Systemanforderungen laut Hersteller: Pentium 166 Mhz - Windows 95/98 - 32 MB Ram - 4-fach CD-ROM-Laufwerk - 60 MB Festplattenplatz - Super VGA-Karte mit eine Auflösung von 800 x 600 und 16 Bit Farbtiefe - DirectX kompatible Soundkarte - DirectX 7.0 oder höher - Maus - Tastatur - LAN und/oder  Internet-Zugang für Mehrspielerspiele. Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:  

Toll! Endlich einmal eine wirklich gelungene Umsetzung eines Brettspiels! Risiko II ist mit soviel Liebe von Deep Red programmiert worden, wie ich es schon lange nicht mehr bei einem Spiel gesehen habe. Ein großes Kompliment an Microprose, in dessen Auftrag diese herrliche Arbeit entstand. Die Grafik ist umwerfend, das ganze Spielprinzip perfekt umgesetzt und sogar eine "Simultan"-Risiko Variante wurde eingebaut, die sich tatsächlich ganz anders als die "Klassische Version" spielt. Was soll ich viele Worte machen: Alle Liebhaber des Brettspiels Risiko werden diese PC-Version - Risiko II - einfach lieben. Sie können ohne Bedenken zugreifen und werden auf keinen Fall enttäuscht werden, im Gegenteil: die Überraschung ist eine angenehme!



Rezension:

Risiko II von Microprose wurde von Deep Red programmiert. Wohl jeder dürfte das Brettspiel Risiko kennen, das ich als Junge schon mit großer Innbrunst spielte. Die bisherige Umsetzung für den PC, namens Risiko, erschien seinerzeit von Hasbro und war mit "Kinderkrankheiten", wie schwacher K.I. und gelegentlichen Programmabstürzen behaftet. Mittlerweile wurde bekanntlich die ehrwürdige und berühmte Softwareschmiede Microprose, welche von jeher für Spitzenqualität bekannt ist, von Hasbro aufgekauft, so dass berechtigte Hoffnungen für eine deutlich verbesserte Umsetzung dieses beliebten Brettspieles bestehen. Nun liegt Risiko II vor und gerne berichte ich über  meine Eindrücke mit der neuesten PC - Version dieses Klassikers.

Die Installation verläuft ohne Probleme und dann: welche eine Musik und welch ein wunderbares Einführungsvideo! Ich bin platt, das hat wirklich Stil und stimmt einen grandios auf das Spiel ein. Die "Rotröcke" reiten wieder über den Globus, könnte man sagen, denn die Uniformen der dargestellten Soldaten sind der Epoche Napoleons nachempfunden und die sahen bekanntlich recht schmuck und farbenfroh aus. 

Das Hauptmenü ist sachlich, klar gegliedert: Einzelspieler - Mehrspieler -Netzwerk - Tutorials - Spielstand laden - Vorgaben - Ende. Das sind die Schalter - und soviel kann ich jetzt schon verraten: Den Ende-Schalter werden Sie bei diesem Spiel so schnell nicht drücken!

Tutorials / Vorgaben: Hier kann der unerfahrene Spieler eine detaillierte Einführung durchlaufen, die komplett in deutscher Sprache erklärt wird und mit Beispielen anschaulich gestaltet ist. Weiterhin können Grafik-, Sound- und Steuerungsoptionen geändert werden. Unter Diverses gibt es Website-Links und Infos über das Programmierteam.

Mehrspieler: Konfiguration für ein "Hot-Seat" Spiel, also mehrere Spieler an einem PC.

Netzwerk: Konfiguration für ein LAN Spiel. ( Im Internet kann in der MSN Gaming Zone Risiko II gespielt werden.)

