Systemanforderungen laut Hersteller: 133 Pentium - 32 MB RAM - Windows 95/98 - 100% PC kompatibel - 250 MB freier Festplattenplatz - Microsoft kompatible Maus - IPX, IP/TCP LAN und Internet Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:  

Mit Kharkov 42 von HPS steht nun eine umfassende Spielumgebung des Kampfes um Kharkov im Jahr 1942 zur Verfügung. Mit unseren 1500 Einheiten im Feldzugspiel lassen sich umfangreiche Strategien und Taktiken durchspielen. Alles im allem wird auch diese Simulation den Spieler lange an den Bildschirm fesseln. Die PBEM Funktion mit Replay Modus und Verschlüsselung des Passwortes ist vorbildlich und sollte mittlerweile für alle rundenbasierten Spiele zum Standard werden Normalen Internetgames oder auch Netzwerkschlachten stehen nichts entgegen. Kharkov 42 ist gut gerüstet um längeren Spielspass zu garantieren. Um mit den Worten der Börse zu sprechen gebe ich ein Strong Buy aus.



Rezension:

Kharkov 42 ist der 3. Teil der Panzer Campaigns Serie von HPS Simulationen und bisher wohl der Beste.

Das Hauptmenü empfängt uns in gewohnter Manier. Einzig ein Pioniermenüsystem ist neu. Hier können diesen Einheiten Befehle zum Minenräumen, Minenlegen oder zu Brückenoperationen gegeben werden. Ein neues Versorgungssystem wurde ebenfalls integriert. Es gibt nun Einblendungen für eine regionale Versorgung und für ein globales Versorgungssystem. Beim Start des Spieles erscheint eine Auswahl der Szenarien und Feldzüge. Insgesamt werden 27 Szenarien angeboten. Davon einige, die gigantisch sind.

Die volle Kampagne, die 2.Schlacht um Charkov 1942, umfasst einen Kampfraum von sage und schreibe 84500(!) Hexfeldern. Es treten auf einer Fläche 300 mal 280 km 1500 Einheiten zum Kampf an. Diese 1500 Einheiten repräsentieren die sowjetische Südfront und Südwestfront gegen ihren deutschen Gegenpart die Heeresgruppe Süd. Der Spieler kontrolliert Panzer-, Aufklärungs-, Artillerie-, Infanterie-, Fallschirmjäger-, Pionier-, Panzerabwehr-, Flak- und Raketeneinheiten. Zu diesen bataillonsstarken Einheiten gehört jeweils ein Hauptquartier, dessen Einflussphähre die unterstellten Truppen nicht verlassen sollten, da sonst die Effizienz abnimmt. Auch ein Winterszenarium um den 18.Januar 1942 ist enthalten. Die Szenarien reichen von den Winteroffensiven der Roten Armee im Raum Charkov, bis zur deutschen Gegenoffensive , dem Fall "Fridericus", dem Vorspiel zur deutschen Sommeroffensive 1942, Fall "Blau".

Das rundenbasierte Strategiespiel bringt uns das übliche exzellente Scrolling der Landkarte auf den Monitor. Sogar bei der übergrossen Feldzugskarte gibt es kein Flackern des Bildschirmes. Durch Menübefehle lassen sich sehr schnell zusätzliche Infobildschirme auf dem Bildschirm platzieren. Schöne Grafiken der einzelnen Waffengattungen erfreuen unser Auge, per schnellem Tastendruck werden auch die Stärke - und Mobilitätswerte der entsprechenden Einheit aufgelistet. Mit einigen Einstellungen lassen sich sehr schnell wichtige Einheiten finden. Seien es die wichtigen Pioniereinheiten oder unsere unverzichtbaren Artilleriebatterien, die uns Schneisen in die feindlichen Stellungen schiessen.

Ein Zug ist pro Seite in Bewegungs-, Verteidigungsfeuer-, Angriffsfeuer- und Sturmphase unterteilt. Markante Objekte sind deutlich gekennzeichnet. Eingegrabene Truppenverbände, Grabensysteme oder Bunker heben sich deutlich von der Landkarte ab. Dem Spieler ist für seine Bewegungsphase eine künstliche Intelligenz zugeordnet, die ihm bei der Bewegung der einzelnen Einheiten helfen kann. Kurz ein Wegziel des HQ´s markiert und die zugehörigen Truppen gehen automatisch vor. Diese Funktion ist im Spiel jederzeit zuschaltbar. Zudem kann jeder Einheit, die sich nicht im Bewegungsmodus befindet, ein Eingrabungsbefehl erteilt werden. Ein Eingrabunglevel von 20 % sichert diesen Truppen große Vorteile in der Defensive und bringt den Angreifern schwere Verluste, da sie diese Geländepunkte im Sturm nehmen müssen.

Im Gegensatz zum ersten Spiel der Reihe , Smolensk 41, sind neue Streitkräfte im Süden Russlands vertreten. Ungarische, italienische und rumänische Truppen stehen als Achsentruppen der deutschen Heeresgruppe Süd zur Seite. Doch auch die Rote Armee wirft eine neue Truppengattung in den Kampf, die Gardetruppen. Gardetruppen erhielten bessere Besoldung, bessere Verpflegung und vor allem bessere Ausrüstung an Waffen und Gerät. Dafür trugen diese auch die höchsten Verluste. Natürlich sind auch neue Waffensysteme verfügbar. Das Lend-Lease Abkommen beschert den russischen Panzereinheiten englische Panzerwagen vom Typ Valentine III und den US Kampfwagen M3 Stuart.

