Systemanforderungen laut Hersteller: Windows 98/ME - Pentium 200 MHz - 100 MB freier Festplattenspeicherplatz - DirectX7.0 kompatible Sound- und Grafikkarte ( 3 D empfohlen ) - 32 MB RAM - CD ROM Laufwerk - 28.8 Modem/Netzwerkkarte Mehrspieler. Fazit
Bilder
Rezension
Hintergrund

Fazit:

Combat Mission - Beyond Overlord von Battlefront wird in Deutschland von CDV angeboten. Ohne jeden Zweifel hat Charles Moylan, der Programmierer von Battlefront mit Combat Mission ein Meisterwerk erstellt, das tatsächlich neue Maßstäbe setzt. Realistische Sichtlinien in einer vollständigen 3D Umgebung sind nun für Wargamer kein Traum mehr, sondern Realität. Der heiß geliebte Rundenmodus bleibt nicht nur erhalten, sondern wird durch die intensive Erfahrung einer Aktionsphase in Echtzeit bereichert. Das Verhalten der Truppen spiegelt die Realität in bisher ungekanntem Ausmaß wieder, wobei auf sinnlose Effekthascherei, ala Blut usw. korrekterweise verzichtet wird. Combat Mission erhält für diese Eigenschaften den Award.

Natürlich sollte es bei weiteren Spielen dieser Art nun Verbesserungen im Detail geben, aber glücklicherweise ist mit Combat Mission ein Grundstein oder Eckpfeiler gesetzt worden, auf dem aufgebaut werden kann. Meine Wunschliste ist lang und ich nenne nur mal die wichtigsten Dinge, die ich in Zukunft gerne hätte: 1. Eine durchgehende Kampagne, in der meine Truppen an Erfahrung gewinnen. 2. Die Abdeckung sämtlicher Fronten, also auch Ostfront, Asien, Afrika etc.. 3. Quellenangaben zu den Waffeninfos 4.Schnellere 3D Engine 5.Vereinfachte Benutzerführung, gerade in Bezug auf die Darstellung der Sichtlinien.

Nun aber viel Spaß und gute Jagd bei Combat Mission!



Rezension:

Combat Mission, von Battlefront.com wird in Deutschland von CDV vertrieben. Der Hersteller bezeichnet Combat Mission als eine taktische Kampfsimulation in einer 3D Umgebung. Die Besonderheit besteht in der Mixtur aus runden-basiertem Spielverlauf mit einer in Echtzeit ablaufenden Aktionsphase, in der der Spieler keinen Einfluß auf das Geschehen nehmen kann, sondern die Ausführung seiner Befehle beobachtet. Neu dabei ist, das diese Mixtur in einer vollständigen 3D Umgebung abläuft. Endlich werden Sichtlinien realistisch darstellbar.

Combat Mission wurde in Wargamer-Kreisen wie kaum ein zweites Spiel schon sehnsüchtig erwartet, soll es doch das gesamte Genre mit neuen Ideen des Spielverlaufs befruchten und gar eine neue Epoche unseres geliebten und schon oft tot gesagten Genres "wargames" einleiten. Die Spielergemeinde erhofft sich von Combat Mission aber nicht nur ein modernes "Gameplay", sondern auch Realismus und den Schwierigkeitsgrad, der das Hobby wargames immer deutlich von anderen Genres absetzte.

Schauen wir uns nun einmal Combat Mission etwas näher an. CDV liefert das Spiel in einer schicken Box aus. Die eigentliche CD-Rom befindet sich in einem Jewel-Case und das über 200 Seiten starke Handbuch gibt wahrlich umfassende Informationen zum Spiel. Behandelt wird ausschließlich das letzte Jahr des 2. Weltkrieges und auch nur der Teilbereich der Westfront. Das Spiel umfasst den Zeitraum der Landung der Alliierten an der Küste der Normandie im Juni 1944, bis zur bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht im Mai 1945. Kampfschauplätze sind also Nordfrankreich, die Benelux-Staaten und der westliche und südliche Teil des Deutschen Reiches. Es gibt aber keine durchlaufende Kampagne (z.B. das Führen einer Einheit von der Landung bis zur Kapitulation), sondern nur einzelne Szenarien oder Operationen mit mehreren Kämpfen auf einem Schlachtfeld, wobei das Resultat der vorangegangenen Kämpfe die Situation für die folgenden Auseinandersetzungen bestimmt. Combat Mission ist also eher im Bereich der Squad-Level Spiele anzusiedeln, da weitreichende Feldzüge nicht simuliert werden, sondern immer nur einzelne Zusammenstöße. Simuliert werden die Kämpfe zwischen Bataillonen und kleineren Einheiten. Es wird bei diesen Kämpfen davon ausgegangen, das Luftangriffe und andere vorbereitende Maßnahmen bereits erfolgt sind, so dass diese Komponenten dann auch nur rudimentär im Spiel vorhanden sind. Angriffe von Jagdbombern werden zwar vorkommen, aber der Spieler hat keine Kontrolle über sie. Artillerieunterstützung unterliegt aber der Befehlsgewalt des Spielers und so stehen in Szenarien eben auch die Artilleriebeobachter bereit, mit welchen der Spieler die Kontrolle über die Unterstützungsartillerie erhält. Der Spieler hat die Möglichkeit die Truppen von sechs verschiedenen Ländern zu befehligen: USA, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Polen auf Seiten der Alliierten oder eben die Truppen der deutschen Wehrmacht. Diese Truppen werden dann weiter aufgeteilt in verschiedene Truppengattungen, wie Fallschirmjäger, Gebirgsjäger oder Volkssturm usw. Im Spiel kommen insgesamt 13 Infanterietypen (inkl. der Nationalitäten) vor. 

