Systemanforderungen laut Hersteller: Pentium 200 MHz mit 3D-Hardware-Beschleunigung ODER Pentium 233 MHz mit MMX (Software-Rendering) - Windows95/98 - 32 MB RAM - 4xCD-Rom Laufwerk - DirectX kompatible Soundkarte - Direct 3D kompatible Grafikkarte - 150 MB nicht komprimierter Speicherplatz. Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:  

Force 21 von Redstorm Entertainment - in Deutschland von Take2 vertrieben - wird reine Echtzeit-"Strategie"-Spieler sicher verwundern. Bei Force 21 kommt es nämlich nicht auf das Zusammenrotten von Unmengen an Einheiten und anormale Klick-Reflexe an! Vielmehr wird das Führen moderner taktischer Landgefechte simuliert. Hierbei macht die Echtzeit durchaus Sinn, denn so wird der Spieler die realen Gegebenheiten kennenlernen können. Wichtig ist es, das Zusammenspiel der unterschiedlichen Einheiten zu beherrschen. Force 21 zeichnet sich durch eine einfache Benutzerführung aus und bietet spannende Gefechte, die den Spieler lange fesseln. Gut gelungen ist die 3D Landschaft, in der die Einheiten bewegt werden. Hier kann der Spieler getarnte Hinterhalte legen oder aber selbst in solche geraten. Force 21 bietet Strategiespielern eine hoch interessante Alternative zu den ganzen eher unrealistischen Echtzeitspielen. Bemerkenswert ist, das dieses Spiel in Zusammenarbeit mit dem US-Militär entstanden ist und somit den realen Bedingungen sehr nahe kommen dürfte. Immerhin wurde das Vorwort von keinem Geringeren als einem echten US General geschrieben, der auch bei der Entwicklung des Spieles mitgewirkt hat!



Rezension:

Wieder einmal beweisen die Mannen von Tom Clancy´s Red Storm Entertainment, das sie etwas von Strategiespielen verstehen. Mit Force 21, welches von Take2 vertrieben wird, bereichern sie das Genre durch eine recht interessante Konfliktsimulation. 

Steigen wir gleich mal in das Spiel ein, denn es ist sehr zugänglich und herrlich einfach zu bedienen. Der Spieler führt seine in Züge gegliederten Einheiten nicht nur im Echtzeit-Kampf über die recht gut gemachte 3D Landschaft, sondern ist auch für die Planung der Einsätze und die Koordination der unterschiedlichen Waffengattungen zuständig. Um es gleich am Anfang zu sagen: Die Echtzeit macht hier  Sinn, da Force 21 kleine Bodengefechte simuliert, wie sie sich tatsächlich im Jahre 2015 zutragen könnten. Die Errichtung von Fabriken und das Ansammeln von Massenheeren, was in anderen Echtzeitspielen bis zum Exzess zelebriert wird, findet hier berechtigterweise nicht statt! Die Menge der Einheiten ist überschaubar, so dass es tatsächlich möglich ist eine vernünftige Planung und die anschließende Koordination der Einheiten auch zu bewältigen.

Zuerst hat der Spieler die Wahl zwischen den beteiligten Kriegsparteien, als da sind USA/Kasachstan und Volksrepublik China. Jede Seite hat selbstverständlich differente Waffensysteme, mit den ihnen eigenen Vor- und Nachteilen. Insgesamt werden 42 Einheiten simuliert. Diese teilen sich wie folgt auf: 6 Kampfpanzer, je zwei pro Nation - 5 motorisierte Kampffahrzeuge: 2 USA, 2 Kasachstan, 1 China - 9 leichte Fahrzeuge: 3 USA, 2 Kasachstan, 4 China - 3 Fahrzeuge elektronischer Kriegführung, je eine pro Nation - 5 Pionierfahrzeuge: 2 USA, 2 Kasachstan, 1 China - 3 Artillerie: je eine pro Nation - 4 Logistik Fahrzeuge: 2 USA und 2 desselben Typs bei Kasachstan und China - 2 Luftunterstützung: 1 USA, 1 China - 5 Hubschrauber: 2 USA, 1 Kasachstan, 2 China.

