Systemanforderungen laut Hersteller: Windows 95 / 98 / Me / 2000 - PII - 300 - 128 MB RAM - 3D-Grafikkarte mit 8MB AGP (16 MB PCI) - Maus - Soundblaster kompatible Soundkarte - Modem für Online Spiel - 650 MB freier Festplattenplatz Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:

Abgesehen von der 3-D Umgebung erinnert mich Conflict Zone von Ubisoft aufgrund der Einheiten- und Gebäude-Typen doch sehr stark an ein sehr bekanntes Spiel des selben Genres. Interessant macht dieses Spiel die Einführung der Popularitätspunkte. Leider erweist es sich meiner Meinung nach als zu überladen. Die Entwickler wollten hier anscheinend wirklich alles mit einbauen und "noch einen Drauf" setzen. Dies resultiert in zu großer Unübersichtlichkeit, da man sich bei Echtzeit nicht um alles gleichzeitig kümmern kann. Auch die meines Erachtens nicht durchdachte Übersetzung und Synchronisation tragen nicht gerade zur Verbesserung der Atmosphäre bei. Für absolut eingefleischte Fans der Echtzeit-Strategie ist dieses Spiel sicher trotzdem interessant, da es durch die Kommandeure und die Popularitätspunkte einige neue Eigenschaften mit sich bringt.



Rezension:

Bei Conflict Zone von Ubi Soft handelt es sich um ein weiteres Spiel aus dem, bei vielen Spielern beliebten, Genre "Echtzeit-Strategie". Schon das Installieren des Spiels erweckt den Eindruck, dass das Ganze noch nicht völlig ausgereift ist, da die Installation zwei Neustarts des Rechners erfordert. Doch sehen wir zunächst mal großzügig über solche kleinen Bugs hinweg. Nach dem Start bekommt man zunächst ein toll gemachtes und höchst dramatisches gerendertes Video zu sehen, das auf die Handlung des Spiels einstimmen soll. Danach wird das Hauptmenü geladen, welches dem Spieler die Auswahlmöglichkeiten KAMPAGNE, LADEN, MULTIPLAYER, NEU SPIELEN, OPTIONEN, CREDITS sowie BEENDEN anbietet. Im Untermenü OPTIONEN lassen sich Anzeige, Sound, Tastaturbelegung, Scrollgeschwindigkeit, Mausempfindlichkeit usw. einstellen. Durch Anwahl des Punktes NEU SPIELEN hat man die Möglichkeit jede bereits absolvierte Mission noch einmal zu spielen. LADEN, CREDITS sowie BEENDEN bedürfen keiner weiteren Erklärung. Der Mehrspieler- Modus von Conflict Zone bietet zwei Spielmodi. Zum einen den Netzwerkspielmodus, bei dem man Netzwerkspiele eröffnen oder ihnen beitreten kann und zum anderen den Kampfmodus, bei dem man selbst ein Spiel eröffnet und gegen computergesteuerte Gegner antritt. Das Spiel verfügt über zwei Einzelspieler- Kampagnen, die aus jeweils 16 aufeinanderfolgenden Missionen bestehen und in den Schwierigkeitsgraden LEICHT, MITTEL und SCHWER absolviert werden können. Der Schwierigkeitsgrad kann allerdings im Verlauf der Kampagne noch nachträglich vom Spieler geändert werden. Außerdem werden noch einige Übungsmissionen angeboten, die den Spieler mit der Steuerung vertraut machen sollen. Nachdem ich Sound und Grafik nach meinen Vorlieben eingestellt habe, beginne ich also mit den Übungsmissionen. Hier wird zunächst das Bewegen und Auswählen von Einheiten sowie die Navigationsmöglichkeiten auf der 3-D Karte erklärt. Hierbei fällt die ungünstige Steuerung auf. Zieht man die Maus an den oberen oder unteren Bildschirmrand, so scrollt das Bild nicht, sondern man verändert den Höhenwinkel der Kameraposition. Gescrollt wird über die Pfeiltasten. Glücklicherweise lassen sich verschiedene Steuerungskonfigurationen über die Tasten F2-F4 aufrufen, so dass man diese unvorteilhafte Vorgabe nicht zu benutzen braucht.

