Systemanforderungen laut Hersteller: Windows 95/98 - 133 Mhz Pentium - 4xCD-Rom Laufwerk - 32 MB RAM - 300 MB freier Festplattenplatz - 100% Windows95/98 kompatible Maus - 100% Windows 95/98 kompatible Soundkarte - Grafikkarte muß 16-bit Grafiken mittels DirectDraw darstellen können - DirectX2.0 - Lautsprecher Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:

Da kommt Freude auf! Mit Jagged Alliance 2: Unfinished Business von Sirtech hat Innonics einen dicken Fisch an der Angel. Die Fortsetzung dieses gelungenen Spielprinzips, welches die Schnelligkeit der Echtzeit mit der Überlegenheit der rundenbasierten Strategie verbindet, lohnt sich. Die Veränderungen gegenüber dem Vorgänger erfinden das Rad zwar nicht neu, bringen aber jede Menge Spaß und sorgen für spannende Gemetzel. Die bewährte Grafik macht immer noch einen guten Eindruck, hätte aber auch heutigen Standards angeglichen werden können. Ungewohnt sind die neuen Stimmen der Söldner. Schade das die alten Sprecher nicht wieder verpflichtet werden konnten. Fans der Jagged Alliance Serie werden mit den Unfinished Business aber nicht enttäuscht werden, denn insgesamt gesehen ist es eine gelungene Fortsetzung. Gerade auch für neue Söldnerführer ist Jagged Alliance 2: Unfinished Business hoch interessant, denn sie erhalten ein knackiges Spiel mit reichlich taktischem Tiefgang. Erfreulicherweise ist die Benutzerführung aber kinderleicht, so daß einem ungetrübten Spielspaß nichts im Wege steht!



Rezension:

Mit Jagged Alliance 2: Unfinished Business kommen die coolen Söldner wieder auf den heimischen PC zurück. Wieder einmal haben die kanadischen Software-Entwickler von Sirtech zugeschlagen und die Erfolgsserie weitergeführt. In Deutschland wird Jagged Alliance 2: Unfinished Business von dem jungen Publisher Innonics aus Hannover vermarktet. Wer die Jagged Alliance Serie kennt, insbesondere Jagged Alliance 2, der kann sofort loslegen, denn die "nicht beendeten Geschäfte" basieren auf derselben taktischen Engine. (An dieser Stelle möchte ich auf das Review über Jagged Alliance 2 hier auf dem Grenadier.de verweisen.) 

Allerdings unterscheidet sich Jagged Alliance 2: Unfinished Business schon ein wenig von dem Vorgänger. Bevor ich auf diese Unterschiede eingehen werde, muß aber noch klargestellt werden, das zum Spielen der neuen Ausgabe keine Vollversion des Vorgängers benötigt wird. Also Jagged Alliance 2: Unfinished Business ist kein Addon im eigentlichen Sinne, sondern ein für sich alleine laufendes Spiel. Da sind wir dann auch gleich bei dem ersten interessanten Punkt, der besonders eingefleischte Fans freuen dürfte: 

1.: Söldner aus Jagged Alliance 2 können in das neue Spiel importiert werden, was ich auch sofort gemacht habe! Klappte prima. Ach wie schön, dann brauche ich nicht auf meine mühselig hoch gepäppelten und in zahllosen Spielstunden bewährten Kämpen verzichten! Meine freakigen Typen, ala Razor Lamont und Haywire haben ziemlich lange gebraucht, bis aus ihnen kampfstarke Söldner wurden und außerdem sind sie mir mit ihren abgefahrenen Sprüchen doch schon sehr ans Herz gewachsen. Schön, das ich sie dann wieder in meiner Truppe haben kann - ohne sie wieder durch diverse Trainings- und Kampfstunden fit zu machen.

