Systemanforderungen laut Hersteller: Windows98/2000/Millennium Edition - Pentium III 266 MHz oder höher  - 64 MB RAM - Windows kompatible Soundkarte - 3D-Grafikkarte (OpenGL-kompatibel) - 800 MB Festplattenspeicher - Maus - Tastatur. Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:

Mit dem Action-Spiel ONI (japanisch für: "Geist" oder "Dämon") von Bungie belebt der große Publisher TAKE2 das Genre der Prügelspiele für den PC. Doch hier kommt es nicht nur auf schnelle Reaktionen an, sondern auch hin und wieder auf taktisch geschicktes Vorgehen. Leider fehlt ein Mehrspielermodus und die Möglichkeit nach Belieben zu speichern. Der Schwierigkeitsgrad ist ziemlich heftig und es wird für die herrlichen Kampfanimationen auch jede Menge Rechenkraft benötigt. Oni hat aber den besonderen Anime-Charme und glänzt durch perfekt gestylte Bewegungsabläufe der Figuren. Die spannende Hintergrundgeschichte fesselt sehr, so daß man dieses Spiel einfach bis zum Schluß durchzocken muß. Die wichtigste Eigenschaft eines Computerspiels, nämlich Spielspaß, hat Oni und zwar jede Menge!



Rezension:

Mit dem Action-Spiel ONI, programmiert von Bungie und in Deutschland im Vertrieb von TAKE2, erwirbt der Spieler ein forderndes Kampfspiel im Anime-Stil. Der Spieler schlüpft in die virtuelle Haut des Anime-Babes "Konoko". (Man beachte die lilafarbenen Haare!;-) Diese, unschwer als Japanerin auszumachende Dame, wird mittels 1200 Polygonen gekonnt in Szene gesetzt. 

Doch bevor wir uns dem netten Asia-Girl nähern, hier ein paar Grundlagen zum Spiel: Nach der problemlosen Installation führt uns das Anime-Introvideo in die Spielwelt ein. Ein hervorragendes Tutorial begleitet dann den Spieler durch zahlreiche Stationen, so dass die Steuerung der Spielfigur "Konoko" auch richtig sitzt. Das muss auch so sein, denn sonst würde man bei Oni nicht sehr weit kommen. Perfekte Beherrschung der Tastaturbefehle sind ein "Muss" bei den heftigen Nahkämpfen, die den Spieler erwarten! Schon hier im Tutorial fallen die herrlich animierten Bewegungsabläufe Konokos auf, die seidenweich sind. Absolut spitze gemacht! 

In den Optionen sollte der Spieler noch die ihm genehmen Einstellungen vornehmen. Mein Tipp: Unbedingt den leichtesten (von drei) Schwierigkeitsgraden wählen. Selbst der "leicht" genannte Schwierigkeitsgrad hat es gewaltig in sich. Leider vermisst man die Option: Steuerung bzw. Tastaturbelegung. Man kann nur mit den vorgegebenen Tastaturbelegungen spielen, was ich ziemlich nervig finde. (Tipp: Man kann auch durch Änderungen in der Datei"key_config" mit "Eingaben von Hand" und in englischer Sprache die Steuerung anpassen.) Jedenfalls gibt es keine benutzerfreundliche Einstellmöglichkeit für die individuelle Tastaturbelegung, wie es bei anderen Spielen eigentlich üblich ist.

Leider fehlt bei Oni ein Mehrspielermodus, was mir völlig unverständlich ist. Das würde einen Heidenspaß machen, sich mit Kumpels im LAN oder Internet virtuelle Prügeleien zu liefern. Irgendwo meine ich auch Hinweise zur Mehrspielerfähigkeit von Oni gelesen zu haben, aber im Spiel selbst habe ich definitiv nichts dergleichen gefunden. Sehr schade! 