Sodann wird der Aufbau einer Basis und die Verwaltung derselben erklärt. Hier fällt das unübersichtliche Menü negativ auf. Genre-typisch kostet das Errichten von Gebäuden, sowie die Produktion von Einheiten, Punkte. In diesem Spiel werden diese als Kommandopunkte bezeichnet, (in anderen Spielen schlicht als Dollars). Eine besondere Bedeutung hat in diesem Spiel die eigene Popularität. Da die Medien immer vor Ort sind und über jede ihrer Aktionen berichten, steigt und fällt die eigene Popularität durch die Aktionen, die man ausführt. Wichtig ist dies insofern, da sich einige Technologien nur ab einer bestimmten Popularitätsstufe nutzen lassen. Ein weiterer interessanter Punkt sind die Kommandeure, die man ab der sechsten Mission zugeteilt bekommt. Kommandeure haben in diesem Spiel folgenden Zweck: Man kann einem Kommandeur Aufgaben übertragen, die dieser dann selbstständig ausführt. Dadurch kann man dann z.B. zwei Angriffe gleichzeitig führen oder sich auf seinen eigenen Angriff konzentrieren, während der Kommandeur dafür sorgt, dass die eigene Basis weiter ausgebaut wird und weiterhin Nachschub an Truppen produziert wird. Je nach Auswahl der Seite stehen dem Spieler maximal 9 bzw. 10 verschiedene Infanterie-Einheiten, wie z.B. Marine, Bazooka, Grenadier (!) , Sanitäter oder Fallschirmjäger zur Verfügung. Außerdem gibt es 11 bzw. 10 verschiedene Typen von Landfahrzeugen, wobei vom Aufklärungs-Jeep bis hin zum Raketenwerfer alles dabei ist. Auch 9 unterschiedliche Luftfahrzeug-Typen, wie z.B. Panzerabwehr-Helikopter, taktische Jäger oder Stealth-Bomber, stehen dem Spieler zur Verfügung. Zu Wasser hat man, je nach Seitenwahl, entweder Raketen-Kreuzer oder Atom-U-Boote unter seinem Kommando. Außerdem lassen sich je nach Seite 18 bzw. 20 verschiedene Gebäudetypen errichten, wobei hier, wie im Genre üblich, unter anderem eine Kommandozentrale, Kasernen, Fahrzeugfabriken, Radarstationen und Abwehrsysteme errichtet werden können.

Nachdem ich mich mit allem vertraut gemacht habe, beginne ich also eine Kampagne. Das Briefing zu den einzelnen Missionen erfolgt in Form, von meiner Meinung nach schlecht umgesetzten, Renderfilmchen eines Generals sowie dessen Assistentin. Besonders fällt mir hierbei die schlechte Synchronisation auf, die mich an eine "Dauerwerbesendung" im TV erinnert, bei denen die Lippenbewegungen der Präsentatoren ja bekanntlich auch nicht besonders gut zum gesprochenen Text passen. Die Texte enden oft abrupt und die letzte Silbe wird verschluckt, außerdem passen die Stimmen irgendwie auch nicht immer zu den Charakteren, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache.

3D-typisch hat der Spieler die Möglichkeit, seine Kamera völlig frei im Raum zu bewegen, sowie stufenlos zu Zoomen. Dadurch kann man seinen Soldaten zwar in die blauen Augen zu schauen, ist aber eher ungünstig, da man so relativ schnell den Gesamtüberblick verliert. Ich wähle lieber eine Vogelperspektive. Wodurch sich wiederum die Infanterie-Einheiten nicht mehr besonders gut voneinander unterscheiden lassen. Doch was soll’s, ich will hier ja keine persönlichen Beziehungen zu meinen virtuellen Kameraden aufbauen, sondern die Jungs an die Front schicken..... Zoomt man nahe an die Einheiten und Gebäude heran, so wirken diese durchaus recht detailliert und sogar einige Tiere, die sich auf der Karte aufhalten, lassen sich beobachten. Allerdings wirkt die Landschaft insgesamt etwas verschwommen und der Boden ziemlich karg, was mich deshalb nicht sonderlich überzeugt.

