Systemanforderungen: 486/66, 8 MB RAM, 1MB SVGA Grafikkarte, Windows3.1/95, 3MB Festplattenspeicherplatz, 2xCD-Rom Laufwerk, Maus, Tastatur, Soundkarte Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:

Allied General ist der zweite Teil der 5 Star-Serie von SSI und läßt den Spieler nun auf alliierter Seite zum Zuge kommen. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei gegenüber dem ersten Teil von Panzer General an, zumindest habe ich es so empfunden. War man bislang seine starken Truppen der Achse gewöhnt, so stellt sich dem Spieler nun die Aufgabe mit den alliierten Einheiten entscheidende Siege zu erfechten. Mit vier Kampagnen (US, GB und UDSSR) und 39 Einzelszenarien ist Allied General nicht nur die logische Fortsetzung von Panzer General, sondern auch eine bereichernde.



Rezension: 

Bei Allied General stellt der Spieler, wie der Name schon vermuten läßt, seine Dienste in die Sache der alliierten Mächte des zweiten Weltkrieges. Vom Spielprinzip her hat sich gegenüber dem ersten Teil (Panzer General) nichts geändert (siehe Rezension auf DerGrenadier.de: Review Panzer General1). Vier Kampagnen stehen zur Auswahl: Großbritannien1 - 1940 bis 1942 (Wüstenkrieg in Nordafrika), Großbritannien2 - 1942 bis 1945 (Mareth Linie/Italien etc.), USA - 1942 bis 1945 (Operation Torch) und UdSSR - 1939 bis 1945 (von Finnland nach Berlin). In den ebenfalls enthaltenen 39 Einzelszenarien kann der Spieler wieder frei entscheiden, für welche Seite er kämpfen möchte (Achse oder Alliierte). 

War 1994 der erste Panzer General noch ein DOS-Spiel gewesen, so war Allied General 1995 bereits ein Windows-Spiel, welches 256 Farben unterstützte. Weiterhin wurde dem Spiel ein sog. Dossier hinzugefügt, in dem der Spieler seine Spielergebnisse einsehen konnte. Grafisch veränderte sich die Präsentation des Spieles ein wenig, die eigentliche Schlachtkarte wurde vom Prinzip her aber beibehalten. All diese Änderungen/Verbesserungen wurden später auch auf die Windows-Version von Panzer General 1 angewandt, so daß sich bei heutiger Betrachtung keine Unterschiede feststellen lassen. 

Interessant ist Allied General auf alle Fälle, denn mit den alliierten Einheiten eine komplette Kampagne zu bestreiten ist eine echte Herausforderung. Gleich die erste Mission der sowjetischen Kampagne hat so manchen Hobbystrategen verzweifeln lassen, stellt sie doch eine wirklich harte Nuss dar. Die Briten in Nordafrika zu führen oder die US-Truppen bei der Operation Torch zu begleiten, ist auch wahrlich kein Spaziergang. Rein subjektiv empfinde ich die US-Kampagne noch als am einfachsten, aber das ist sicher von Fall zu Fall verschieden. Festzuhalten ist mit Sicherheit:  Wieder gelingt es dem Spielprinzip zu überzeugen, denn die alliierten Truppen spielen sich tatsächlich ganz anders als die der Achsenmächte. Das zeichnet doch ein gut ausbalanciertes Strategiespiel aus, oder nicht? Einheitliches grundlegendes Spielprinzip, aber durch unterschiedliche Einheiten und diverse Modifikatoren (Wetter, Terrain etc..) entsteht eine immer wieder neue Situation. Durch die genial einfache Benutzeroberfläche erhält man zu dem komplexen Strategiespiel eine komfortable Spielbarkeit. Das bedeutet, das sich der Spieler in erster Linie auf die taktischen Probleme konzentrieren kann und eben nicht, wie oft bei anderen wargames, mit einer problematischen und komplizierten Befehlseingabe herumplagen muß. Diese Kombination machte rundenbasierte Strategiespiele seinerzeit einem breiten Publikum zugänglich. Jedenfalls die Spiele der sog. 5 Stars Serie von SSI. 