Jede Einheit (nicht nur Infanterie) wird mit einem Infofeld beschrieben, auf dem folgende Angaben zu sehen sind: Bild der Einheit, Name, Nationalität, ID ( z.B. A0 oder B4), Funkgerät ja oder nein, Einheitentyp, Erfahrung der Einheit (6 Stufen), Erschöpfungsgrad (5 Stufen), Helmsymbol mit Anzahl der kampffähigen Soldaten, Rot-Kreuz-Symbol mit Anzahl der kampfunfähigen Soldaten, Munitionsvorrat, Zustand der Einheit (bis zu 10 Zustände), Aufenthaltsort, Moral und für Hauptquartiereinheiten gibt es noch vier Sondermerkmale, welche die Führungsqualitäten darstellen. Diese Angaben bedürfen sicher noch der ein oder anderen Erklärung. Wohl denn: Je höher die Stufe der Erfahrung, desto geschickter wird sich die Einheit im Kampf anstellen. Frisch aufgestellte und im Kampf unerfahrene Einheiten können natürlich nicht so gut Feinde erkennen oder halten nicht so viel Druck aus, wie Einheiten mit der Erfahrungsstufe Elite. Der Erfahrungsgrad bleibt für eine Einheit immer gleich. Sie kann sich also während eines Kampfes nicht verbessern und da es keine lang angelegten Kampagnen gibt, ist dieser Umstand auch relativ nachvollziehbar. Der Erschöpfungsgrad ändert sich aber innerhalb einer Schlacht ständig. Lassen Sie Ihre Infanteristen ständig laufen, dann werden sie irgendwann völlig ausgepumpt sein. Das ist für einen Nahkampf sicher sehr schlecht. Gönnen Sie Ihren virtuellen Kameraden also hin und wieder eine Pause. Die Zahlen neben dem Helmsymbol zeigen Ihnen die kampffähigen Truppen an. Zu Beginn einer Schlacht nennt die Zahl Ihnen also die Soldaten in der Einheit. Wird die Einheit in Kampfhandlungen verwickelt, so bleiben Verluste oft nicht aus und diese erscheinen dann neben dem Rot-Kreuz Symbol. Bsp.: 10 Soldaten sind in einer Einheit. Helm:10 und Rot-Kreuz: 0. Nach einem Kampf gibt es 4 Verluste zu beklagen. Helm:6 und Rot-Kreuz: 4. Die Verluste sind nicht immer Tote, sondern beinhalten auch Verletzte. Im schlimmsten Fall wird eine Einheit ausgelöscht: Helm: 0 und Rot-Kreuz: 10. Das können aber auch 10 Verwundete sein. Es bedeutet, das diese Einheit nicht mehr kämpfen kann. Glücklicherweise wurde auf die Darstellung virtuellen Blutes verzichtet, so dass billige Effekthascherei bei Combat Mission chancenlos bleibt. Der Munitionsvorrat wird bei Panzern je nach Munitionsart angezeigt. Es gibt hier alle vorkommenden Geschossarten, wie z.B.: S=Explosiv, P=Panzerbrechend, H= Hohlladung usw. In einigen Fällen kann auch Rauch verschossen werden. Der Zustand einer Einheit ändert sich ebenfalls dauernd, je nach Befehl und Lage. Soldaten können marschieren, laufen, versteckt oder in Deckung sein usw. Der Aufenthaltsort bezieht sich in erster Linie auf den Terraintyp, in dem sich die Einheit bewegt oder befindet. Wald, Straße, offenes Gelände, Haus usw. sind einige der vorkommenden Geländetypen. Ein sehr wichtiger Faktor ist der Moralwert. Sinkt die Moral, z.B. durch starke Verluste, dann kann es passieren das die Einheit flieht oder gar kapituliert und in Gefangenschaft gerät. Hauptquartiereinheiten können (müssen aber nicht) eine oder alle von vier Eigenschaften besitzen. Diese werden in Form von Symbolen angezeigt, wenn die Einheit dort bessere Werte als der Durchschnitt hat. Die Symbole sind: Stern für Befehl, Blitz für Kampf, Herz für Moral und Fragezeichen für Tarnung.

