vormarsch begünstigten Kolonnenformation auf Lineartaktik umstellen. Nach Ende des Vormarsches kommt es leider zur Feuerphase der Amerikaner. Das gegnerische Feuer liegt schon gleich am Anfang deckend und herbe Verluste lassen auf ein blutiges Ringen schließen. Ich hätte mir vielleicht doch lieber einen ruhigen Schreibtischposten in London besorgen sollen. Jetzt befinden wir uns bereits in der Britischen Offensiven Feuerphase. Na wartet Rebellen jetzt gibt es Saueres. Die einzelnen Kompanien können entweder im Verband oder als einzelne Glieder das Feuer auf die Amerikaner eröffnen. Dabei kann nochmals ausgewählt werden zwischen den einzelnen feindlichen Kompanien. " Alle Kompanien auf erkannten Feind Feuer frei!" Die knatternden Abschüsse der Musketen vermischen sich zu einem wilden Stakato. Die Amerikaner erleiden erhebliche Verluste durch meine gut ausgebildeten Linientruppen. Die gegnerischen Truppen sind bereits stark angeschlagen. Tja es geht eben nichts über das Feuer britischer Regulärer. Während auf der linken Flanke alles nach meiner Vorstellung verläuft, hat mein Zentrum und die rechte Flanke gegen erheblichen Widerstand anzurennen. Auch sind Verluste durch die amerikanischen Feldgeschütze zu beklagen. Die angelandeten Truppen unterhalb von Bunker Hill müssen verstärkt werden und ich lasse 4 Grenadierkompanien zusätzlich anlanden. Endlich ist der Zeitpunkt erreicht meine Feldgeschütze und ihre Übermacht ins Gefecht zu werfen. Jetzt reissen die wohlgezielten Schüsse erhebliche Löcher in die Rebellenabwehr. Eine Überraschung erlebe ich allerdings noch kurz bei der 1.Marinebrigade vor der Ortschaft. Flankenfeuer sorgt nochmals für Unruhe in den britischen Linien, aber jetzt beginne ich mit dem Bajonettangriff und stürme die Ortschaft. Hoppla, was ist jetzt los? Die Truppen sind nicht mehr in Formation, denn sollten Truppen eine Ortschaft überrennen bricht logischerweise die vorgegebene Formation auseinander und es dauert eine geraume Zeit bis man die Bande wieder im Griff hat. Aber egal meine Zange nimmt unter erheblichen Verlusten auf beiden Seiten Gestalt an. Die Amerikaner beginnen sich zurückzuziehen und die letzten verteidigenden Reste werden von meinen erstklassigen Truppen niedergemetzelt. Wieder ein glorreicher Sieg für England. 

Ich stelle fest, dass ich relativ schnell vom für alle Profi-Wargamer bekannten Spielprinzip gefangen bin und mich in eine Zeit hineinversetzen lasse, die doch schon so lange zurück liegt. Allerdings gibt es auch ein Manko - zumindest bei meinem Rechner. Unter Windows 95 läuft alles wie geschmiert und man fühlt sich richtig wohl, während ich bei meiner Rechnerkonfiguration unter Windows 98 ab und zu mit einem Spielabsturz vorlieb nehmen muss.


Hintergrund: 

Der Unabhängigkeitskrieg
Der Siebenjährige Krieg zwischen Frankreich und England ließ in den englischen Kolonien auf dem amerikanischen Kontinent den starken französischen Einfluß schwinden und stärkte zugleich das Zusammenhörigkeitsgefühl der englischen Aussiedler. Die Verbundenheit mit dem Mutterland ließ jedoch nach, weil England seine überseeischen Gebiete sich selbst überließ. Die Navigationsakte, die den Warentransport für englische Schiffe monopolisierte, die Durchsetzung der Zollgesetze und die Einführung einer neuen Steuer (Stempelsteuergesetz) brachten den Kolonisten so viele Schwierigkeiten, dass sie immer erbitterter wurden

Konflikte ließen auch nicht lange auf sich warten. Am 16. Dezember 1773 zum Beispiel kam es zum Bostoner Teesturm. Die Aussiedler, als Indianer verkleidet, überfielen drei Schiffe der Ostindischen Kompanie und versenkten die ganze Teeladung. Der Teesturm war Anlaß, dass König George III. für die Unzufriedenen in Übersee Zwangsmaßnahmen ergriff. Er schloß den Hafen, entzog der Kolonie Massachusetts die Selbstverwaltung und verbot eine Reihe von Veranstaltungen.