Wie beim Vorgänger, so überzeugen auch bei Allied General die engagierten Sprecher, welche einen durch die Kampagne begleiten. Deutlich kann der Spieler Briten, Amerikaner und Russen anhand des gesprochenen Akzents erkennen. Dies verleiht dem Spiel nicht nur eine Prise Realismus, sondern auch einen gewissen Charme. Wer also Panzer General schon mochte, dem wird Allied General garantiert auch gefallen. Es ist eine gelungene Fortsetzung der Serie und ebenso eine notwendige. Immerhin möchte der ambitionierte Stratege schließlich die Konflikte von allen Seiten beleuchten, sowohl als Spieler im Dienste der Achse, als auch auf Seiten der alliierten Mächte. Schön das es bei Allied General wiederum verzweigte Kampagnen gibt, so wie man es von Panzer General gewohnt war. Wenn man sich das alles so betrachtet muß man doch zugestehen, das die Jungs von SSI damals enorm kreativ waren. Was wäre denn heute alles mit der mittlerweile stark fortgeschrittenen Technik alles machbar und was wird tatsächlich daraus gemacht? Bevor ich jetzt noch dem Philosophieren verfalle, widme ich mich jetzt lieber meinem alten Schätzlein Allied General und erfreue mich an der zeitlos innovativen Frische dieses hervorragenden wargames. 


Hintergrund: 

Der Überfall der Sowjetunion am 30.11.1939 traf das kleine Finnland hart. Trotz erbittertem Widerstand hatte die finnische Armee gegen eine zu jedem Opfer bereite rote Sowjetarmee keine Chance. Tatsächlich gelang es den Russen die Mannerheim-Linie zu durchbrechen, was allerdings mit exorbitant hohen Verlusten verbunden war. Stalin verzichtete aber aufgrund politischer Überlegungen auf einer vollständigen Besatzung Finnland und schloss im März 1940 Frieden mit Finnland. In der Folge konnte Stalin so alle drei baltischen Staaten und weite Teile Rumäniens kampflos seinem kommunistischen Reich einverleiben. Die europäischen Mächte, wie Deutschland, aber auch England und Frankreich, zogen aus den Kämpfen in Finnland falsche Schlüsse und bewerteten die Kampfkraft der roten Armee negativ, was aber nicht den Tatsachen entsprach. Man vergaß bei der Bewertung, das die Kämpfe in Finnland im tiefsten Winter bei Temperaturen um Minus 40 Grad Celsius stattgefunden hatten, man beachtete nicht, das der Verteidiger (Finnland) einen extrem hohen Geländevorteil besaß usw... Dennoch war es den sowjetischen Soldaten möglich gewesen die Mannerheim-Linie zu durchstoßen. Die rote Armee hatte bewiesen, das sie in der Lage war selbst aussichtslose Unternehmungen zu einem siegreichen Ende führen zu können und das Opfer und Verluste für sie scheinbar völlig bedeutungslos waren. Die Fehleinschätzung der wahren Kampfkraft der UdSSR sollte gerade für die Deutschen noch fatale Folgen haben, denn schon im Jahr 1941 begann mit dem Unternehmen "Barbarossa" der deutsche Feldzug gegen die Sowjetunion. Hier zeigte sich ganz klar das die rote Armee, im Gegensatz zur deutschen Wehrmacht, in der Lage war einen Winterkrieg zu führen. Sicher passte sich die Wehrmacht im Laufe der Zeit den Gegebenheiten so gut es ging an, doch an die Winterkriegsführung der Russen kam sie nie heran. Die Russen hatten ihre Lektion nämlich bereits in Finnland 39/40 gelernt. Empfohlene Literatur: Viktor Suworow: "Stalins verhinderter Erstschlag" Verlag: Pour le Merite, ISBN 3-932381-09-2


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