Systemanforderungen laut Hersteller: Pentium 166 Mhz - Windows 95/98 - DirectX 7.0 - 280 MB freier Festplattenplatz - 32 MB Ram - 4x CD-Rom Laufwerk - 2 MB Grafikkarte - Grafikkarte muß DirectX kompatibel sein - Soundkarte muß DirectX kompatibel sein - Modem sollte mindestens 28.800 Baud oder schneller sein. Fazit
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Rezension

Fazit:  

Majesty von Microprose entführt den Spieler in eine "Fantasy" Welt, in der ein Königreich zu regieren ist. Die Regierungstätigkeiten sind der Bau von zahlreichen Gebäuden und das Anwerben von sog. Helden, die mittels Belohnungsfahnen über die Spielkarte geführt werden. Es handelt sich hierbei um ein Echtzeit-Spiel und der Schwerpunkt liegt mehr im Aufbau der königlichen Stadt, als im strategischen oder taktischen Bereich. Heere im eigentlichen Sinne gibt es nicht, denn die angeworbenen "Helden" führen ihre Aufgaben ziemlich selbstständig aus. Fans von Fantasy Spielen werden Majesty sicher gerne spielen, da es eine Menge Monster, Zaubersprüche und Heldentypen gibt. Die Grafik ist hübsch anzusehen und die Spielfiguren bewegen sich flüssig animiert auf der Karte. Die Bedienung des Spieles ist sehr einfach und erlaubt auch unerfahrenen Spielern einen schnellen Einstieg.



Rezension:  

Schätze suchen, Monster treten, Gilden bauen und Drachen scheuchen. All das würden Sie machen und noch viel mehr, wenn Sie König in Ardania wär´n! 

Sehr geehrter Leser, Sie merken schon: In Majesty von Microprose geht es ziemlich phantastisch zu. Das von Cyberlore programmierte "Fantasy-Echtzeit-Spiel" beschreibt sich selbst als: "The Fantasy Kingdom Sim", also als die Simulation eines Königreiches in einer Phantasiewelt. Diese Welt beherbergt das wilde Land Ardania, das Ihnen die Krone eines Königreiches anbietet. 

In dem wunderschönen Eingangsvideo lernen Sie dieses rauhe Land schon einmal kennen und besonders die Probleme, in Form von Monstern und anderen abscheulichen Kreaturen, werden Ihnen anschaulich nahe gebracht. Nach diesem Intro steht Ihnen ein Auswahlmenü zur Verfügung: Neues Spiel - Spiel laden - Mehrspieler - Anpassen - Team - Video - Beste Werte und Spiel beenden sind die Schalter, die darauf warten von Ihnen betätigt zu werden. Alle Schalter werden auch durch animierte Gegenstände auf dem Monitor dargestellt. Sehr hübsch anzusehen und stimmungsvoll gemacht: Ein Arbeitstisch einer Ritterburg mit Karte, Kerzen, Fenster, Buch, Schatztruhe, Gobelin, Kelch und Fanfare. Die Funktionen von Video, Spiel laden, Spiel beenden, Neues Spiel und Team sind sicher nicht erklärungsbedürftig, so dass ich mich kurz den verbleibenden Möglichkeiten widme. Die Auswahl Mehrspieler erlaubt das Spielen von Majesty im LAN (TCP/IP), über direkte Modemverbindung, direkte serielle Verbindung oder im Internet in der MSN Gaming Zone. Die Beste Werte Auswahl gibt einen Rückblick über bisher absolvierte Missionen und informiert über vergangene Heldentaten, wie: meiste Helden, meistes Gold, größte Stadt, höchster Level und beste Zeit. Wählen Sie das Menü Anpassen an, so können Sie nicht nur die Lautstärke der Musik, der Stimmen und Geräusche einstellen, sondern auch die Geschwindigkeit des scrollens. Rauchpartikel können an oder aus geschaltet und die Autosave-Funktion den Bedürfnissen individuell angepasst werden.