Am 5. September 1774 trafen Vertreter aus 13 Kolonien zum ersten Kontinentalkongreß in Philadelphia zusammen und beschlossen die "Erklärung der Rechte". Darauf bereiteten die Aussiedler eine Bürgermiliz vor. Im April 1775 stießen englische Truppen bei dem Versuch, Waffen der Bürgermiliz zu beschlagnahmen, mit diesen bei Concorde zusammen.

Darauf trat am 10. Mai 1775 der zweite Kontinentalkongreß zusammen, entschloß sich zum gemeinsamen Kampf der nordamerikanischen Kolonien und ernannte den Plantagenbesitzer aus Virginia und späteren ersten Präsidenten, George Washington, zum Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee. Am 14. Juli 1776 nahm der Kongreß die Unabhängigkeitserklärung von Thomas Jefferson an, womit die Vereinigten Staaten von Amerika gegründet wurden.

Die Lage der Aussiedler war wirklich nicht einfach, denn ihre Anzahl war auf rund 2,6 Millionen angewachsen. Auch wenn die meisten Männer kampfbegeistert waren und mit dem Gewehr umgehen konnten, so fehlte ihnen die militärische Ausbildung. Ebenso konnten die finanziellen Mittel zur Unterhaltung des Krieges nur schwer aufgebracht werden. So war es kein Wunder, dass das Übergewicht klar auf Seiten der Engländer lag, die vor allem deutsche Söldner (Hessen, Braunschweiger usw.) für den Kampf in Übersee angeworben hatten.

Von einer guten Disziplin in der Armee Washingtons konnte ebenfalls keine Rede sein, denn die sechs Jahre Kampf waren an den Männern ohne jedwede militärische Ausbildung nicht spurlos vorübergegangen. Zudem kehrten die Farmer im Winter oder zur Erntezeit immer nach Hause zurück, so dass die Armee so manches Mal am Auseinaderfallen war. Von Kampfbegeisterung und glühender Begeisterung erfüllt, kamen Freiwillige aus Europa. Zu den berühmtesten Anführern gehörten der Pole Tadeusz Kosciuczko, der französische Marquis La Fayette und der Preuße Friedrich Wilhelm von Steuben.

Als die Amerikaner im März 1776 die Engländer aus Boston verdrängten, begann ein verbissener Kampf. Aber schon im nächsten Jahr fassten die englischen Truppen festen Fuß bei New York, schlugen die Amerikaner bei Priceton und besetzten sogar Philadelphia, so dass der Kongreß der Vereinigten Staaten fliehen mußte.

Im Herbst 1777 sammelten sich in New York starke Streitkräfte, und aus Kanada erschienen weitere Einheiten unter dem General John Burgoyne. Nach dem Zusammenschluß zählte die Armee 35.000 Mann. Trotzdem wurde sie von den 8.000 Kämpfern Washingtons bei Saratoga eingeschlossen. Burgoyne mußte sich am 17. Oktober ergeben.

An der Jahreswende 1778/79 verlegten die Engländer ihre Kämpfe nach dem Süden, besetzten den Hafen Savannah und drangen nach Georgia und Südkarolina vor. Im Mai 1780 nahmen sie in Charleston 5.000 Mann des General Benjamin Lincoln gefangen. Diese Niederlage war der schwerste Schlag für die Amerikaner im ganzen Krieg..

Die Position der erschöpften Männer Washingtons wurde durch die Landung französischer Truppen (7.000 Mann) unter General Rochambeau an der amerikanischen Küste Ende des Jahres 1779 erheblich gebessert.

Die endgültige Entscheidung des amerikanischen Freiheitskrieges aber fiel im Jahr 1781. Die Engländer wurden von den vereinigten amerikanisch-französisichen Truppen bei Yorktown zur Übergabe gezwungen. Am 19. Oktober 1781 mußte Lord Cornwallis kapitulieren. Im nächsten Jahr räumten die Engländer eine Stellung nach der anderen, bis New York als letzter Hauptstützpunkt der Engländer übrig blieb. In dem am 3. September 1783 mit England geschlossenen Frieden von Versailles gewannen die 13 Kolonien ihre Unabhängigkeit - England erkannte die Vereinigten Staaten von Amerika an. Der Freiheitskampf hatte gesiegt.


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