In Combat Mission warten über 130 Infanterietypen,  50 schwere Waffen, 45 Geländetypen und über 125 gepanzerte und ungepanzerte Fahrzeuge auf den Einsatz. Innerhalb des Spieles steht eine recht umfassende Datenbank zu jedem Fahrzeugtyp und jeder Einheit zur Verfügung. 

Jetzt noch ein paar Sätze zur Grafik, dem Sound und dem Spielablauf und dann geht´s auch schon hinein in die Schlacht!

Grafik: Die 3 D Grafik ist natürlich sehr schön. Gerade die Panzer und Fahrzeuge werden voll detailliert gezeigt. Da kommt wirklich Freude auf! Man erkennt sofort die unterschiedlichen Typen und die Tarnanstriche sehen wunderschön aus. Jedes Fahrzeug ist wirklich mit viel Liebe zum Detail erstellt worden. Die Landschaft mit Wald, Wiesen, Häusern und Straßen etc. ist ebenfalls gekonnt in Szene gesetzt. Einige Häuser haben mehrere Ebenen, so dass der Spieler entscheiden kann, ob seine Soldaten im Erdgeschoss oder im ersten Stock Stellung beziehen sollen. Zum Glück dient die 3 D Grafik aber nicht nur ästhetischen Zwecken, sondern die SL =Sichtlinie ist vollkommen von der Umgebung abhängig. Das ist dann schon ein wahrhaft großer Schritt in Richtung Realismus. Bäume und Häuser, Fahrzeuge und Rauch unterbrechen die Sichtlinie natürlich, sofern eine Einheit dahinter steht. Wie in der Realität sollte sich der schlaue Befehlshaber die Umgebung zu Nutze machen und sich bietende Deckung auch zu seinem Vorteil nutzen. Das ist bei Combat Mission im Gegensatz zu anderen Spielen in vollem Umfang möglich. So stelle ich mir die richtige Nutzung der 3D Technik auch vor. Bravo Battlefront! Das ist endlich der Durchbruch zu mehr Realismus!

Sound: Warum Sound werden einige fragen. Das ist doch nur die Geräuschkulisse, um das Spiel auch mit dem Hörsinn genießen zu können. Ja, sicher. ABER: Auch die virtuellen Soldaten sind mit virtuellen Öhrchen ausgestattet und so erlangt der Sound eine eigene Bedeutung. Panzer und Fahrzeuge, gerade wenn sie mit hoch drehenden Motoren mit Vollgas durch die Landschaft brettern, verraten durch den Lärm schon mal ihre Anwesenheit, bevor man sie auch mit dem Auge erblickt! Selbst dieser Tatsache wird in Combat Mission Rechnung getragen. Es werden schon Fahrzeuge auf der Karte angezeigt, die eigentlich durch die Sichtlinie nicht erkennbar wären - aber eben zu hören sind. Weiterhin ist der Sound sehr gut gelungen und je nachdem von wo die Geschütze schießen, so wird auch der Spieler auf jedem Punkt der Landkarte andere Geräusche zu hören bekommen. Bewegt die Karte einmal in einer Aktionsphase hin und her und zieht Euch die ganzen Geräusche rein! Ist schon doll was es da so alles zu hören gibt.....

Spielablauf: Die Befehlseingabe erfolgt in einer rundenbasierten Phase, so dass der Spieler sich ganz in Ruhe Gedanken machen kann. So, wie wir es ja alle schätzen! Den größten Teil des Monitors nimmt die Spielkarte ein, die gezoomt (8 Stufen) und von allen nur erdenklichen Perspektiven betrachtet werden kann. 3D eben... Unten haben wir die schön übersichtliche und aufgeräumte Menüleiste, welche von den Insignien der programmierenden Firma (Battlefront) und dem deutschen Publisher (CDV) eingefasst wird. Diese Menüleiste hat zwei Komponenten: 1. Die Bewegungspfeile. Klickt man mit der Maus auf einen der Pfeile, so kann man über die Karte wandern oder zoomen. Dafür gibt es aber auch zusätzlich Tastaturbefehle, ganz nach Gusto des Spielers. Zur Feinabstimmung werden die Pfeiltasten der Tastatur benutzt. 2. Links daneben befindet sich ein variables Anzeigemenu. Hier werden erst mal die gegnerischen Parteien mit den  Landesfahnen, Moralwerten und Siegesprozenten angezeigt. Weiterhin gibt es ein Kurzinfo zur Schlacht: Wer greift an, wer verteidigt, Name des Schlacht, Rundenzahl usw., je nach Szenarium. Klickt man nun auf eine Einheit werden diese Infos durch die Einheiteninfos ersetzt. Ein schmuckes Bild eines Soldaten erscheint und es werden die anfangs beschriebenen Informationen gegeben. Wer es noch genauer wissen will, kann mittels Druck auf die Return-Taste die Datenbank aufrufen, in der dann solch interessante Werte wie Panzerung, Bewaffnung, Bodendruck, Geschwindigkeit und noch jede Menge mehr in Erfahrung gebracht werden können. 