Nun tauscht Panzermeyer aber einmal den Stahlhelm (vorübergehend) gegen die Königskrone eines Reiches in Ardania und drückt unverzagt den Schalter Neues Spiel! Schon finde ich mich auf einer Missionsauswahlkarte wieder. Ich fahre mit dem Mauszeiger über diese Karte,  an einigen Stellen erhellt sich das virtuelle Pergament und in der Titelleiste werden so vielversprechende Missionsbeschreibungen wie: "Der Fluch des Zauberers" oder "Die Glocke, das Buch und das Licht" angezeigt. Letztere wird mir als Einführung ans königliche Herz gelegt und gerne stimme ich zu, da ich zugegebenermaßen noch etwas unerfahren im Regieren phantastischer Königreiche bin. Einer meiner Lakaien beschreibt mir in eindringlichen Worten die Einzelheiten der Mission und zusätzlich kann ich den Text seines Redeschwalls auch noch ablesen. Anschließend wird noch einmal genau das Ziel der Mission zusammengefasst, so dass ich nun vollends im Bilde bin. Jetzt wird es ernst und ich nehme die Regierungsgeschäfte auf. 

Den überwiegend größten Teil des Monitors nimmt die Spiellandkarte ein, welche zwei Zoomstufen aufweist. Direkt unter ihr befindet sich die wegblendbare Leiste mit zahlreichen Zaubersprüchen, die aber erst benutzt werden können, wenn Zauberer angeworben wurden und die Sprüche auch schon erforscht wurden. Über der Landkarte glänzt der Name der angewählten Mission, links daneben hat man immer die aktuelle Finanzlage des Reiches im Blick und rechts läuft die Zeitanzeige. Zur linken der Landkarte, auf der auch das Spielgeschehen abläuft, sind weitere Steuerungsmenüs  und Informationsanzeigen angeordnet. Oben eine Übersichtskarte mit "Sprungfunktion" und vier Schalter: für Zoom der Spielkarte, Palastanwahl, Namen der Spielfiguren ein- bzw. ausblenden und Bewertungsbalken der Spielfiguren ein- bzw. ausblenden. Darunter dann, mittig eingefügt, die Infos für das jeweils angewählte Gebäude. Jedes Gebäude hat unterschiedliche Möglichkeiten, die von seiner Art abhängen. Am besten kann man das an einigen Beispielen verdeutlichen. Nehmen wir einmal das wichtigste Gebäude: Den Palast. Hier wird nämlich das Königreich regiert und deshalb wird der Palast sehr häufig angewählt werden. Vier Schalter springen mir sofort ins Auge: Statistik - bietet eine detaillierte Aufstellung über die Reichtümer, Gebäude, Helden usw. Im Bestand sehe ich die aktuellen Helden, Bedienstete, Gebäude etc. Den Schalter Gebäude werde ich nun betätigen, um mal ein neues Wachhaus zu erstellen. Hier habe ich also das Menü vor mir, mit dem ich sämtliche Baumaßnahmen in Auftrag geben kann. Alle Gebäude, die derzeit gebaut werden können, werden angezeigt und durch Anklicken ausgewählt. Nun kann ich sie auf eine freie Stelle in der Landschaft setzen und schon beginnt die Bauphase. Das ist natürlich nicht zum Nulltarif zu haben und so werden mir einige Taler aus der königlichen Schatulle abgezogen. Der Schalter Belohnung ist eminent wichtig für mich als König. Nur durch Belohnungen werden meine Helden, zu denen ich gleich etwas mehr schreiben werde, zu ihren edlen Taten angespornt. Zwei Arten der Belohnung stehen bereit: Angriff und Erforschung. Einfach mit den + und - Symbolen den gewünschten Belohnungswert einstellen und dann die entsprechende Fahne positionieren. Erforscht werden sollten unentdeckte, geschwärzt dargestellte, Gebiete und mit Angriffsfahnen sollten Monsterhöhlen oder die Eindringlinge selbst gekennzeichnet werden. Je höher die Belohnung, desto eher werden sich die Helden auf die Feinde stürzen. Seien es nun Kreaturen der Finsternis oder die Burgen und Behausungen dieser Widerlinge. Aber Vorsicht bei der Platzierung der Fahnen! Aufgrund eines königlichen Mißgeschickes gelangte so eine Angriffsfahne einmal auf meinen höchst eigenen Regierungspalast! Meine angeworbenen Helden griffen zu den Waffen und begannen nun den Angriff auf meine geliebte Residenz. Glücklicherweise konnte ich die Angriffsfahne wieder direkt, also auf der Spiellandkarte, anwählen und sie noch rechtzeitig von den Zinnen reißen. Also lasst Obacht walten und bedenket jeden Eurer Schritte recht genau, auch wenn es im Eifer des Geschehens schwer fallen mag. Heftet die Angriffsfahne nur auf die Feinde des Königreiches und nicht auf Euer eigen Hab und Gut. 

Dreh- und Angelpunkt der Regierungsgeschäfte sind die "Helden" und die Gebäude. Baue ich z.B. eine "Gaunergilde", so kann ich den Heldentypus "Gauner" anwerben. Baue ich die "Kriegergilde", so kann ich "Krieger" anwerben. Es gibt noch zahlreiche andere Heldentypen, als da wären: Adepten, Barbaren, Elfen, Gnome, Heilerinnen, Krieger des Widerspruchs, Kultisten, Mönche, Paladine, Priesterinnen, Solarii, Waldhüter, Zauberer und Zwergen. Jeder dieser Heldentypen hat seine spezifischen Eigenarten, die alle im Handbuch beschrieben werden. Das Wort "Held" ist sicher nicht im eigentlichen Sinne zutreffend, sondern müßte eher gegen das Wort "Söldner" ausgetauscht werden. In Phantasie-Welten scheinen Söldner aber wohl halt "Helden" genannt zu werden... Diese Söldnerhelden sind nun recht eigenständige Persönlichkeiten. Sie erscheinen nicht nur mit eigenem Namen und den ihrer Art eigenen Vor- und Nachteilen, sondern gehen auch relativ eigenständig in meinem Königreich ihren Lieblingstätigkeiten nach. Der Grad ihrer Loyalität mir gegenüber ist unterschiedlich und wird im Zweifelsfalle durch Belohnungen angehoben. Einige Gebäudetypen sind dieser Sache jedoch auch dienlich. Eine schicke Statue zum Beispiel erfreut jeden Krieger. Weiß er doch nun, das auch nach seinem Ableben die virtuelle Welt Ardanias seiner Taten gedenken wird. Das wiederum versüßt den Heldentod scheinbar ungemein und erhöht die Loyalität und Angriffsfreude.  Gesteuert werden diese Söldnerhelden übrigens nicht direkt, sondern nur indirekt über die Angriffs- und Erforschungsfahnen. Ein interessantes Prinzip, das mir persönlich gut gefällt. Kann ich mich so doch um die Gebäudeerstellung und Erweiterung derselben kümmern und muß nicht ständig jeden einzelnen meiner Kämpen anklicken und ihm, soz. persönlich, seine Ziele zu zuordnen. 

Natürlich dürfen die uneigennützigen Helfer des Reiches auch nicht vergessen werden. Die Vasallen genannten Spielfiguren reparieren unermüdlich beschädigte Bauten oder errichten neue Bauwerke. Der Steuereintreiber zieht seine Runden durch das Königreich und sammelt die Taler für die königliche Schatztruhe ein. Diese Vasallen kosten kein Geld und sind ebenfalls selbstständig tätig.

Nun möchte ich aber noch einmal zurückkommen auf die Gebäudebeschreibung. Ardania ist nämlich nicht nur reich an "Heldentypen" jeder Art, sondern auch an unterschiedlichen Gebäuden besteht keinerlei Mangel. Erlaubt es die Finanzlage des Reiches, so können folgende Gebäude errichtet werden: Agrela-Tempel, Bibliothek, Dauros-Tempel, Elfenvilla, Fervus-Tempel, Gasthaus, Gaunergilde, Gnomhütte, Handelsposten, Helia-Tempel, Königlicher Park, Kriegergilde, Krolm-Tempel, Krypta-Tempel, Lunord-Tempel, Marktplatz, Schmiede, Statuen, Steinschleuder, Turnierplatz, Wachhäuschen, Waldhütergilde, Zauberergilde, Zauberturm und Zwergenhaus. Jedes Gebäude besitzt eine Hauptfunktion (Bsp.: Wachhäuschen - schützen die königlichen Siedlungen). Einige Gebäude können in ihren Eigenschaften verbessert werden. (Einteilung in Kategorien 1 bis 3. Bsp.: Marktplatz - je höher die Kategorie, desto mehr Geld wird erwirtschaftet). Weiterhin kann in einigen Gebäuden nach Neuerungen geforscht werden (Bsp.: Bibliothek - Erforschung neuer Zaubersprüche). Nicht alle Gebäude stehen zu Beginn einer Mission bereit und einige können erst nach teuren Baumaßnahmen am Palast ( Aufstufung in eine höhere Kategorie) gebaut werden. Es ist also notwendig  eine konstante Entwicklung herbeizuführen, so dass sich Einnahmen (durch Marktplätze) ergeben und dadurch wiederum der Schutz des Reiches ( Bau von Gilden und Anwerbung der Helden) gesichert wird. Da Majesty in Echtzeit abläuft, habe ich eigentlich immer etwas Nützliches zu tun und das Spiel wird nicht langweilig. Die Spielbarkeit ist ziemlich einfach und das trotz der zahlreichen Gebäude-  und Heldentypen. Eigentlich baut man auch nie alle Gilden oder Tempel, nicht nur, weil sich einige Tempel gegenseitig ausschließen, sondern auch weil man selbst gewissen Heldentypen den Vorzug gibt. König Panzermeyer z.B. setzt eher auf seine unermüdlichen Krieger, anstatt auf Zauberer zu vertrauen.....  