Während des Kampfes sollte man darauf achten, das man nicht einfach wahllos eine Meute eines bestimmten Typs losschickt, um alles nieder zu mähen, wie es ja eigentlich bei diesem Genre zu erwarten wäre, sondern schon drauf achtet, welcher Einheiten-Typ was angreift. So lassen sich z.B. normale Panzer von einem Hubschrauber mit Raketen ganz locker abschießen, da diese keine Möglichkeit haben sich zu wehren. Deshalb sollte man ein paar Infanteristen mit Luftabwehrgeschossen in der Nähe der Panzer postieren. Diese Berücksichtigung der verschiedenen Einheitentypen und ihren speziellen Fähigkeiten, trägt natürlich zum überlegten Vorgehen des Spielers bei, erweist sich allerdings auch durch die Echtzeit als nicht ganz einfach, da man im Schlachtengewusel nicht immer sofort die passende Einheit für den jeweiligen Gegner findet. Um hier dem Spieler eine Erleichterung zu bieten, gibt es die Möglichkeit einen Kampfverband zu einer Gruppe zusammen zu schließen, und diese Gruppe dann über einen Hotkey auszuwählen. Befinden sich in einer Gruppe Einheiten verschiedener Typen, so wird dies dem Spieler angezeigt, indem für jeden Typ ein kleiner Balken mit der Art der Einheit in der rechten oberen Bildschirmecke erscheint. Durch klicken auf diesen Balken, kann man die Auswahl auf eben diese Einheiten beschränken. Doch nicht nur im Kampfe muss man erfolgreich sein, sondern sich auch noch zusätzlich um die Steigerung seiner Popularität kümmern, was sich als weiterer Stress-Faktor erweist. Dies geschieht z.B. durch die Rettung von Zivilisten aus dem Krisengebiet mittels eines Hubschraubers. Doch schickt man diesen einfach los, so wird der relativ schnell vom Himmel geholt, da sich der Feind mit vorliebe bei den zivilen Dörfern aufhält. Deshalb muss die Gegend zunächst gesichert werden. Hierzu sollte man den Feind unbedingt aus dem Dorf hinaus locken, da ansonsten Zivilisten ins Gefecht verwickelt werden, was sich negativ auf die Popularität auswirkt. Nun gut, so locke ich also den Feind von dem Dorf weg, sichere das Gebiet indem ich die feindlichen Truppen vernichte, schicke den Hubschrauber los, und kümmere mich wieder um meine Truppen. Nach einiger Zeit erklingt die Meldung, dass mein Hubschrauber mit 10 Zivilisten wegen Treibstoffmangel im Dorf abgestürzt ist, was sich natürlich nicht besonders positiv auf die eigene Popularität auswirkt. Na toll, wie realistisch! Welcher echte Pilot ist denn so dämlich, so lange auf der Stelle zu verweilen, bis er abstürzt? Hier hätte ich etwas mehr Intelligenz vom Programm erwartet, da es nur logisch wäre anzunehmen, dass ein vollbesetzter Hubschrauber automatisch die Zivilisten zur Basis bringt oder zumindest vorher landet, wenn der Benzinvorrat zur Neige geht.

Die 3D-Umgebung wird bei Kämpfen mit berücksichtigt, so haben z.B. Einheiten, die sich auf einer erhöhten Position befinden, eine größere Sicht- und Schussweite. Es werden nur Feinde auf der Karte angezeigt, die sich auch im Sichtbereich einer der eigenen Einheiten befinden. Deshalb ist es sinnvoll, zunächst eine Aufklärungseinheit voraus zu schicken, um das Gelände zu erkunden und so den Feind eventuell in einen Hinterhalt locken zu können. Des weiteren hat man die Möglichkeit einzelnen Einheiten Befehle zu geben, was sich aber Aufgrund der bereits erwähnten Unübersichtlichkeit als überflüssiges Feature entpuppt. Conflict Zone hat sicherlich innovative Elemente, wie z.B. Popularitätspunkte, erweist sich aber insgesamt gesehen als irgendwie zu überladen. Das mit dem Realismus ist auch so eine Sache für sich. Einerseits können Panzer gegen Raketen bewehrte Helis nichts ausmachen, was ja "realistisch" wäre, andererseits können aber auch einfache Infanteristen einen Panzer zerstören, zugegeben unter hohen Verlusten, was aber nicht unbedingt als "realistisch" zu bezeichnen wäre. Kann ein "Echtzeit-Spiel" überhaupt realistisch sein? Egal, solange es Spaß macht erübrigt sich diese Frage... oder? Jedenfalls gibt es bereits zwei patches, die "kleinere" Soundprobleme (patch1.1) mit 3,8 MB und Grafikprobleme (patch1.2) mit 4 MB beheben sollen.


Hintergrund: 

Die Story spielt im Jahre 2010 in dem sich die meisten Staaten dieser Welt zu wirtschaftlich- politischen Blöcken zusammengeschlossen haben. Diese Blöcke haben den "International Corps for Peace" (ICP) zum Zwecke der Erhaltung des Weltfriedens ins Leben gerufen. Die restlichen Staaten teilen dieses Anliegen nicht und haben deshalb den Geheimbund GHOST gegründet, um die eigenen politischen und ökonomischen Interessen durchzusetzen. GHOST zögert nicht Krisensituationen zu verursachen, um so die Chancen auf den Weltfrieden zu zerstören. Wer hier nun der Gute und der Böse ist liegt natürlich wie immer in der Ansicht des Spielers.....


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