Nacheinander werden die Einheiten nun zur Befehlsausgabe angeklickt und dabei erscheint dann jeweils ein eingeblendetes Befehlsmenü. Dieses lässt kaum Wünsche offen und man merkt das Combat Mission mit viel Leidenschaft erstellt wurde. Soldaten können gehen, laufen, schleichen, kriechen und Panzer können "jagen", d.h. sie fahren bei mittlerer Geschwindigkeit und legen einen Schusshalt bei Feindsichtung ein. Dieser Befehl eignet sich hervorragend dazu, um die Panzer in eine Position der teilgedeckten Stellung zu bringen. Natürlich kann auch rückwärts gefahren oder nur in eine bestimmte Richtung geschwenkt werden. Gesichtete Ziele können angegriffen werden, wobei man die Wahl zwischen Hauptwaffe (Kanone) oder Sekundärwaffen (MG´s) hat. Wichtig ist besonders die Sichtlinie! Hier kann der Spieler prüfen, ob die gewählte Einheit auch ein günstiges Schussfeld in einer Stellung hat. Diese Sichtlinie wird als Strich dargestellt, der mit der Maus über die 3D Karte bewegt wird. Farbliche Änderungen geben an, bis wohin die Einheit sehen kann. Eine Angabe der Entfernung in Metern ist ebenfalls vorhanden. In der Praxis erweist sich die Handhabung aber als äußerst mühsam und zeitraubend. Besser wäre ein andere Darstellungsform gewesen.  Mir fällt auf Anhieb die folgende Möglichkeit ein: Bei Anwahl der Sichtlinie erscheint der sichtbare Bereich in seiner Gesamtheit um die angewählte Einheit herum, so dass man einen schnellen Überblick bekommt und nicht jeden noch so kleinen Winkel per Hand prüfen muss. Gerade aus einer vergessenen Ecke heraus kann die Einheit ja den finalen Treffer erhalten. Sind dann in einem Szenarium satte 30 oder mehr Einheiten unter dem Kommando des Spielers, so dauert es recht lange, wenn er für jede Einheit akribisch die Sichtverhältnisse - die allerdings spielentscheidend sind -  überprüfen möchte. In jeder Befehlsrunde kann der Spieler mittels Tastenkombination Alt+S das Spiel abspeichern, aber es gibt auch eine automatische Speicherung. Jetzt möchte ich aber die einleitenden Beschreibungen beenden und einmal über einen meiner mit Combat Mission ausgetragenen Kämpfe berichten. Eine bloße Beschreibung der Eigenschaften ist einfach zu wenig für so ein bedeutendes Spiel, wie es Combat Mission in der Tat ist.

Installation: Keine Probleme, allerdings gab es keinen Autostart bei mir. Hauptmenü: Vier Auswahlmöglichkeiten. Starte Spiel - Szenario Erstellung - Mehrspieler (LAN/Internet/PBEM/Hotseat) - Beenden. Der "Beenden" Schalter wird immer nur sehr ungern betätigt werden, denn soviel kann ich schon verraten: Combat Mission macht süchtig! Über die Möglichkeit eigene Szenarien zu erstellen wird am Ende des Reviews berichtet. Ich konnte es jedenfalls nicht erwarten den Schalter "Starte Spiel" zu drücken! Zwei Auswahlmöglichkeiten: Gefecht (einzelne Schlacht) oder Operation (mehrere Schlachten auf einer Karte). Über 40  Szenarien kommen mit dem Spiel daher und 7 Operationen mit 3 bis zu 9 Gefechten (gesamt 40 Gefechte). Macht über 80 Gefechte, wenn man die Einzelszenarien und die Operationen zusammenzählt! Dann gibt es noch das sog. "Schnelle Gefecht". Hier kann der Spieler mit ein paar Mausklicks eine Schlacht generieren lassen, so dass man ständig neue Gefechte erleben kann. 