Nun möchte ich aber auch noch die dunkle Seite Ardanias ins Blickfeld richten. Die unterschiedlichen Monster sind zahlreich und schimpfen sich: Baumdämon, Baumnymphe, Blühendes Würgkraut, Böser Okulus, Drache, Goblins (in verschiedenen Ausführungen), Harpyie, Höllbär, Medusa, Minotaurus, Rattenmensch, Riesenratte, Riesenspinne, Rostspucker, Skelett, Steingolem, Troll, Vampir, Varg, Vogel Roc, Werwolf und Zombie. ( Wußte gar nicht was es da so alles gibt....). Diese ekelhaften Ausgeburten des Bösen werden ebenfalls im Handbuch beschrieben und haben es permanent auf mein schönes Königreich abgesehen und attackieren ständig meine teuer bezahlten Gebäude, so dass ich gezwungen bin immer eine gewisse Anzahl von Söldnerhelden zu unterhalten. So ein Heldenleben währt ja leider auch nicht ewig, auch wenn sich Helden durch Erfahrung verbessern, kann sie der Heldentod dann doch einmal ereilen. Erschwerend kommt hinzu, das einige Gebäude mit dem Anwachsen meines Reiches von selbst entstehen und den Monstren auch noch Unterschlupf bieten können (Bsp.: Kloake). 

Im Prinzip läuft Majesty also nach folgendem Schema ab: Zuerst besitzt man seinen Palast und beginnt mit dem Bau von Gebäuden. Es erscheinen Monster und versuchen die Gebäude zu zerstören. Helden werden in Gilden angeworben und nehmen den Kampf gegen die Monster selbstständig auf. Der überwiegende Teil der Karte ist unerforscht und schwarz. Durch das Setzen von Erforschungsfahnen beginnen die Helden nun in unbekannte Bereiche vorzudringen. Sie finden dabei Schatztruhen, Behausungen der Monster und Gebäude anderer Königreiche. Die Behausungen der Monster können mit Angriffsfahnen versehen werden, woraufhin die Helden des Reiches diese Horte des Bösen vernichten werden. Meist ist es das Ziel einer Mission ein bestimmtes Gebäude ausfindig zu machen und es zu zerstören. Ist dieses gelungen endet das Spiel, wobei der Spieler aber die Möglichkeit hat anschließend das Spiel wieder aufzunehmen oder aber eine neue Mission zu wählen. 

Die grafische Darstellung entspricht dem momentanen Standard und ist sehr schön anzusehen. Die Geräuschkulisse ist der Phantasiewelt angepasst und die Helden geben hin und wieder ein paar coole Sprüche zum Besten. Majesty spielt sich flüssig,  schnell und recht einfach. Zu Beginn sollten die Anfänger-Missionen gespielt werden, die als Einführung in das Spiel anzusehen sind. Die Missionen für Fortgeschrittene weisen dann schon größere Karten und mehr Monster auf. Für richtig mutige Könige gibt es noch die Experten-Missionen. Hat man alle Missionen durchgespielt, kann man sie durchaus nochmals beginnen, denn ein Zufallsgenerator verändert sie immer ein wenig. Eine interessante Möglichkeit bietet auch das sog. Freie Spiel, indem der Spieler selbst Siegbedingungen und andere Parameter festlegen kann.


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