Systemanforderungen laut Hersteller: Minimal P133, Empfohlen, Pentium 166, 32 MB RAM, 8x CD-ROM, WIN95/98, min. 2MB SVGA Grafikkarte, DirectX6.0 Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:  

Jagged Alliance 2 lockt mit der Detailverliebtheit und perfekten Graphik, die sich wargamer immer für ihre Spiele wünschen, so daß ein Seitensprung zu diesem Spiel sehr verlockend ist.Ohne Zweifel bringt das Spiel Spaß und gerade für Spieler, die Rollenspiel- und Abenteuer - Elemente mögen, ist Jagged Alliance 2 sicher eine gute Wahl. Puristen des wargame Genres werden das sicher nicht unbedingt nachvollziehen können und sollten lieber die Veröffentlichungen von Steel Panthers 4 oder Panzer General III abwarten, wenn sie nicht sowieso zu sehr mit Battle of Britain beschäftigt sind, um Jagged Alliance 2 Beachtung zu schenken.



Rezension:

Nach dem Introfilmchen ala Hollywood ist man emotionell auf die Befreiung Arulcos bestens eingestimmt und generiert auch gleich fleißig und wahrheitsgetreu sein virtuelles ich. Die Fragen dazu kann sich nur ein Psychater erdacht haben, denn ich habe selten so herzhaft gelacht. Wirklich mal eine originelle Idee, dieses B.S.E. ( Bundesinstitut zur Söldner Evaluierung )! Nachdem man nun vom Vorschuß zwei Billig-Söldner angeheuert hat, wird man mit diesen beiden Jungs auch gleich per Heli in Feindesland eingeflogen. In Echtzeit bewegt man sich durch das zerbombte Städtchen der Rebellen. Trifft man auf Feinde wird das Spiel endlich interessant, denn vorbei ist es mit der Echtzeit und nun beginnt der rundenbasierte Kampf.

Jeder Söldner hat, entsprechend seinen Eigenschaften, eine gewisse Aktionspunktzahl. Dieser Wert verkleinert sich durch Aktionen jedweder Art. ( Bsp.: ein Söldner hat 20 AP. Er könnte für 20 AP in Deckung laufen oder Feinde beschießen oder....oder...oder...). Jede Aktion kostet also eine gewisse Anzahl von Punkten. So werden verwundeten Söldnern AP abgezogen oder man kann zum genaueren Zielen auf Feinde, weitere AP´s in Anspruch nehmen, um so die Wahrscheinlichkeit eines Treffers zu erhöhen etc... Das ganze Punkte-System ist sehr gut ausbalanciert und perfekt umgesetzt. Sehr gut gefällt mir auch die Tatsache, das nur Feinde dargestellt werden, die die eigenen Söldner auch wirklich sehen können. Sieht ein Teammitglied einen Feind und ein anderes Teammitglied nicht, so wird der Feind für den sehenden Söldner normal gezeigt, wählt man den "nicht-sehenden" Söldner an, so ist der Feind schwarz gefärbt. Die Waffen sind so zahlreich vertreten, das ich sie unmöglich alle aufführen kann. Unbedingt mit dem erweiterten Waffenmodus spielen, denn nur so kommt man auch in den Genuß dieser Option! Sicher wird die Munitionsbeschaffung ein wenig komplizierter, aber das nimmt man doch gerne in Kauf. Im rundenbasierten Kampf ist neben schießen, schlagen, stechen und werfen eigentlich alles erlaubt. Man kann Verwundete versorgen, einen Schluck aus der Feldflasche nehmen, Schlösser knacken, Türen eintreten, kurz gesagt, es ist alles wie "im richtigen Leben". Besonders gelungen sind die coolen Sprüche der Söldner. Hin und wieder geben sie ihre Kommentare zum Geschehen ab, die ganz nach Charakter des Söldners, sehr unterschiedlich ausfallen( Besonders abgefahren sind die irren Typen von M.E.R.C., ala Razor, Haywire usw.....).

Betrachtet man sich den Rest des Spieles, so fallen die perfekte graphische Darstellung ebenso wie die liebevollen Animationen, sofort ins Auge. Es sind fast alle Details berücksichtigt ( Bsp.: die Söldner werden müde oder bei Verwundungen langsamer und verlieren die Lust) und dadurch gewinnt das Spiel eine hervorragende Atmosphäre. Kritisch anmerken muß man jedoch, daß die Wirkungen der Waffen sicher keinesfalls den wirklichen Tatsachen entsprechen oder haben Sie, verehrter Leser, schon einmal gehört das ein Kopfschuß mit einer Schrot-Pumpgun aus nächster Näher überlebt werden kann? Die Treffer werden auch stark durch einen Zufallswert bestimmt und sind nicht nur von der Treffsicherheit und der Waffe des Söldners abhängig, was man durch geschicktes Speichern der Spielstände, was immer möglich ist, sehr wohl zu seinem Vorteil ausnutzen kann. Jagged Alliance 2 ist sicher kein wargame, auch wenn es sich um rundenbasierte Söldnerschlachten handelt, dennoch könnte es Anfänger des Genres soz. auf den richtigen Weg bringen, da diese rundenbasierten Kämpfe richtig Spaß machen und sehr leicht zugänglich sind. Die "Story" ist natürlich spannend und B-Movie mäßig überzogen dargestellt (besonders Leid tut mir immer Deidranas Prügelknabe, der ja jede Menge Ohrfeigen einstecken muß...), so daß man natürlich unbedingt auch die, sicher abgefahrene, Endsequenz des Spieles erleben will.

Über die "Science-Fiction"-Option (ja, so was gibt es hier auch...) möchte und kann ich mich nicht äußern, denn ich habe sie gleich zu Beginn abgeschaltet, was zum Glück möglich ist. Besonders negativ sind mir die äußerst zahlreichen Bugs aufgefallen, die das Spiel sehr oft zum abstürzen brachten. Immerhin wurde recht zügig der erste patch nachgeliefert und nun läuft das Spiel wesentlich stabiler benötigt aber weiterhin starke Systeme um spielbar zu sein.


Hintergrund: 

In Ermangelung eines echten historischen Hintergrundes muß ich auf die Phantasiegeschichte der Gebrüder Sirotek zurückgreifen, welche zu Beginn des Spieles "Jagged Alliance 2" plakativ erzählt wird. Hier meine Kurzfassung: Ein friedliches "Bananen-Königreich", mit dem wohlklingenden Namen Arulco (nein wirklich keine "Bananen-Republik"!), wird durch eine psychopatische Rumänin, die eine weibliche Reinkarnation Pol Pots zu sein scheint, in die Anarchie getrieben. Der Spieler, soll als harter Söldnerführer mit dem Herz auf dem rechten Fleck, das darbende Land nun von der bitterbösen Tyrannin befreien - gegen Bares, versteht sich.


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