2.: In Jagged Alliance 2: Unfinished Business hat man es mit einem ziemlich anderen Spielprinzip zu tun: Schluß mit dem Trainieren von Milizen. Schluß mit der Verteidigung von einträglichen Minen. Jetzt geht es nur noch um den Kampf und um taktisches und vorwärts gerichtetes Vorgehen. Das Spiel an sich ist zwar etwas kleiner im Umfang, dafür aber wesentlich intensiver. Die Spieldauer wird zwischen 30 und 55 Stunden angegeben, wobei das immer sehr relative Werte sind. Ich wage zu behaupten, das man wesentlich länger Freude an diesem Spiel hat, denn selbst bei leichtem Schwierigkeitsgrad ist es wirklich kein Spaziergang.

3.: Der neue Iron Man Modus ist eine Wahloption für die ganz harten Recken, denn wird dieser Modus gewählt, dann ist es vorbei mit dem ständigen Abspeichern von Spielständen. Natürlich kann das Spiel aber auch mit den vollen Speicherfunktionen gespielt werden, wie man sie bisher kannte. Insgesamt gibt es, inkl. des Iron Mann Modus, nun 6 Schwierigkeitsgrade, die es alle ganz schön in sich haben.

4.: Neue Errungenschaften im taktischen Kampf geben dem Spieler mehr Übersicht: Drückt man die F -Taste, dann erhält man Infos über die Reichweite der Waffe des aktuell gewählten Söldners. Drückt man die DEL -Taste, dann zeigt die Cursor Position in diversen Farben die Deckung für den gewählten Söldner an. So kann man einfacher eine sichere Position für seine Lieblinge finden. Grün: Beste Position mit voller Deckung bis hin zu Rot: Voll im Schußfeld des Gegners. Natürlich werden diese "Berechnungen" nur mit den bereits entdeckten Feinden vorgenommen, so daß es einem durchaus passieren kann, das eine vermeintlich sichere Position sich als üble Falle entpuppt.... Auch die Taste END hat nun eine Funktion erhalten: Sie gibt Infos über die LOS (Line Of Sight = Sichtlinie) des gewählten Söldners. Auch hier geben Farben an, was gesehen werden kann. Angefangen bei - Grün: Von dieser Position aus wird garantiert ein Feind gesehen, wenn denn einer kommt - bis hin zum - Rot: Dein Söldner wird aber auch gar nichts sehen - wird es wieder Abstufungen geben. Mit den Tasten - (Minus) und + (Plus) wird man innerhalb dieser Auswahl die Menge der Infos verringern bzw. vergrößern können. Die G -Taste wird bei nächtlichen Auseinandersetzungen den Lichtkegel um die Söldner herum abschalten. Sie Tastenkombination CTRL + T verändert den Hintergrund für die Bildschirm Mitteilungen.

5.: Die Feinde langen nun eine ganz gewaltige Schnitte härter zu, als man es bisher von ihnen gewohnt war. Nicht nur, das sie in Massen auftauchen, nein sie rennen auch nicht einfach mehr blind ins Feuer. (Wie ärgerlich ;-)  Nun muß sich der gewiefte Söldnerführer schon ordentlich abmühen, um ein paar Stiche landen zu können. Diese miesen Knochen sind schon zu Beginn mit modernsten Waffen ausgerüstet und begeben sich bei Angriffen in sichere Positionen. Dann gilt es, sie durch geschickte Positionierung der eigenen Kämpfer aus ihren Verstecken zu schießen. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn wenn die Feinde in der Überzahl sind, ist man schnell selbst der Umzingelte. 