Das Spiel: In der Operation "Vorstoß nach Mortain" entdeckte ich einen Panzerkommandanten mit Namen: Meyer. War ja klar das ich (Panzermeyer ;-) sofort das Kommando übernahm und mich der angreifenden Übermacht der US-Truppen stellte! Neben dem einzigen Panzer, einem IV H, hatte ich noch eine 8,8 cm Flak, drei 7,5 cm Pak und zwei 2 cm Flak an Geschützen zur Verfügung. Das Gelände ist mit Hecken durchzogen, so dass weite Schussfelder kaum zu finden sind. Ich entschließe mich in der Aufstellungsphase dazu, einen starken Pak-Riegel auf der Straße bei "le Clos de l´Aulne" zu errichten. Die 8,8 in der Mitte und weiter vorgeschoben zwei 7,5er. Die dritte 7,5er stelle ich zur Flankensicherung bei "la Houllerie" auf. Der Panzer IV ist weit entfernt und kann nicht frei gesetzt werden. Ich werde ihn im Eiltempo an die Front ziehen müssen, hoffentlich hält mein Pakgürtel solange aus. Zwei 81mm  Mörser und einen Artillerie-Beobachter für 150mm Geschütze setze ich ebenfalls bei der Riegelstellung der Pak ein, so dass ich zumindest Unterstützungsfeuer bekommen kann. Weiter vorn an der Front sichere ich durch einige Panzerschreck-Einheiten, indem ich sie hinter den zahlreichen Hecken Stellung beziehen lasse. Es wäre ja fatal, wenn einige feindliche Panzer durchbrechen würden. Mit meinen wenigen Grenadieren werde ich versuchen ein waghalsiges Vorstoßmanöver durchzuführen, um die Häuser bei "la Motte" zu besetzen. Von dort habe ich einen besseren Überblick. Sollte es dem Feind gelingen diese Häuser zu erobern, dann könnte er von dort meine Pak-Stellung einsehen und sie wäre leicht zu vernichten. Einige MG´s und Sicherungstruppen übernehmen den Flankenschutz. Los geht´s. Ich lasse die Grenadiere zu den Häusern vorstoßen. Es dauert wahnsinnig lange, ehe sie sich durch diese miesen Hecken durchgeschoben haben, aber ein Marsch auf der Straße wäre viel zu riskant. Wer weiß was da an Gegnern heranrollt? Es ist phantastisch zu zusehen, wie in der Aktionsphase meine braven Grenadiere ihr bestes geben. Plötzlich rollen feindliche Panzer auf der Straße heran! Die virtuellen Kameraden von der Pak beginnen selbsttätig das Feuer zu eröffnen. Bravo! Genauso hatte ich mir das gedacht. Schon krachen die ersten Schüsse auf die Panzer nieder. Diese erkennen natürlich die Gefahr und erwidern das Feuer. Die Paks wüten fürchterlich unter den Shermans... dadurch zieht aber besonders die 8,8 auch das feindliche Feuer magisch an. Es wäre evtl. Zeit für einen schnellen Stellungswechsel. Dummerweise sehe ich aber weit und breit keine Zugmaschinen, weder für mein bestes Stück, die 8,8, noch für eine der anderen Paks oder Flaks. Wieder wurde schlicht und einfach, wie in zahllosen anderen Spielen auch, nicht daran gedacht, das eine Pak doch niemals alleine daher kommt.... Ich verlange sofort ein adäquates Transportmittel, zumal ich aus persönlichen Gesprächen mit ehemaligen Flak-Soldaten, welche an der 8,8 im Erdkampf eingesetzt waren, mit 100%iger Sicherheit weiß, das damit sogar im aufgeprotzten Zustand geschossen wurde! Der schnelle Stellungswechsel war nämlich die Garantie fürs Überleben. Wurde er nicht durchgeführt, kamen in wenigen Minuten jede Menge Jabos und deckten die Stellungen mit Bomben und Raketen ein. So ging denn auch nach harten Kampf meine 8,8 verloren. Aber meine 7,5er leisteten vollständige Arbeit! Nach wenigen Runden war die Straße von "Alance" nach "la Motte" mit Panzerschrott aus den USA übersäht! Dicke schwarze Qualmwolken wabern zum Himmel und überall schlagen Flammen aus dem zerborstenen Stahl der angreifenden Panzer- und Kettenfahrzeuge. Zwischen diesem Inferno setzt nun die US-Infanterie zum Angriff an. Jetzt stimmen meine 81er Mörser und die 150mm Geschütze in den Reigen mit ein. Bei den Treffern der schweren 150er Einschläge erzittert das Gelände und Dreck spritzt empor. Das kann der Yankee aber auch! In kurzer Zeit gleicht meine Pakstellung einem Kraterfeld. Ein Mörser erhält einen Volltreffer und fällt sofort aus. Was ist aus meinen braven Grenadieren geworden, die sich so mutig nach vorne geworfen haben? Nun, um die Häuser bei "la Motte" ist ein erbittertes Ringen entbrannt. Einigen Panzern ist es gelungen sich abseits der Straße mit Infanterieschutz an die von meinen Grenadieren besetzten Häuser heranzuarbeiten. Die ersten eigenen Truppen weichen der Übermacht. Die Häuser scheinen nicht zu halten zu sein. Mit Maschinengewehren bestückte M3 Halbkettenfahrzuge brechen an der Flanke ein und nehmen meine Soldaten in konzentriertes Feuer. Zurück, zurück! Hinter dem größeren Haus ist man fürs erste in Sicherheit. Ein Jumbo-Sherman und ein Stuart versuchen in einer gemeinsamen Aktion auf die Straße zu gelangen. Brechen sie durch, sind meine Männer dem Tod geweiht und die wichtige "la Motte"-Stellung würde in Feindeshand fallen. Doch auf die Kameraden an den 7,5er Paks ist Verlass, denn trotz härtestem Artilleriefeuer haben sie ihre Stellungen immer noch nicht verlassen. Nach kurzem Feuergefecht ist die Gefahr gebannt und zwei weitere US-Panzer stehen zerstört und verlassen am Wegesrand. Endlich, endlich kommt mein Panzer IV H auch nach dem Eilmarsch nun in Frontnähe und ich ziehe ihn sofort zu den Häusern. Dort schicken sich nämlich US Infanteristen dazu an, dieselben im Sturm zu nehmen. Da ihnen die M3 Halbkettenfahrzeuge als mobile MG-Nester dienen, werden meine Grenadiere diesem Feuersturm nicht standhalten können. Nahezu in letzter Minute erscheint der Panzer IV und schaltet die Gefahr aus. Jetzt jage ich alles was ich habe nach vorne. Sämtliche Infanteristen werden in den Kampf um "la Motte" geworfen. Mit dem Panzer IV als Stütze sollte es doch möglich sein die Amerikaner zurückzuwerfen.  Ich muß nur darauf achten, das er nicht in einen Hinterhalt gerät. Ja, tatsächlich es funktioniert! Mit der Unterstützung des langsam vorgehenden Panzers gewinnen die Grenadiere an Boden und können "la Motte" besetzen. Nun überblicken meine Männer ein weites Terrain. Leider hat meine Artillerie ihre Munition bereits vollständig verschossen, so dass ich einzelne Widerstandsnester direkt bekämpfen muß. Meine tapferen Infanteristen kämpfen sich Schritt für Schritt vor und erst jetzt sehe ich das ganze Ausmaß der Zerstörung. Die Straße ist vollkommen verstopft mit brennenden oder verlassenen US-Panzern. Daneben liegen die im Artilleriefeuer umgekommenen Besatzungen und Infanteristen. Das Desaster für die Yankees ist komplett! Sie laufen in Scharen zurück, der Sieg ist sicher. Nach Ablauf der 20 Runden dominieren die Deutschen das Schlachtfeld und ich warte gespannt auf den Fortgang der Operation. Doch dazu kommt es nicht. Der Sieg war so vollkommen, das bereits nach der ersten Schlacht die Operation siegreich beendet wurde! 

