Systemanforderungen laut Hersteller: Windows 95/98/NT - Pentium 166 MMX - 32 MB Ram - Maus - Windows95/98 kompatible Soundkarte - DirectX - 4 fach CD-Rom Laufwerk - für Netzwerkspiele wird natürlich eine Netzwerkkarte benötigt Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:

Delta Force von Novalogic bringt es voll. Ich habe es nicht eher zur Seite gelegt, bis ich sämtliche Kampagnen komplett durch gespielt habe. Der Spielspaß ist gewaltig und der nette Sonderpreis von nicht mal mehr 30,-DM lässt auch die letzten Ressentiments beiseite treten. Die Grafik könnte zwar durchaus schöner sein, aber die Atmosphäre des Spieles macht dieses Manko mehr als wett. Ich stehe immer noch auf dem Standpunkt: Lieber ein gutes Spielprinzip, als ein grafischer Blender ohne tieferen Sinn. Die Kampagne ist mitreißend und die Missionen sind schon heftig schwer. Aber wer sagt denn das Einzelkämpfer es leicht haben? Delta Force ist mehr Simulation, als Shooter und führt den Spieler an infanteristische Grundlagen heran: Deckung suchen, offene Flächen meiden und immer schön wachsam sein. Lieber einmal zuviel im Dreck gelegen, als für immer.... Noch nie hat mir ein Spiel soviel Spaß im Netzwerk gemacht wie Delta Force. Das bürgt für dauerhaften Spielspaß, denn auch ohne Delta Force begeisterte Freunde in der näheren Umgebung kann man im Internet an zahlreichen Schlachten teilnehmen.



Rezension:

Delta Force von Novalogic ist schon etwas länger erhältlich und nun zum Sonderpreis von knapp 30,-DM zu kaufen. Bei diesem Spiel handelt es sich um eine Art "Einzelkämpfer-Simulation". Der Spieler sucht sich zu Beginn des Spieles ein Konterfei seiner Wahl, wobei auch weibliche Wesen gewählt werden können. Nach einer detaillierten Missionsbeschreibung sollte man sich die richtigen Waffen für die unterschiedlichen Missionen auswählen. Es gibt in der Waffenkammer von Delta Force so überzeugende "Argumente" wie: die MP5 von Heckler&Koch, das M249 SAW Maschinengewehr, den M4 + M203 Karabiner mit Granatwerfer, das M40A1 Scharfschützengewehr und das üble Barret Light .50 cal, ebenfalls ein Scharfschützengewehr, das sich durch enorme Reichweite auszeichnet. Neben diesen Hauptwaffen, von denen jeweils nur eine am Mann getragen werden kann, stehen noch Sekundärwaffen zur Verfügung, als da wären: die High Standard .22 Pistole und die Spec. Ops .45 Pistole. Ein Kampfmesser ist sowieso immer dabei und an zusätzlicher Ausrüstung wird uns Elitesoldaten dann noch die Wahl zwischen so vernichtenden Waffen erlaubt, wie: Sprengstoffe, Claymore Minen, Light Antitank Weapon (LAW) oder doppelter Munitionsvorrat. ( Ich empfehle den vielseitig einsetzbaren M4 + M203 Karabiner, mit doppelter Munition und die High Standard .22 Pistole. ) Im Einsatz verfügt man noch über Handgranaten und ein Zielmessgerät für die Artillerie, die in einigen Missionen angefordert werden kann. 