Die Standardaktionen von Konoko sind: Gehen, Laufen, Bewegungen nach vorne, hinten, links und rechts, sowie Ducken und Springen. Durch gewisse Tastenkombinationen kann Konoko aber noch viel mehr. Zu Beginn der Kampagne beherrscht sie bereits folgende Extras: Ausweichmanöver, Sprung-Flip, Rutschen, Wurf und später kommen immer weitere sog. "Special Moves" hinzu, die sich meist bei Angriffen als sehr effektiv erweisen. Konoko "lernt" also im Laufe des Spieles immer neue Kampftechniken und Tricks hinzu, was eine tolle Idee ist. Jede dieser Aktionen hat seine eigenen Animationen, die perfekt gelungen sind. Beispiele gefällig: Konoko wird Feinde entwaffnen können, den brutalen und effektiven "Rückenbrecher" ansetzen und den Gegnern im Vorbeilaufen mal eben den Hals umdrehen etc... Obwohl das Hauptaugenmerk bei Oni ganz klar auf den Nahkämpfen ala Karate liegt, so kommen auch viele futuristische und einige normale Waffen im Spiel vor: Pistolen, MP´s,  das Plasmagewehr, der Phasenstrom-Projektor, der Mörser,  die VDG-Pistole, die Zielsucher-Kanone, der Quecksilber-Bogen (haut voll rein!), die Scream-Kanone und die Schockwellen-Kanone. Alle Waffen haben begrenzte Munitionsvorräte und die unterschiedlichsten Wirkungen. Man kann immer nur eine Waffe bei sich tragen, d.h. man kann eine neue nur aufnehmen, wenn man die alte ablegt. Munition gibt es sehr selten, so dass jeder Schuss wohl überlegt sein sollte. 

Im Spiel kommen viele verschiedene Gegner (über 22) vor, wobei jeder seine eigenen Fähigkeiten, wie Vorteile, Schwächen und "Special Moves" hat. Das sorgt für jede Menge Abwechslung und Spaß! Es ist schon stark zu zusehen, wie die einzelnen Akteure ihre Attacken anbringen. Nicht alle im Spiel vorkommenden Personen sind aber auf Kampf aus. Viele "Zivilisten" helfen Konoko sogar mit Munition oder gar den Lebens spendenden "Hyposprays" aus. 

Besonders interessant ist das Menü, welches aus zwei größeren runden Anzeigen besteht, die eine funktionelle Unterteilung aufweisen. Im linken Kreismenü sind folgende Anzeigen integriert: Lebensenergie (diese Leiste verringert sich bei Treffern und auch die farbliche Gestaltung ändert sich, je nach Zustand), Unsichtbarkeit (zeigt farblich und in Balkenform den Status und die Dauer der Unsichtbarkeit an), Kraftüberschuss (nimmt man mehr Hyposprays, dann erhält man einen vorübergehenden Kraftüberschuss), Schadensanzeige, Gegenstandsanzeige, Hyposprays (sechs Fächer), Schildanzeige (zeigt den Schildstatus an). In dem auf der rechten Seite angeordneten Kreismenu findet man folgende Anzeigen: Ballistische Munition (sechs Fächer), Energiezellen (sechs Fächer), Aktuelle Munition (die in der Waffe ist), Aktuelle Waffe (wird in der Mitte angezeigt), Zielhöhe (zeigt mittels Pfeilen an, ob unser Missionsziel über oder unter uns gelegen ist) und der Zielkompass ( je dichter am Ziel, desto breiter wird der Kreis und seine Richtung ändert sich, je nach Richtung des Zieles). Zu Beginn mögen die Menüs einem ziemlich unorthodox erscheinen, aber schon nach kurzer Zeit wird man ihre geniale Einfachheit nicht mehr missen wollen! Ein Blick genügt und schon weiß man Bescheid und kann sich wieder voll auf die Kämpfe konzentrieren. 