Combat Mission überzeugt mich ganz besonders in Hinsicht auf das Verhalten der virtuellen Soldaten. Man fühlt regelrecht mit ihnen und bringt vollstes Verständnis dafür auf, wenn sie angesichts der Härte der Kämpfe zurückweichen. Die Aktionsphase ist spannender als jeder Krimi und nach dem Ende einer Schlacht hat man das Gefühl einen tollen Film gesehen zu haben, in dem man selbst der Regisseur war. Besser noch! Ein Film läuft nach einem Drehbuch ab, aber bei Combat Mission wird das "Drehbuch" erst während des "Films" geschrieben. Nur die Entscheidungen des Spielers bestimmen über den Ausgang der Kämpfe. Entscheidend wichtig ist das richtige Führen der Truppen. Wie in der Realität geschehen Dinge, die man nicht voraus sehen konnte. Nun heißt es, das Beste draus zu machen. Die Mixtur aus der rundenbasierten Befehlseingabe und er Aktionsphase erweist sich als hervorragend spielbar und hier muss man auch ganz besonders die K.I. der Truppen loben. In der Aktionsphase erkennen sie selbstständig wichtige Ziele und reagieren auf Bedrohungen, in dem sie Deckung suchen usw. Combat Mission gelingt es in vollem Maße, das daraus ein wunderbares Wargame wird. Die Spannung und die Hitze des Gefechtes greifen sofort auf den Spieler über und der Schwierigkeitsgrad ist genau so, wie wir Wargamer es von einem echten Wargame verlangen. Hart, aber gerecht! Natürlich habe ich auch schon Schlachten gegen den PC verloren und immer waren es dann Fehler in der Aufstellung oder unkoordinierte Aktionen. Die K.I. des Computers ist nämlich nicht von schlechten Eltern und solche Fehler werden dann gnadenlos ausgenutzt. Combat Mission erfüllt meine Erwartungen vollständig und das neue Spielprinzip begeistert mich geradezu, so dass diese Pioniertat von Charles Moylan (dem Programmierer) den Award des Grenadiers wahrlich zu recht erhält. Kein Wargamer sollte sich die intensive Erfahrung: Combat Mission entgehen lassen! Sicher gibt es auch bei diesem Spiel Kritikpunkte und einige habe ich ja auch schon erwähnt. Sie sind in den Bereichen: Genauigkeit der Waffendaten und Benutzerführung zu finden, wobei in einem Spiel sicher aus Gründen der Spielbarkeit nicht unbedingt immer die 100% echten Daten übernommen werden können und eine Benutzerführung sicher auch Geschmackssache ist. Die Benutzerführung bei Combat Mission ist auch nicht als fummelig oder schlecht zu bezeichnen, aber auch ordentliche Dinge kann man noch perfektionieren und sollte auch darum bemüht sein.