In der Kampagne wird man von Peru, über den Tschad nach Indonesien, weiter nach Usbekistan und letztlich nach Novja Semlja entsandt, um dort brisante Aufträge für die USA zu erledigen. TOP SECRET versteht sich! Offiziell gibt es sie ja gar nicht....die Delta Force. Ich muß sagen, selten hat mich ein Spiel so gefesselt wie Delta Force. Nicht nur jedes Land hat sein unverkennbares Ambiente, sondern auch nahezu jede Mission ist in sich einmalig. In Peru z.B. surren die Mücken und die bösen Drogendealer rufen sich in spanischer Sprache Kommandos zu. Im Tschad kreisen die Geier über der Wüste und die Feinde sprechen natürlich arabisch oder irgend so etwas.... In Usbekistan klingt alles sehr russisch usw. Das sorgt für eine gewaltige Identifikation mit der Spielfigur und mir ist tatsächlich schon fast manchmal der Schweiß vor Spannung ausgebrochen. Man ist so in seine Spielfigur vertieft, das man unwillkürlich zuckt, wenn man in einen Hinterhalt gerät und es einen soz. erwischt. Perfekt gemacht von Novalogic. Die Grafik ist übrigens in der hauseigenen "Voxelspace-Technik", die Vor-  , aber auch Nachteile hat. Vorteil: das Spiel läuft auch auf Rechnern ohne teure 3D Grafikkarten. Nachteil: Auch in der höchsten Auflösung ist es ziemlich pixelig. 

Begleiten Sie mich nun einmal kurz bei meinem Einsatz im Tschad. Verhängnisvoller Titel der Mission: Exodus. Hoffentlich nicht meiner, sondern der von den miesen Terroristen, welche in einem Wüstenlager eine  Geisel gefangen halten. So, ich schnappe mir meinen M4 Karabiner mit doppelter Munition und los geht´s....ab in den Tschad!