6.: 10 neue Charaktere und ebenfalls 10 neue Waffen erfreuen den Spieler in 20 neuen Sektoren. Für die besondere Atmosphäre dieses Spieles war auch gerade immer der Sound und die absolut coolen Sprüche der Söldner maßgeblich mitbestimmend. Die deutsche Version von Jagged Alliance: Unfinished Business enthält nun 75 verschiedene Stimmen. Das ist wirklich eine Menge, aber da die vorige Version einfach perfekt lokalisiert war und man sich schnell und gerne an perfekte Dinge gewöhnt, so empfindet man die neuen Stimmen anfangs schon als extrem ungewohnt. Richtig gestört hat mich, das meine eigene Spielfigur stottert! Was ist das denn für ein Söldner, der bei Feindberührung plötzlich zu stottern beginnt? Weicheier haben hier doch nix verloren oder? Entweder der Sprecher hat tatsächlich dieses kleine Sprachproblem oder aber, was ich eher vermute, es soll dem Spiel eine "witzige" Note verleihen. Meiner Meinung nach ist ein stotternder Held aber irgendwie nicht so witzig, da gefielen mir die ultra-coolen Typen des Vorgängers schon besser. Der Spielwitz kam gerade durch diese überzogene "Coolheit" zustande. Naja, wer den Vorgänger nicht kennt, der wird diese Probleme sicher nicht unbedingt haben. Jedenfalls ist es immer ziemlich schwierig sich mit neuen Stimmen für bekannte Personen anzufreunden, das gilt nicht nur für synchronisierte Filme, sondern auch für virtuelle Söldner. Immerhin hat man hier wirklich versucht an den Vorgänger anzuschließen, was ich durchaus anerkenne.  Das dies ein extrem schweres Unterfangen werden wird, war eh klar, denn ich kenne kaum ein besser lokalisiertes Spiel als Jagged Alliance 2, den direkten Vorgänger dieses Titels. 

7.: Nun ist ein Editor auf der CD-Rom enthalten, mit dem man komplette Karten generieren lassen kann. Natürlich kann der ambitionierte Spieler damit auch die Anzahl und das Verhalten der Gegner festlegen.

Des Weiteren bleibt noch anzumerken, daß die Söldner nun für einen Einmalbetrag zur Verfügung stehen und die Auswahl der eigenen Spielperson (leider) ohne die witzigen Fragen des abgefahrenen Psychotests erfolgt. Wie bekommt man denn nun die Knete, um sich auch mal neue Söldner zulegen zu können? Ganz einfach: man gehe dem Sammeltrieb nach! Schnappe Dir immer die Waffen und Ausrüstungsgegenstände der erledigten Feinde. Behalte das, was Du brauchst und verkaufe den Rest. Schon hat man Bargeld! Diese lachenden Scheinchen können dann dazu genutzt werden weitere Söldner anzuwerben, bzw. gefallene Kameraden zu ersetzen.....