Für alle Szenarien-Designer bietet Combat Mission einen absolut umfassenden Editor, bei dem kein Wunsch offen bleibt! In vorbildlicher Weise wird es hier jedem Spieler möglich, seine eigenen Szenarien zu basteln. Kilometergroße Landschaften können erstellt und mit allen Einheiten bestückt werden. Dieser Editor ist wirklich das leckere Sahnehäubchen auf einem wohl schmeckenden Stück Kuchen! 


Hintergrund: 

Das Handbuch, welches ich in die deutsche Sprache übersetzen durfte,  kann seine amerikanische Herkunft nicht leugnen. Deutlich wird dies durch die zahlreich beschriebenen Heldentaten der US-Streitkräfte. Das zieht sich weiter hin, bis in die Beschreibungen der Szenarien und man kann hier sicher von einem ursprünglich eindeutig für den US-Markt produziertem Spiel sprechen. Frei nach alter preußischer Sitte: "Jeder solle doch nach seiner Fasson selig werden", nehmen wir deutschen Wargamer  - zusammen mit allen anderen Nicht-US Bürgern - diesen Umstand gelassen hin. Gibt es doch auch auf der Seite der Wehrmacht geradezu unglaubliche Taten von Tapferkeit. Immer wieder wundere ich mich, wieso es auch und gerade an der Westfront zu diesem verbissenen Kampf der Deutschen gegen die West-Alliierten kam. Was an der Ostfront noch allzu verständlich war, drohten den Gefangenen dort doch übelste Folter, Ermordung und Verschleppung in Todeslager nach Sibirien, so fragte ich mich doch: Was hat die deutschen Soldaten der Wehrmacht zu diesen unvorstellbaren Leistungen gegen einen offensichtlich so hoch überlegenen Gegner gebracht? Mit der US Direktive ICS 1067, welche Präsident Roosevelt am 23. März 1945 billigte - Zitat: "Deutschland wird nicht besetzt werden zum Zweck der Befreiung, sondern als eine besiegte Feindnation." Zitatende - war sicher ab diesem Zeitpunkt für jeden Soldaten klar, welche Perspektiven er zu erwarten hatte. Aber was war vorher? Mit der Landung in der Normandie und der Eröffnung einer zweiten Front, wenn man mal die in Italien außer Acht lassen möchte, war das Schicksal des Deutschen Reiches doch über kurz oder lang besiegelt. Trotzdem kämpften die deutschen Soldaten mit einer dermaßen zähen Verbissenheit um nahezu jeden Meter Boden weiter. Weiter, bis zum bitteren Ende. Wie auch immer die Gründe dafür gewesen sein mögen, sicher hatte jeder einzelne seine ganz individuellen Gründe, die evtl. im Bombenterror der Alliierten gegen die deutschen Zivilisten zu suchen sein könnten. Ich vermag diese Frage nicht zu beantworten. Lasse aber an dieser Stelle mal einen deutschen Soldaten zu Wort kommen. Sein Tatsachenbericht zeigt meiner Meinung nach nicht nur sehr gut die real angewandte Kriegstaktik der Amerikaner, sondern auch den leidvollen Kampf deutscher Panzersoldaten. 