Folgende nützliche Gegenstände beeinflussen das Spielgeschehen ebenfalls: Hyposprays, sind extrem wichtig, denn sie geben Konoko Lebensenergie zurück. Also immer schön einsammeln! Ballistische Munition wird für die Waffen benötigt. Energiezellen braucht man, um die Waffen funktionsfähig zu machen. Die Phasentarnung gewährt eine zeitlich begrenzte Unsichtbarkeit und sollte gezielt bei starken Gegnern genutzt werden, was leider nur viel zu selten möglich ist. Der Energieschild schützt vor Kugeln und hält leider auch nicht ewig. 

Eine weitere effektvolle und sinnvolle grafische Unterstützung des Spielablaufes stellen die Treffereffekte dar. Jeder Treffer verursacht farbliche Effekte. Je röter die Farbe wird, desto ernster ist der Gegner getroffen bzw. desto stärker nähert er sich seinem Ende. Das gilt natürlich auch für Konoko. Blaue Farbeffekte symbolisieren die erfolgreiche Abwehr eines Angriffes. Diese Farbeffekte verleihen dem Spiel eine wunderbare Note, denn sie schillern und glitzern herrlich. Die Schlaggeräusche sind, leider im Gegensatz zur sprachlichen Gestaltung, grandios gelungen. Da knufft und knallt es bei Schlägen und Tritten, sogar ein gewisses übles Knacken der Wirbel wurde nicht vergessen.... Die Stimmen der im Spiel vorkommenden Spielfiguren sind m.M. nach unglücklich gewählt und klingen entweder steril oder überzogen. Die Spielumgebung im Anime-Stil glänzt natürlich nicht gerade mit Details und sieht, gemessen an den heutigen Möglichkeiten, ein wenig trist aus. Allerdings sind die Einsatzorte sehr abwechslungsreich und recht groß. Weiterhin machen die starke Action in ONI und die perfekt animierten Bewegungen alles wieder wett. Es bringt wahnsinnig viel Spaß diese Nahkämpfe auszufechten und man kommt sich schon vor wie ein kleiner Karate-Freak. Ich freue mich über jeden gelungenen Angriff und verspüre tiefe Genugtuung, wenn die schwer zu besiegenden Endgegner endlich vor mir liegen. Leider kann man bei Oni aber nicht jederzeit abspeichern, sondern an gewissen Stellen im Spiel erfolgt eine automatische Speicherung, die man dann bei Bedarf laden kann. So kommt es vor, das man zum x-ten Male durch die gleichen Räume läuft und auf die gleichen Gegner trifft. Die K.I. der Gegner ist übrigens erfreulich gut. Besonders wenn mehrere von ihnen gleichzeitig angreifen wird es oft sehr schwer sie nieder zu machen. Doch Oni ist nicht nur ein reines "Prügelspiel", nein es kommt auch auf geschickte Vorgehensweise an. Oft ist es sinnvoller sich leise von hinten an einen Gegner heran zu schleichen, als lautstark auf ihn zu zu rennen. Selbst Geräusche finden bei Oni Berücksichtigung,d.h. wenn Konoko läuft macht sie mehr Lärm, als wenn sie schleicht. Die Gegner sperren ihre virtuellen Öhrchen immer schön weit auf, so daß auch an den Lärmpegel gedacht werden sollte. Das obligatorische Springen wurde bei Oni natürlich auch eingebaut. In einem Level geht es über die Dächer, zwar nicht über die von Paris, aber dafür umso höhere. Ein falscher Tritt bzw. Sprung, schon kann man den Level erneut beginnen. ( Ich "liebe" diese Spring-Level....) Der Schwierigkeitsgrad zieht auch von Level zu Level kontinuierlich an, so dass der Spieler immer stärker gefordert wird. Oft gelangt man mit einem winzigen Rest an Lebensenergie in den nächsten Level. Dort hat man dann oft keine Sonne, da die Hyposprays ja nicht einfach so in Massen herum liegen. Ich habe dann den vorigen Level erneut gespielt und besser aufgepasst, dass ich in adäquatem Zustand meinen Endgegnern gegenüber treten kann. 