Einzelspieler: Das Spiel gegen den Computer. Es gibt hier drei Möglichkeiten: Klassik, Simultan und Meisterschaft. Die Meisterschaft setzt sich aus einer Spielfolge von Klassik- und Simultanspielen zusammen, wobei die K.I. mit Fortschreiten der Meisterschaft an Stärke zunimmt. Das klassische, sowie das simultane Risiko erlaubt ein Spiel gegen zwei bis sieben Computergegner. Vor dem Start eines Spieles können folgende Optionen eingestellt werden: 1. Ziel des Spieles: Auftrag, Hauptstadt, Weltherrschaft 2. Gebietszuweisung: Zufällig oder Auswählen 3. Karten tauschen: Fester Wert, um eins steigend, steigend. 4. Einige Gebiete der Karte können hinzu oder weggeschaltet werden (z.B. Hawaii). 5. Die Bonusarmeen für vollständig besetzte Kontinente können erhöht oder vermindert werden. Nachdem nun alle Einstellungen vorgenommen wurden, beginnt das Spiel.

Klassisches Risiko: Nacheinander werden die Armeen aufgestellt. Die Karte ist schön und übersichtlich gezeichnet. (Die Möglichkeit der Globusdarstellung ist sicher nett gemeint, aber für das Spielen zu umständlich, da man ständig daran rumdrehen muß. Ich wähle also lieber die Kartendarstellung, so dass ich die ganze Welt immer vor mir sehe.)  Sind alle Armeen verteilt können die Kämpfe beginnen: Zuerst wird das Land angeklickt von dem aus ein Angriff gestartet werden soll und anschließend jenes, welches Ziel dieses Angriffes sein soll. Die Anzahl der Armeen wird auf den Ländern anschaulich in farblichen Kreisen - die mich irgendwie an die "vielen bunten Smarties" erinnern - mit integrierten Zahlen angezeigt. Alle Angriffsbewegungen werden deutlich auf der Karte in Form  farbiger Pfeile angezeigt. Ist der Spieler an der Reihe und kommt es zum Kampf zoomt das Spiel in eine Nahansicht der Kämpfe - und jetzt kommt der Clou! Es erscheint eine der Realität nachempfundene 3D-Landschaft in der hübsch anzusehende Soldaten erscheinen. Diese Soldaten tragen Uniformen in der Farbe des Spielers und sind liebevoll animiert. Je mehr Armeen vorhanden sind, desto mehr Soldaten werden auch dargestellt. Es gibt Infanteristen, Kavalleristen und sogar Artillerie wird aufgefahren. Gewehre und Kanonen werden nachgeladen und bei Treffern - sprich Verlusten beim Würfeln - fallen die 3D-Soldaten effektvoll zu Boden. Das ist spitze gemacht, erfreut das Auge und ist einfach viel angenehmer,  als auf "virtuelle Holzklötze" starren zu müssen. So eine Grafik würde ich mir auch mal für andere Strategiespiele wünschen! Im klassischen Risiko wird nun mit normalen, also 6-seitigen Würfeln, gewürfelt. Das übernimmt natürlich der PC. Der Angreifer würfelt mit maximal drei Würfeln und der Verteidiger mit maximal zwei. Die jeweils höchsten Zahlen werden verglichen. Würfelt der Angreifer z.B. eine 5, eine 4 und eine 1. Der Verteidiger eine 3 und eine 2 , so verliert der Verteidiger zwei Armeen. Bei Gleichstand der Zahlen, also Angreifer z.B. drei mal die 5 und der Verteidiger zwei mal die 5, so siegt der Verteidiger. In diesem Falle werden dem Angreifer zwei Armeen abgezogen. Das geschieht mit pompösem Knall und explodierenden Würfeln. Risiko II ist ein Spiel, bei dem die Präsentation einfach durch zahlreiche Effekte glänzt. Das setzt sich fort bis zu dem hoffentlich siegreichen Ende einer Partie. Dann erleben Sie nämlich wie unter dem Jubel der Bevölkerung Ihre Truppen in eine Stadt einziehen und können eine abschließende Auswertung des Spieles betrachten. 

Simultanes Risiko: Hier gelten nun völlig andere Regeln, die genau im Handbuch beschrieben werden. