Windows95/98 - Pentium 200 (Pentium 233 ohne 3D-Karte) - 32 MB RAM - Windows kompatible Soundkarte - Direct3D-kompatible Grafikkarte - 4fach CD-ROM Laufwerk - 55 MB Festplattenspeicher - Maus - Tastatur - unterstützt 3D-Beschleunigerkarten. Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:  

Ground Control ist das bemerkenswerte Erstlingswerk der schwedischen Programmierer von Massive Entertainment. Sierra hat hier wieder einmal den richtigen Riecher gehabt und kann sich über einen Topp-Titel mehr im Produktportfolio freuen. Echtzeitkampf ohne Aufbaukomponente, aber dafür mit voller 3D Grafik ist ein Teil des Erfolgsrezeptes.

Der zweite Teil kommt durch die weitreichenden taktischen Möglichkeiten zustande. Diese wiederum setzen sich grob auch aus zwei Komponenten zusammen: 1. Lernfähige Squads mit unterschiedlichen Waffensystemen, Panzerungen, Bewegungsbefehlen, Möglichkeiten der Konfiguration und....und....und.... 2. Der direkte Einfluss des Geländes auf den Kampf. Eine starke Story, gelungene Benutzerführung, einfache Zugänglichkeit, Mehrspieleroptionen und eine hammerstarke Grafik runden das Gesamtbild ab. Ground Control lohnt sich. 



Rezension:

Ground Control von Massive Entertainment ist Sierras 3D-Echtzeitstrategie-Hammer. Die Devise des Spieles steht schon oben auf der Packung: Action statt Aufbau! Folglich müssen weder Basen errichtet oder irgendwelche Mineralien eingesammelt werden. Als Kommandeur unterstehen dem Spieler Kampfeinheiten, die er zu führen hat. Diese Einheiten (Squads) lassen sich in vier Kategorien einteilen, wenn man die Sonderstellung des Kommandowagens einmal außer Acht lässt. ( CC steht für Craven Corp. und ND für den Orden der Neuen Dämmerung, den beiden im Spiel vorkommenden Parteien): 

 

1. Infanterie

2. Angriff

3. Support

4. Aerodyn

CC

ND

CC

ND

CC

ND

CC

ND

Soldat

Kreuzritter

Heuschrecke

Apus

Feuerwerk

Lacerta

Falke

Lyra

Jäger

Templer

Schakal

Bildhauer

Ozelot

Pavo

Geier

Phönix

Wolf

Luchs

Hog

Sagitta

Delta

Draco

Grizzly

Volans

Orion

Kondor

Bevor es allerdings zu den fulminanten Gefechten dieser Squads kommt, sollte der gewissenhafte Kommandeur die vorbildlichen Einführungsmissionen (Tutorials) durchspielen. Hier werden ihm Schritt für Schritt die Steuerung der Einheiten, der Umgang mit der strategischen Karte und diverse Taktiken beigebracht. Diese Übungsmissionen sind wirklich super gemacht und führen den Spieler perfekt in das Spielgeschehen ein. 

Danach geht es nahtlos in die erste Kampagne über, wobei noch der Schwierigkeitsgrad festgelegt werden kann. Interessant ist die durchdachte Steuerung, die man sich auch für andere Spiele wünschen würde. Da Ground Control vollständig in 3D gehalten ist, hat der Spieler enorme Betrachtungs - und Bewegungsmöglichkeiten, die mittels Mausbewegungen und Tastatur gesteuert werden. Den Mauszeiger an den rechten oder linken Monitorrand gebracht, lässt die Ansicht in die entsprechende Richtung drehen. Bewegt man den Mauszeiger nach oben oder unten, so blickt man in den Himmel bzw. auf den Boden. Mittels Pfeiltasten bewegt man sich auf der Karte vor, zurück, nach links oder rechts. Die Bildauf - und Bildabtasten zoomen schrittweise ins Spiel herein bzw. aus ihm heraus. 