"Hier Bravo (Panzermeyer). Melde mich vom Startpunkt. Ich befinde mich 700 Meter südlich von Objekt Tremor. Ich werde mich jetzt nach Norden in Marsch setzen und durch die Sicherheitslinien der Terroristen schleichen, das feindliche Camp infiltrieren und die Geisel befreien. Ende."  Der Hubschrauber, der mich abgesetzt hat entfernt sich und die Piloten wünschen mir noch "einen schönen Spaziergang durch den Park". Na, die haben´s gut und müssen nicht hier in der Affenhitze im Wüstensand rumliegen. Ich hetze erst mal zwischen die Felsen in Deckung und schon bald verklingt das Motorengeräusch des Helikopters, das mir bis jetzt noch eine gewisse, wenn auch nur emotionelle, Sicherheit gegeben hat. Nun bin ich ganz allein auf mich gestellt und weiß nicht was mich erwartet. Erst mal auf die Übersichtskarte schauen. Aha. Die grüne Linie zeigt mir den Weg zum nächsten Wegpunkt an. Ich werde aber lieber einen Umweg machen, da der direkte Weg keine Deckung bietet. Da hinten ist ein recht hoher Berg den ich besteigen werde, um mir mal die Gegend zu betrachten. Verdammt. Da sind ja schon zwei feindliche Soldaten auf Patrouille! Ich schmeiße mich hin, stelle auf Einzelfeuer und visiere per Zielfernrohr. Bang! Der erste Schuß sitzt! Der zweite Terrorist läuft los. Bang! Daneben. Bang! Treffer. So, die beiden wären keine Gefahr mehr. Ich muß  voll auf der Hut sein, das scheint hier nur so von Terroristen zu wimmeln. Nun aber weiter zum Berg. So, von hier oben habe ich einen schönen Überblick. Ich schaue mal durchs Fernglas. Nanu, wer hockt denn da! Zwei Terroristen in Lauerstellung! Her mit dem M4. Weitere drei Schüsse hallen durch die Stille. Die beiden Banausen segnen das Zeitliche. Irgendwo kreischt ein Vogel. Ich werde nun lieber meine Stellung wechseln und ein weiterer Berg sieht einladend aus. Von dort kann ich meine Route besser übersehen, die ich ja noch zurücklegen muß. Also auf, Marsch, Marsch! Ich renne los und schalte auf Schnellfeuer. Schon kommen mir tatsächlich wieder zwei Terroristen in die Quere. Ein paar kurze Feuerstösse und der Weg ist wieder frei. Ich sprinte in geduckter Haltung den Berg empor. Oben angelangt beginnt plötzlich ein Feuerzauber. Mist. Man muß mich entdeckt haben. Die Kugeln pfeifen mir regelrecht um die Ohren. Ich schmeiße mich hin und versuche die Feinde auszumachen. Keine Chance. Ich sehe nichts, außer den hoch spritzenden Sandfontänen, welche durch die feindlichen Kugeln verursacht werden. Nur weg, nur weg. Ich robbe auf dem kahlen Wüstenberg von einer Steinkuhle zur nächsten. Wenn ich sie doch nur sehen könnte, dann würde ich Ihnen schon einheizen! Da, plötzlich sehe ich in weiter Entfernung eine klitzekleine Bewegung. Zum Glück ist der M4 Karabiner mit Zielfernrohr bestückt. Tatsächlich. Da laufen ja Feinde. Die können zwar nicht auf mich geschossen haben, dazu sind sie noch zu weit entfernt, aber was weg ist, ist weg denke ich mir und sende ihnen meine Kugeln rüber. So, die wären erledigt. Mittlerweile ist das feindliche Feuer auch verstummt und ich begebe mich auf die Suche der Verursacher dieser Ungemach. Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste, murmele ich und robbe langsam über den Berg. Die Augen weit aufgerissen und die Nerven in höchster Anspannung. Der alte Panzermeyer wird doch nicht auf so einem elenden kahlen Berg im Tschad bleiben! Nichts, absolut nichts zu sehen. Und diese Stille! Das ist eindeutig zu ruhig. Nur das Summen des PC-Lüfters verrät mir das ich ja eigentlich nicht im Tschad bin. Allerdings bin ich mir da im Moment nicht ganz so sicher....;-) Ich entschließe mich zu einem beherzten Vorstoß und jage zu einem vorgelagerten Hügel. Nun kann ich mit dem Fernglas schon weit hinten das Terroristencamp erblicken, sowie den ein oder anderen Wachposten. Ich ziele und erwische sogar einen. Die meisten Kugeln treffen aber nicht. Ich bin noch zu weit weg. Vor mir eine ebene Fläche. Da muß ich rüber, um weiter an das Camp zu kommen. Gefällt mir gar nicht, aber ich muß es riskieren. Schnellstens laufe ich über die freie Wüste zum nächsten Fels und von dort besteige ich wieder einen Berg. Aha. Da steht ja schon wieder einer rum. Peng. Nun liegt er. Diese Taktik mit der Bergbesteigung scheint eine gute Idee gewesen zu sein. Jetzt sehe ich auch schon deutlicher das Camp. Sieht total verlassen aus. Das ist bestimmt eine Falle! Sorgfältig schaue ich mit und ohne Fernglas in alle Richtungen, ehe ich mich zum weiteren Vormarsch entschließe. Nach kurzer Zeit stehe ich erneut unter Beschuss, wieder kann ich den Schützen nicht lokalisieren und da nun auch meine Kameraden vom Alpha-Team das Camp angreifen, ist sowieso nicht mehr zu hören, von wo die Schüsse kamen. Alles rattert und knallt. Die Terroristen brüllen sich in einer fremden Sprache (Arabisch???)  Befehle oder sonst was zu. Über Funk vernehme ich die schmerzliche Nachricht, das ein Mitglied des Alpha-Teams getroffen wurde. Von Stille keine Spur mehr! Es ist ein irrer Kampflärm entbrannt. Alles muß nun verdammt schnell gehen. Ich laufe zum Camp, die Kugeln pfeifen durch die Luft. Ich greife ins Kampfgeschehen ein und erledige einige Terroristen, doch meine Stellung ist zu offen und ich muß mich zurückziehen. Plötzlich herrscht abrupt wieder Stille. Das Alpha-Team ist vernichtet. Sch...! Ich schleiche nun auf einer Hügelkuppe entlang und schalte per Zielfernrohr und Einzelfeuer einige Feind aus, so dass nur das knappe Bellen meines M4 die Stille zerreißt. Nun muß ich handeln und stürme vorwärts. Ich will das Camp umgehen und stoße unverhofft auf jede Menge Feinde. Die haben da Jeeps und so´n Zeugs. Ich feuere was das M4 hergibt und das Wechseln der Magazine kommt mir wie eine Ewigkeit vor. Ich kämpfe mich tapfer vor und man könnte durchaus sage: Leichen pflastern seinen Weg.... Nun bin ich tatsächlich mitten im Camp, zwischen Zelten und Steingebäuden. Vor einem Zelt erhalte ich per Funk die Nachricht, das die Geisel hier vermutet wird. Gerade als ich das Zelt untersuchen will und ganz langsam heranrobbe, greifen sehr viele Feinde im Sturmlauf an. Wieder Deckung suchen. Keine Zeit! Nein! Nimm das und das und das......  Ich schieße im Laufen und mit Feuerstößen. Ich überlebe wie durch ein Wunder. Nun muß ich mich wieder zum Zelt vorkämpfen. Diesmal erreiche ich es. Nein, es ist leer! Ich bin zu spät gekommen! "Schnell, schnell, verschwinde!!" brüllt es durchs Funk. "Die Geisel ist abtransportiert worden. Sofort verschwinden!" Oh nein, ich habe versagt. Da stehe ich nun im leeren Zelt. Die Geisel ist weg. Okay. Ich muß los. Dumm gelaufen... Es sollte noch dümmer laufen, denn als ich resigniert vor das Zelt trete, sehe ich mich einer Menge angreifender Terroristen ausgesetzt. Ich bemerke, das ich nur noch ganze 18 Schuss Munition habe! Das ist das Ende! Ich rotze sie trotzig meinen Widersachern entgegen und unwillkürlich nehme ich auch den Finger nicht vom Abzug,  als das Magazin schon leer ist. Dumpf treffen dann die ersten Kugeln mein virtuelles Ego. Die Kugeln durchsieben mich förmlich und reißen mich zu Boden. "Bravo is down! Bravo is down!" ist das Letzte was ich noch vernehme. Süß ist der Heldentod in der Wüste des Tschad....."