Die Starteinstellungen dieses Spiel sind als sehr flexibel zu bezeichnen. Ein große Auswahl an Einstellungen bieten sich hier an. So kann man sich entscheiden, ob die Defensivfeuerphase automatisch durchgeführt wird - ähnlich einem Gelegenheitsfeuer - oder manuell. Alternative Feuermöglichkeiten stehen für die verschiedenen Waffengattungen zur Verfügung und regeln diverse Treffermöglichkeiten. Weiterhin sind spezielle Regeln für die Aufklärung zu finden, da hier Aufklärungseinheiten echte Aufklärung betreiben können. Die Option „Locking Zones Of Control“ erlaubt das Vorbeiziehen an feindlichen Truppen nicht, was ein Einkesseln schwieriger macht und die Verteidigungslinie stabiler hält. Wetter und Nachschuboptionen runden das ganze Menü ab.

Ein Bahntransport von Truppen ist gewährleistet und ohne große Verzögerungen können Verstärkungen an bedrohte Frontabschnitte gebracht werden. Aber Achtung, Gleise können durch Pioniereinheiten gesprengt werden.

Luftwaffeneinsätze sind beim großen Feldzugspiel für den rollenden Einsatz verfügbar. Stalin`s Falken oder die Stukas der Luftwaffe sind in der Lage schwere Feuerunterstützung aus der Luft zu geben.

Zur Grundausstattung von Kharkow 42 gehört ein Szenarioeditor. Schnell sind die ersten eigenen Szenarien verwirklicht. Ein Order-Of-Battle-Editor ermöglicht es auch eigene Verbände zusammenzustellen. Hier kann man bis auf Zugebene Einstellungen treffen. Dieser Editor erfordert etwas Übung, ist aber in der Hand von geübten Spielern ein mächtiges Werkzeug. Aber es werden ja ausreichend OOB´s ausliefert, so das keine Langeweile aufkommen wird.


Hintergrund:  

Nachdem Timoschenko vergeblich gegen die deutschen Stellungen bei Charkov gelaufen war und "Fridericus" seine Angriffsarmeen geschlagen hatte, begann der Fall Blau :
Im Sommer 1942 hielt die Wehrmacht im Osten eine Frontlinie, die vom Asowschen Meer bis zur Arktis reichte. Die deutschen Soldaten waren für einen Winterfeldzug nicht ausgerüstet, und die im Dezember einsetzenden russischen Gegenangriffe forderten hohen Tribut. Im ersten Jahr des Rußlandfeldzuges verlor die Wehrmacht fast eine Million Mann.
Als die kalte Jahreszeit zu Ende war, ergriffen die Deutschen erneut die Initiative. Am 28. Juni starteten die deutschen Heeresverbände im südlichen Frontabschnitt eine Offensive in Richtung auf den Don und die Ölfelder des Kaukasus. Ihr Hauptziel war die Besetzung der Ölfelder und die Eroberung der Landbrücke zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Hitler bezeichnete dieses Gebiet als "Adamsapfel der Sowjetunion" und glaubte, mit seiner Eroberung die sowjetischen Kriegsanstrengungen abwürgen zu können.
Der deutsche Angriff zeitigte sofort spektakuläre Erfolge. Am 7. Juli überschritt die Heeresgruppe B den Don und eroberte die Stadt Woronesch westlich von Stalingrad. Binnen eines Monats fiel die große Industriestadt Rostow an der Mündung des Dons in die Hände der Heeresgruppe A.
Auf Hunderten von Kilometern entlang der Front zogen sich die Russen in heillosem Durcheinander zurück. Für Hitler schien es so, als sei der russische Widerstand so gut wie gebrochen und als stünde der Weg durch den Kaukasus zu den Ölfeldern Südrußlands weit offen. In dem Glauben, der Kaukasus sei praktisch schon in deutscher Hand, verlegte Hitler wichtige Divisionen nach Norden und began mit der Planung der Eroberung Stalingrads und der Industriestädte des Donez-Beckens.
Die Heeresgruppe A sollte allein in Richtung Maikop, Baku und zum Kaspischen Meer vorrücken. Es war eine gewaltige Aufgabe. Das Land war schier endlos weit, menschenleer und beherrscht von dem gewaltigen Kaukasus-Massiv. Bis Mitte August hatten die Deutschen im Gebirge einen tiefen Keil in die Front getrieben und Maikop erobert, aber ein Durchbruch zum Kaspischen Meer war nicht gelungen.
Hoch in den Bergen blieb der Vormarsch in Scharmützeln um Positionen und strategische Höhen stecken. Als der Winter einbrach, litt der deutsche Vorstoß unter den immer längeren Verbindungswegen, dem fortgesetzten Abzug von Truppen und Material nach Stalingrad und allgemeinen Ermüdungserscheinungen. Als die Russen im Dezember zum Gegenangriff ansetzten, war die Heeresgruppe A über eine weite Strecke auseinandergezogen, bot viele Angriffspunkte und stand in großer Gefahr, abgeschnitten zu werden.
Am 1. Januar 1943 stimmte Hitler dem Rückzug aus dem Kaukasus zu und gab damit im Grunde die Hoffnung auf einen klaren Sieg im Osten auf.


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