Wachtmeister Müller berichtet über einen Einsatz Anfang August 1944: "Wir trafen in den Morgenstunden eines Sommertages auf den Gegner. Es befanden sich dort nur vier Panther unter Führung von Leutnant Stetzka. Ich selbst war Fahrer auf seinem Panzer. Mit seiner ruhigen Art informierte er über die Lage und gab sodann den Befehl zum Angriff. Den Kommandos meines Kommandanten folgend, bezog ich mit dem Panther eine Stellung auf der linken Seite der Straße. Das Gelände um uns war komplett offen und bot keine Deckung. Einige Grenadiere wurden zur Nahsicherung am Panther rundum in Stellung gebracht. Links von uns befand sich keine eigene Truppe mehr. Kaum hatten wir unsere Stellung bezogen, als ein Artillerie-Beobachter Flugzeug auftauchte. Nach einigen Minuten schlugen die ersten Granaten um unseren und die anderen Panther ein. Links von uns verlief ein Hohlweg parallel zur Straße. Ich erkannte Amerikaner, die 800 bis 1000 Meter entfernt aus dem Hohlweg kamen. Bevor ich den Kommandanten über dieses Ziel informieren konnte, machten die Amerikaner rasch kehrt und verschwanden. Zwanzig Minuten später wurde das Artilleriefeuer plötzlich eingestellt. Zwölf bis 15 junge Männer in Zivilkleidung kamen aus demselben Hohlweg heraus. Als sie die Panther erblickten, liefen sie total  in Panik verfallen für fast eine halbe Stunde auf einer Entfernung von 800 Metern vor unserer Kanone hin und her. Dann verschwanden sie auf demselben Weg auf dem sie gekommen waren. Kurz danach setzte das Artilleriefeuer wieder ein. Die Einschläge näherten sich dem Panther. Nur durch fortwährendes Beziehen von Wechselstellungen konnten wir uns der Wirkung des Feuers entziehen. Dann hörte ich wie der Leutnant den Richtschützen auf Feindpanzer aufmerksam machte und erkannte sofort zwei Sherman-Panzer auf der Höhenrippe in einer Entfernung von 1200 Metern. Kaum war das Feuerkommando gegeben erkannte der Kommandant weitere Panzer die von links auf uns zustießen. Der erste Schuß schlug dicht vor dem ersten Feindpanzer auf. Der zweite Schuß traf. Die Besatzung bootete aus. Dann hörte ich im Kopfhörer: "Müller rückwärts marsch!" Der Leutnant wollte die Gefahr in unserer Flanke ausschalten. Aus den Kommandos an den Richtschützen wußte ich, das wir durch mindestens acht Sherman-Panzer eingeschlossen waren. Noch immer gab der Kommandant in totaler Ruhe Kommandos zur Bekämpfung der Panzer, die uns abgeschnitten hatten. Drei Panzer wurden unter Feuer genommen. Treffer wurden nicht beobachtet. Dann erfolgte das Kommando: "Im Zuge der Straße ausweichen!" Im selben Moment ein betäubender Knall innerhalb des Panthers. Ein Treffer. nun hatte es uns erwischt. Der Motor lief noch, und ich versuchte den Panther aus dem Feindfeuer zu bringen. Ich fuhr noch 300 Meter, bis mich die Hitze des brennenden Panzers dazu zwang, auszubooten. Ich suchte unter dem Panther Schutz und sah den Funker herausspringen weglaufen. Dann hörte ich die Stimme meines Kommandanten neben dem Panther. Ich kroch hinüber und sah, das ihm unterhalb der Knie beide Unterschenkel fehlten. Keine Schmerzensschreie kamen über seine Lippen. Er hatte sofort erkannt was der Besatzung geschehen war. Ich versuchte seine Wunden zu verbinden, er aber lehnte ab und sagte: "Laß es sein, es ist zwecklos." Ich konnte ihn nicht vom brennenden Panzer forttragen, weil schweres Maschinengewehrfeuer rund um uns herum einschlug. Ich schlug dann vor: " Herr Leutnant, wir sollten uns als Gefangene ergeben, und ich werde dann sofort für medizinische Hilfe sorgen." Er wies dies mit der Bemerkung zurück: "Müller, nimm meine Erkennungsmarke und mein Soldbuch; ich befehle Dir, diese bei der Kompanie abzugeben." Dann bat er mich, seine Eltern zu grüßen, wünschte alles Gute und befahl mir, mich zur Kompanie durchzuschlagen."


Urheberrecht / Copyright © bei DerGRENADIER.de 1998 - 2002