Uff! Zum Glück nur ein Computerspiel! Das hat voll was. Ich bin schwerstens begeistert! Das spielt sich ja "wie echt"! Die Atmosphäre kommt voll rüber und es gibt auch nicht, wie in "Shootern" üblich, solch unrealistische Sachen wie: "Extraleben" und  "Waffenupgrades". Nein. Hier ist man halt einfach Soldat. Einzelkämpfer zumal. Was der Soldat braucht, das trägt er eben am Mann! Und ist es dann verbraucht, was Munition ja leider so an sich hat, dann hilft eben nur Einfallsreichtum.... Delta Force ist spitze, macht süchtig und ist jedem zu empfehlen! Allerdings gibt es für "Warmduscher" und Typen die im Sitzen pinkeln auch solch widerliche Optionen, wie: "Power Ups" an! Unfassbar! Ich schwöre, das ich sie noch niemals eingeschaltet habe!! Jedenfalls kann sich hier jeder kleine Loser dann im Sammeln von Kisten mit Munition, Granaten und Erste Hilfe Päckchen üben, statt seinen Mann an der Front zu stehen! Okay, Männer. Bleibt nur noch zu sagen das Delta Force DAS Netzwerkspiel schlechthin ist. Wenn Sie es schaffen Ihre menschlichen Gegner mit dem Messer zu töten oder Ihnen mit der LAW den Kopf vom Hals zu schießen, dann haben Sie es geschafft und sind einer der ganz heißen Typen der Delta Force!


Hintergrund: 

Gibt es sie nun oder gibt es sie nicht? Die Delta Force, die im Auftrag der USA Terroristen in der ganzen Welt bekämpft. Laut Handbuch des Spieles gibt es sie jedenfalls. Sie soll im Jahre 1977 gegründet worden sein und ihre Mitglieder größtenteils aus den "Special Forces Green Barets" und den "U.S. Army Rangers" rekrutiert haben. Als Zivilisten getarnt und ausgerüstet mit den modernsten Waffen, können diese Einzelkämpfer angeblich problemlos in jedem Land der Erde ihre Einsätze absolvieren. Offiziell hat die US Regierung die Existenz der Delta Force jedoch nie bestätigt.


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