Jetzt noch ein paar Takte zum Spielprinzip. Es soll ja tatsächlich noch Leute geben, die noch nie Jagged Alliance gespielt haben....Unglaublich! Also aufgepasst Leute: Maximal sechs Söldner bilden eine Truppe, wobei natürlich mehrere solcher Trupps unterhalten werden können. Wie viele Söldner man anwerben kann bestimmt einzig und allein das zur Verfügung stehende Geld.  Jeder Söldner kann individuell ausgerüstet werden. Helm auf, Schutzweste an, Feldflasche am Mann etc.. Diverse Waffen können genutzt werden, wobei immer schön auf den Munitionsvorrat geachtet werden sollte! Natürlich passt nicht jede Kugel in jede Knarre, nein, nein. Es ist wie im echten Leben: Jedes Töpfchen benötigt schon sein eigenes Deckelchen, will sagen: In eine 9mm Pistole passen auch nur 9mm Kugeln und in ein 7,62 mm Sturmgewehr passen natürlich auch nur 7,62 mm Patronen. Es gibt noch Handgranaten mit TNT, Rauch oder Säure. Diverse Messer und eine Unzahl unterschiedlicher Waffen. Wichtig ist auch immer jede Menge Verbandszeug dabei zu haben, denn ohne die ein oder Schußverletzung wird es in diesem Spiel nicht abgehen. Die Söldnertrupps werden auf einer strategischen Karte bewegt. Befinden sich Feinde in einem Sektor bzw. andere mögliche Ereignisse könnten stattfinden (Verkauf von Gegenständen etc.), dann springt das Spiel in den Sektor. Zuerst werden die Söldner fein animiert und in Echtzeit durch das Gelände geleitet. Tauchen Feinde auf, dann beginnt der rundenbasierte Modus. Jeder Söldner hat eine gewisse Anzahl von Aktionspunkten, die von seinem Gesundheitszustand und seiner allgemeinen Körperphysik abhängig sind. So gelingt es Jagged Alliance tatsächlich viele unterschiedliche virtuelle Personen zu schaffen, welche einem so richtig ans Herz wachsen. Auf Feinde wird natürlich geschossen und die Trefferwahrscheinlichkeit wird akurat berechnet, wobei man nicht vergessen darf, das es ein Spiel ist! (Wer überlebt schon einen Kopfschuss mit einer Schrotflinte?) Im überwiegenden Maße gelingt es dem Spiel jedoch wirklich überzeugend diese extrem spannenden rundenbasierten Kämpfe zu simulieren, da viele Einzelheiten detailliert dargestellt werden. Besonders toll sind die verschiedenen Schußgeräusche der Waffen. (Ja, Experten erkennen die Waffentypen schon am Geräusch!) Eine Vielzahl von Bewegungsmöglichkeiten stehen den virtuellen Kämpfern zur Verfügung: Laufen, Gehen, Schleichen, Kriechen. Die Söldner kämpfen am Tage und in der Nacht, wobei sie auch von Zeit zu Zeit eine Mütze Schlaf benötigen. Hier wird wirklich an so ziemlich alles gedacht! Das ist super und zieht den Spieler voll in seinen Bann. Besonders lobenswert ist die kinderleichte Bedienung des Programms, so daß tagelange Einarbeitungszeiten entfallen und ein flüssiger Spielablauf garantiert ist. Es ist schon als Kunst zu bezeichnen, wie es einige Spiele Designer immer wieder schaffen, komplexe Spiele, wie z.B. Jagged Alliance 2: Unfinished Business mit einer so einfachen Benutzerführung zu versehen. Das ist genau das was ein Spiel erfolgreich macht! Immer wieder wird so ein Spiel gerne gespielt werden und nicht im Schrank verstauben. In diesem Falle ist zudem noch die Hintergrundgeschichte spannend gemacht und die Kommunikation (Informationen) und Interaktion (Handel etc.) mit weiteren Spielfiguren bringen viel Abwechslung ins Geschehen. Ich wünsche allen viele spannende Stunden mit Jagged Alliance 2: Unfinished Business und verbleibe mit dem Gruß der wargamer: Eine gute Jagd! 


Hintergrund:  

Wir erinnern uns... Das exotische Ländchen "Arulco" wurde vor nicht allzu langer Zeit von einer heldenhafte Söldnertruppe den Händen einer irren Diktatorin entrissen. Leider währt der hart errungene Friede aber nicht lange, da mächtige Wirtschaftsunternehmen ein Auge auf die einträglichen Minen des Landes geworfen haben. Wiederum heißt es das Sturmgepäck zusammengesucht und ab in den Hubschrauber, diesmal in den Nachbarstaat, von dem aus der Angriff auf die frisch befreite Nation ausgeführt werden soll. Aber lesen wir doch einmal den offiziellen Bericht: "Arulco wird erneut von feindlichen Einheiten bedroht. Die Firma Ricci Mining und Exploration, die vor dem Bürgerkrieg die Minen von Arulco betrieben hat, will nun diese Minen zurückerobern. Das Unternehmen hat im Nachbarland Tracona eine Basis errichtet, um von dort einen Raketenangriff auf Arulco zu starten. Enrico Chivaldori, der bei der Befreiung von Arulco dabei war, schickt nun Sie, seinen stärksten Helfer, um die Gefahr von Arulco abzuwenden. Ihre erfahrene Söldnertruppe hat die Aufgabe, die Grenze nach Tracona zu überqueren, die Raketenbasis zu finden, zu zerstören und lebend wieder aus der gefährlichen Mission herauszukommen. Das Schicksal einer ganzen Nation liegt in Ihren Händen, denn Ihre große Kampferfahrung ist Ihr entscheidender Vorteil...."


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