Systemanforderungen laut Hersteller: Windows 95/98/NT, Pentiumprozessor, 1 MB Grafikkarte, 16 MB Ram, 10 MB Platz auf der Festplatte, Bildschirmeinstellungen: 800 x 600, mind. 32.000 Farben

 

Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:

Lobenswert ist vor allem die klare Gliederung und Übersichtlichkeit des Spieles, was einem den Zugang sehr erleichtert. Hiervon könnten sich auch bekannte Hersteller durchaus eine Portion abschneiden! Die Graphik wirkt erfrischend und ist farblich sehr gut aufeinander abgestimmt.

Das komplette Spiel ist nur in englisch erhältlich, so daß man diese Sprache schon ein wenig verstehen sollte, was aber nicht als Problem angesehen werden dürfte. Notfalls einfach mal das kleine Langenscheidts (Englisch/Deutsch) bemühen....Ganz klar hat das Spiel seine Wurzeln im Bereich der klassischen Brett - Strategiespiele und dürfte somit für alle Liebhaber dieses Genres eine interessante Bereicherung sein, zumal diese Gruppe sich ja mit Vorliebe die Nächte mit Gleichgesinnten um die Ohren zu schlagen pflegt. Für Solospieler ist es aber wegen der fehlenden K. I. nicht gerade empfehlenswert.

1945:Operation Konrad ist mit nur 14 Runden recht schnell durchgespielt und bietet somit eine sehr gute Möglichkeit auch mal ein rundenbasiertes Spiel im Internet zu zocken. Der Vorteil ist natürlich, daß die Unsitte der Manipulation von PBEM-Zügen und den ständigen „Reloads" (erneutes Laden eines PBEM-Zuges) endlich mal effektiv entgegen getreten werden kann. Das Spiel wäre also durchaus für ein Internet-Turnier sehr interessant und durchaus empfehlenswert.



Rezension:

Bei „1945:Operation Konrad" handelt es sich um ein rundenbasiertes wargame, welches auf einer Karte mit Hex-Feldern gespielt wird. Den größten Teil des Spielfeldes nimmt naturgemäß die Landkarte ein, welche übersichtlich und klar gegliedert ist, jedoch ein scrollen vermissen läßt. Will man zu einem anderen Punkt der Karte gelangen, muß man dies per Mausklick auf einer kleineren Gesamtkarte ( Mini-Map ) bewerkstelligen, welche sich mittig am rechten Rand befindet oder auf die Zahlentasten 1 bis 9 der Tastatur drücken. Die Hexfelder können auf Wunsch auch ausgeblendet werden, aber sie stören mich persönlich in keinster Weise. Elf verschiedene Terraintypen werden dargestellt ( Hügel, Brücken, Straßen, Städte, Befestigungen, Wälder usw..). Die Einheiten ( deutsche, ungarische, sowietische und rumänische) sind farblich unterschiedlich gehalten und können so sehr leicht identifiziert werden. Oben befindet sich das Menu mit folgenden Optionen: 1. Neues Spiel starten 2. Spiel laden 3.Territorium ( hier soll dargestellt werden, welche Seite ein Gebiet beherrscht, aber diese Option ist nicht im Spiel vorhanden ) 4. Strategische Karte ( die Gesamtkarte wird zur Übersicht eingeblendet ) 5.Turn Record Chart ( Aufstellung der Verluste und Verstärkungen pro Runde ) 6. Terrain Effect ( Einflüsse des Geländes auf die Kampfeinheiten ) und 7. Combat Result Table ( Tafel der Kampfergebnisse ) , diese beiden Optionen können über ein „Online - Dokument" eingesehen werden und stehen während des Spieles nicht zur Verfügung . 8.Victory Chart ( Siegbedingungen werden aufgelistet ). 9. Optionen ( Einstellungen der Spieloptionen ) 10. Help File ( hier findet der Spieler alle Erklärungen zu dem Spiel ).

Vorneweg muß ich gleich bemerken, das es keine K.I. (Künstliche Intelligenz) in diesem Spiel gibt. Das heißt, man kann es praktisch nur gegen einen anderen menschl. Spieler spielen. Das geht per e-mail, im Internet, in einem lokalen TCP/IP-Netz oder eben zu zweit an einem PC. Natürlich kann man es auch alleine spielen, aber dann spielt man halt beide Seiten und das ist in etwa genau so aufregend wie Schach gegen sich selbst zu spielen.

Der deutsche Spieler beginnt die erste Runde und diese unterteilt sich in zahlreiche Phasen, als da wären:

1.:Setup: Nur beim Start eines neuen Spiels hat der Spieler die Möglichkeit evtl. einige Einheiten nach seiner Wahl um zu platzieren.

2.:Supply: Die Versorgung der Einheiten übernimmt der Computer, d.h. er überprüft die Verbindungen zu den Einheiten und falls die Verbindungen offen sind, erhalten die Einheiten eine Versorgung.

3.:Surprise: Nur der deutsche Spieler kann in einigen Fällen, die der PC errechnet, über Überraschungseffekte verfügen, welche auch begrenzt sind.

4.:Withdraw:In Runde acht (8) muß der deutsche Spieler einige Panzereinheiten um 20 Felder zurückziehen.

5.:Movement: In der Bewegungsphase können die Einheiten in andere Positionen gebracht werden. Der maximale Radius wird klar ersichtlich dargestellt, so daß man nicht groß rumprobieren muß.