Jede  Squad erscheint sowohl als Einheit auf dem Schlachtfeld, als auch als anklickbares Symbol am unteren Monitorrand, was die Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit erhöht. Aktivieren kann man einzelne Einheiten oder - durch "Umziehen" mit gedrückter Maustaste - auch mehrere, was ja Standard im Genre ist. Natürlich kann man einzelnen oder zusammengefassten Einheiten auch Ziffern zuteilen, so daß sie nicht ständig neu zusammengestellt werden müssen. Dieser sinnvolle Standard ermöglicht ein schnelleres und leichteres Vorgehen in der Aktion. Die Squads können nicht nur verschiedene Kampfformationen annehmen, als da sind "Reihe", "Würfel" und Säule", sondern gehorchen auch differenzierten Bewegungs- und Angriffsmodi. Je nach Auftrag sollte der richtige Modus auch befohlen werden. Bsp.: Offensiv - Defensiv -Position halten sind die drei selbst erklärenden Bewegungsmodi. Das sind aber nicht die einzigen taktischen Möglichkeiten der Squads. Der Kommandopanzer (KPW) kann z.B. Infanteriesquads transportieren und alle angeschlagenen Einheiten wieder auffrischen. Jede Squad weist ein kleines Balkendiagramm auf, das den Zustand der Einheit anzeigt. Je weniger von diesem Balken zu sehen ist, desto angeschlagener ist die Einheit. Der KPW zur rechten Zeit in die Nähe der zerrütteten Squad gebracht, rettet diese vor dem Untergang. Dazu muß nicht extra ein Befehl gegeben werden, sondern die hübsch animierte Heilungsprozedur (britzelnde Strahlen) läuft automatisch ab. Es ist also von entscheidender Bedeutung, seinen Kommandowagen nicht zu verlieren! Der Verlust des Kommandowagens besiegelt dann auch unweigerlich das Ende der Mission. Da der Spieler keine Einheiten produzieren kann, sondern mit den ihm zugeteilten Squads kämpft, müssen diese vor dem endgültigen Untergang bewahrt werden. Die Kampagne gliedert sich in einzelne Missionen, wie es bei dieser Art von Spielen ja üblich ist. Eine packende Story fehlt natürlich nicht, so daß für Motivation gesorgt ist. Weiterhin werden die Squads, denen man eigene Namen zuteilen kann, auch von Schlacht zu Schlacht besser. So entsteht wieder dieses tolle Gefühl der Zusammengehörigkeit zwischen dem Spieler und "seinen Jungs", auch wenn es nur virtuelle Kameraden sind. Die Geländebedingungen innerhalb der Kampfzonen sind sehr unterschiedlich und haben direkten Einfluss auf das Spielgeschehen. In dunklen Ecken kann man seine Einheiten z.B. sehr gut verstecken und einen Hinterhalt aufbauen. Erhöhte Schußpositionen sind vorteilhafter als niedrige usw. usf. Die 3D Landschaft sieht gut aus, wenn sie auch nicht unbedingt eine üppige Vegetation aufweist. Vor einer Mission hat der Spieler noch die Möglichkeit seine, aus maximal 12 Squads bestehende, Angriffstruppe nach seinen Wünschen zusammenzustellen. Einzelne Squads können zusätzlich auch noch konfiguriert werden, d.h. die Werte für Feuerkraft, Panzerung, Reichweite und Geschwindigkeit variieren etwas, je nachdem für welche Konfiguration man sich entscheidet. Angeboten werden folgende vier Varianten: Ausgeglichen, Offensiv, Defensiv und Späher. Je nach Typ, verfügen einige Einheiten auch noch, neben ihrer Standardbewaffnung, über Spezialwaffen und Spezialausrüstung. Diese Spezialwaffen bzw. - ausrüstungen sollten im Kampf gezielt und mit Bedacht eingesetzt werden, da die Munition oder Menge begrenzt ist. Ground Control entfaltet bei den Kämpfen eine enorme Grafikpracht. Es flackert, blitzt und faucht in allen Farben. Die dargestellten Gebäude und Einheiten sind sehr detailliert. In grafischer Hinsicht braucht dieses Spiel die Konkurrenz nicht zu fürchten. Die Vielzahl der taktischen Möglichkeiten und das aktionsgeladene Spielprinzip machen Ground Control zu einem bemerkenswerten Echtzeit-Strategie Erlebnis. 

Auch wenn die beiden Kampagnen durchgespielt sind, wird mit Ground Control keine Langeweile aufkommen, denn es gibt ja noch die Mehrspielermöglichkeiten im LAN oder Internet.

Sollte das nicht reichen, so kann der Ground Control "Süchtige" sich jetzt auch für schlappe 9,95 DM die offizielle Erweiterung zu dem Spiel anschaffen. Titel: Ground Control - Dark Conspiracy. Die Erweiterung läuft aber nur zusammen mit dem Hauptprogramm. Was wird geboten? Nun, eine ganze Menge: 1. Eine völlig neue Partei mit neuen Waffensystemen. 2. Neue Waffensysteme für die beiden vorhandenen Parteien. 3. Neue Umgebungen 4. 15 Missionen für Einzelspieler und 5. Umfangreiche Mehrspieler-Modi und Karten.


Hintergrund:  

Wenn zwei Parteien sich um eine Sache streiten kommt es zum Konflikt. Im Falle von Ground Control sind es die beiden konkurrierenden Machtblöcke "Crayven Corporation" und "Orden der neuen Dämmerung", die sich um den Planeten "Krig-7B" prügeln. Ein nicht gerade neues Szenarium eines dritten Weltkrieges, der unseren schönen Planeten Erde fast vollständig vernichtet hat, dient als Hintergrund des Spieles. In der Zeit nach dieser Katastrophe kam es zu neuen Machtstrukturen. Zwei dieser Machtstrukturen sind die genannten Parteien, die bei der Besiedelung des Universums aneinander geraten. Ein gigantisches Wirtschaftsunternehmen kämpft gegen eine universelle Glaubensgemeinschaft. Jede Partei hat natürlich ihre eigenen Einheiten, die sich nicht nur in grafischer Hinsicht voneinander unterscheiden. Möge der Kampf um die Macht auf Krig-7B beginnen....


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