Besonders gelungen ist auch die wirklich spannende Hintergrundgeschichte. Ich werde mich hüten, hier schon Geheimnisse auszuplaudern, aber es gilt das Motto: Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Toll gemacht. Diese Story, die super animierten Spielfiguren und ganz klar natürlich die genialen Nahkämpfe machen mich Oni-süchtig! 

Hier eine Übersicht der Kampagne:

 

Name der Mission

Anzahl der Speicherpunkte

Training

0

Syndikat Lagerhaus

4

Produktionsanlagen

4

Bio Forschungslabor

3

Flughafenüberfall

3

Flughafen - Fracht - Hangar

4

TCTF - Regional - HQ

4

Atmosphärisches Konversionszentrum (außen)

5

Atmosphärisches Konversionszentrum (innen)

3

Regionales Staatsgebäude

2

Häuserdächer

4

Doktor Hasegawas Labor

2

TCTF - Wissenschaftsgefängnis

4

TCTF - Regional - HQ

5

Bergkomplex des Syndikats

4

Ich hab´s durchgerockt Leute. War cool... ;-)


Hintergrund: 

Das Handbuch von ONI lässt uns in die nahe Zukunft blicken:

"Wir schreiben das Jahr 2032 und die Welt ist nicht mehr, was sie einmal war. Es gibt eine Regierung, die alle früheren Regierungen ersetzt hat. Der "Big Brother" ist lebendig und wohlauf. In den großen Städten kann das Leben angenehm sein, wenn es einem nichts ausmacht, dass die Welt-Koalitionsregierung jeden Schritt der Menschen verfolgt. Angeblich geschieht das im öffentlichen Interesse, aber es kann dazu führen, dass man sich unbedeutend und hilflos fühlt: Egal, wohin man geht, "sie" beobachten dich. In den Städten haben die meisten Menschen genug Geld, um nach dem Standard der alten Welt ganz gut zu leben. Die Durchschnittsfamilie kann sich eine hübsche Wohnung, einen Anteil an einem Fahrzeug und ein Terminal, das sie mit dem WeltNetz verbindet, erlauben. Für die meisten ist das eine annehmbare Entschädigung für den fast totalen Verlust von Privatsphäre und die systematische Verletzung der persönlichen Freiheit.

Es ist besser, gar nicht erst über das Leben außerhalb der Städte nachzudenken. Die herrschenden Kräfte würden es niemals zugeben, aber die Luft ist verseucht. Die verbotenen Zonen werden beschönigend "Naturreservate" genannt und sind in Wirklichkeit riesige Quarantäne-Gebiete. Die armen Teufel, die es sich nicht leisten können, in den Städten zu leben, halten sich so nahe wie möglich bei den Atmosphären-Prozessoren auf. Sie fristen ein trauriges (und gefährliches) Dasein, indem sie bei den Rückgewinnungs-Teams arbeiten, die versuchen, die alles zerfressende Bedrohung der Wildnis aufzuhalten. Von Zeit zu Zeit versucht jemand, das Interesse der Öffentlichkeit auf den ökologischen Alptraum zu lenken, aber die Welt-Koalitionsregierung kontrolliert die Menschen und bringt sie zum Schweigen, bevor der Protest laut wird. Trotz dieser Unterdrückung gibt es ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass irgendetwas schrecklich schief gegangen ist und das etwas unternommen werden muss. Etwas muss geschehen. Es ist nur eine Frage der Zeit."

Wer mehr über diese, gar nicht einmal so unrealistisch anmutende, Geschichte erfahren möchte, der sollte sich Oni zulegen. An "den großen Bruder" wird die Menschheit schon jetzt durch an Schwachsinn nicht mehr zu überbietende Fernsehshows bereits gewöhnt und wer feinfühlig auf die Tendenzen in der Politik achtet, den beschleicht auch schon des Öfteren das ungute Gefühl, das in unserer ach so schönen Welt einige Personen doch gleicher als die anderen zu sein scheinen......


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