6.:Reinforcement:Hier werden die evtl. eintreffenden Verstärkungen aufgestellt.

7.:Combat: In der Kampfphase können Angriffsbefehle erteilt werden. Erst auf das Ziel klicken und dann den eigenen, angrenzenden Einheiten per Mausklick den Angriffsbefehl erteilen.

8.:Exploitation: Nach dem Kampf besteht in einigen Fällen die Möglichkeit weiter vor zu stoßen und erneut einige Bewegungen auszuführen.

9.:Bridge: In dieser Phase können Brücken zerstört oder auch repariert werden.

Sind nun alle Phasen abgeschlossen ist die erste Runde auch schon beendet und der Gegenspieler ist an der Reihe. Innerhalb der oben benannten Phasen stehen noch weitere nützliche Informationen zur Verfügung, die ständig am rechten Rand, neben der Spiellandkarte, ablesbar sind. Ganz oben befindet sich das „Running Info Panel". Eine sehr sinnvolle Einrichtung, gibt sie dem Spieler doch alle Informationen über ein gewähltes Hexfeld. Man bewegt den Mauszeiger auf ein Hexfeld und kann dort also folgende Infos ablesen: Koordinaten des Hexfeldes, Kontrolle ( deutsch/russisch), Terraintyp, Anzahl der Einheiten (falls welche dort sind), sowie die Angriffs- und Verteidigungswerte der Einheiten.

Eine ähnliche Einrichtung, das „Movement Info Panel", gibt Infos über eine zu bewegende Einheit, also Nationalität, ID-Nummer, Typ der Einheit usw. Mit einem Schaltknopf kann die gewählte Einheit auf der Karte zentriert werden, eines besseren Überblicks wegen. Eine „Off Map Box" zeigt die heran eilenden Verstärkungen an. Man klickt sie einfach an und setzt sie auf die Landkarte auf die „entry/supply"-Hexfelder (Ankunft/Versorgung). Neben einem „Bridge Info Panel", welches den Status einer Brücke ( intakt/zerstört) anzeigt, wenden wir uns nun dem Herzstück des Spieles zu, dem „Combat Info Panel". Hier findet der Spieler die wichtigen Infos über die Stärken und Schwächen aller Einheiten. Verteidigungs- und Angriffswerte werden neben weiteren Werten wie Ratio, Terraineinfluß, Unterstützung und Überraschungseffekt mit Zahlen beschrieben. Mittels dreier Schalter werden die Befehle erteilt. Zwei Würfel symbolisieren das Ausführen des Angriffs, ein X mit Panzerchen sorgt für keinen weiteren Vormarsch nach dem Angriff und ein weiterer Schalter zentriert den Bildschirm auf das Kampfgeschehen.


Hintergrund: 

Ende Oktober 1944 begann der sowietische Angriff auf Budapest, der Hauptstadt Ungarns, mit Kräften der 2. Ukrainischen Front. Erst als am 12. Dezember 1944 noch zusätzliche Kräfte der 3. Ukrainischen Front hinzukamen gelang der entscheidende Durchbruch, welcher am 26.12.1944 zur vollständigen Einschließung der Stadt führte. Etwa 188.000 deutsche und ungarische Soldaten waren in der, zur Festung erklärten, Stadt eingeschlossen. Da Hitler, in völliger Fehleinschätzung der Lage, nicht an einen Angriff der Russen auf Berlin glaubte, befahl er die Hauptstadt Ungarns mit den Reservetruppen aus Ostpreußen zu entsetzen und den Belagerungsring der Roten Armee zu sprengen. Diese Operation erhielt den Decknamen: Konrad und nahm der deutschen Ostfront in Polen und Ostpreußen ihre Reservetruppen, was bekanntlich die fatalsten Folgen haben sollte. Diese Eliteeinheiten wurden nun für die Operation Konrad benötigt und in einem aussichtslosen Ringen soz. „verheizt". Die Hauptlast des Kampfes auf deutscher Seite trug das IV. SS - Panzerkorps mit so legendär - berüchtigten Einheiten, wie der SS - Division „Totenkopf". Es wurden zwar Teilerfolge verzeichnet, aber die über Ostpreußen und Polen hereinbrechende Großoffensive der Russen mit dem Endziel Berlin zwang die Leitung des deutschen Heeres die Operation Konrad zu beenden, so daß sie am 27.1.1945 nördlich des Plattensees scheiterte. Die nun in Ostpreußen fehlenden Eliteeinheiten mußten sich noch bis Ende März in Ungarn Rückzugskämpfe mit den nachstürmenden Russen liefern. Die Ungarn in der belagerten Stadt dachten auch gar nicht daran großartig Widerstand zu leisten, sondern es kam sogar zu offenen Rebellionen und viele ungarische Soldaten liefen zur Roten Armee über, welche sogar ein ganzes Regiment aus ihnen aufstellen konnte (Budapester Freiwilligen Regiment). Nach Angaben der Sowiets leisteten diese Einheiten der Roten Armee wertvolle Hilfe. Nachdem die Operation Konrad Ende Januar 1945 gescheitert war begann der Sturm auf Budapest und die ungarische Hauptstadt wurde zwischen 11. und 13.2.1945 vollständig erobert. Bei den Kämpfen in der Stadt kamen auch sehr viele Zivilisten (etwa 20.000) ums Leben.


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