Das Spiel beginnt mit der Einsatzbesprechung. Der Kommandeur Oberstleutnant Talbot erscheint in Form eines Fotos am linken unteren Monitorrand und gibt in einem Textfeld die Situation und den Auftrag bekannt. Eine Einsatzkarte verrät dem Spieler die Topographie des Schlachtfeldes und den Standort der ihm zugewiesenen Truppen. Leider ist diese Einsatzkarte nicht sehr hilfreich, da sie viel zu oberflächlich gehalten ist. Ich hätte mir hier wesentlich mehr Informationen gewünscht, wie z.B. Namen und Lage von Ortschaften oder markanten Punkten. Nach der Lagebesprechung beginnt die "Setup"-Phase. Dem Spieler stehen einige Zugführer mit den unterschiedlichsten Eigenschaften zur Verfügung. Insgesamt 40 Charaktere kommen im Spiel vor. Sie unterscheiden sich nicht nur durch ihre Portraitfotos und Namen. Es gibt für jede Waffengattung ausgebildete Zugführer, also Panzermänner, Aufklärer und Pioniere etc. Diesen sind verschiedene Werte für "Verlegen", "Kampf" und "Entdecken" zu eigen. (An dieser Stelle muß ich auch mal auf die unzulängliche deutsche Übersetzung eingehen, die ich hiermit bemängele! "Verlegen" sollte wohl besser mit "Bewegung" oder "Stellungswechsel" beschrieben werden. Weiterhin finden sich zahlreiche Übersetzungs- und Rechtschreibfehler in dem Spiel, welche mich doch hin und wieder zum Schmunzeln brachten.) Jedenfalls ist es sinnvoll die Zugführer für seine Fahrzeuge mit Bedacht zu wählen, denn sie tragen natürlich  in gewissem Maße zum Gelingen oder Scheitern eines Einsatzes bei. Bevor es nun direkt zu der Kampfsimulation geht, noch ein schnellen Blick auf die Information. Die aus der Einsatzbesprechung bereits bekannte Karte wird nun etwas größer dargestellt und in einem Textfenster berichtet uns Kamerad Jakes über aktuelle Vorkommnisse. Jetzt kann der Einsatz beginnen. 

Der Hauptteil des Monitors zeigt die 3D Spiellandschaft. Rechts haben wir die Menüleisten, sowie eine Übersichts- und Sprungkarte und unten die Infos über den angewählten Zug. Die Züge sind durch Klick auf den jeweiligen Buchstaben anwählbar, also A, B oder C usw. anklicken und schon erscheint unten das Bild des Zugführers mit den von ihm befehligten Fahrzeugen. Ein Zug kann eine von vier Formationen bilden: Linie, Kolonne, Keil und umgekehrter Keil. Es können auch drei verschiedene Feuerbefehle definiert werden: Feuern bei Bedarf, Feuern nur erwidern und Feuern nur auf direkten Befehl. Die einzelnen Fahrzeuge eines Zuges können auch untereinander ausgetauscht werden und anhand der Statusleiste kann der Zustand des Fahrzeuge überprüft werden. Grüner Balken = alles okay, bis hin zu rot = vernichtet. Das Zugbefehlsmenü bietet folgende Befehle: Bewegen, Patrouillieren, Stop,  und Sammelpunkt aufsuchen. Je nach Art des Fahrzeugs gibt es noch Sonderbefehle: Tarnung anbringen und Befestigen. Weiterhin können Brücken errichtet, Minenfelder gelegt, die Flughöhe der Helikopter festgelegt oder Artillerieschläge befohlen werden. Es gibt auch spezielle Fahrzeuge mit Störsendern, die eine Radarentdeckung erschweren oder erleichtern, je nach Einsatztyp. 

Das Spielgeschehen kann recht schnell verlaufen und die Fahrzeuge brummeln in unterschiedlichen Tempi über die hügelige und teils bewaldete 3D Landschaft. Die Wegfindungsroutinen könnten besser sein, denn hin und wieder rammen sich die Fahrzeuge. Das macht ihnen zwar nichts aus, kann aber ärgerliche Zeitverluste verursachen. In der deutschen Version, die man übrigens problemlos mit dem letzten patch 1.01 updaten kann, werden Befehlseingaben von einem Sprecher kommentiert. Der gute Mann hat sicher eine gesamte Packung Kaugummi im Mund gehabt, denn der breite Ami-Dialekt ist schon für den ein oder anderen Lacher gut. Die Gefechte sind spannend und besonders die Raketen ziehen effektvoll ihre Bahnen durch den virtuellen Himmel, bevor sie krachend auf dem Zielobjekt niedergehen. Welches dann meistens explodiert und mit dunkler Rauchwolke abfackelt. Der Schwierigkeitsgrad ist gar nicht so einfach und deshalb wird der Spieler an Force 21 recht lange seinen Spaß haben können. Nachdem beide Kampagnen siegreich beendet wurden, kann dann das Gelernte in den Mehrspielergefechten erprobt werden, welche ebenfalls unterstützt werden.


Hintergrund:  

In diesem Spiel wird das TOC (Taktisches Operations Zentrum) der US Armee simuliert. Mittels dieser Zentren werden taktische Einsätze geplant, überwacht und koordiniert. Der Spieler erhält genau die Informationen, welche auch ein realer Kommandant erhalten würde. Das fiktive Szenarium des Konfliktes lässt sich kurz schildern: Die kommunistische Volksrepublik China attackiert die Republik Kasachstan, um an die dortigen Ölquellen zu gelangen. Das kann die Supermacht USA nicht dulden und greift auf Seiten der Kasachen in den Krieg ein. Der Spieler kann sich nun für die Partei seiner Wahl entscheiden und entweder für die USA/Kasachstan oder für die Volksrepublik China in den Kampf begeben. Letztendlich ist das fiktive Szenarium aber nur Beiwerk für die Simulation moderner Gefechtsführung, so wie sie schon in kurzer Zeit Wirklichkeit werden könnte. Man könnte das Spiel auch als virtuelles Training für angehende Offiziere der TOC ansehen, denn es wurde in enger Zusammenarbeit mit dem US-Militär entwickelt.


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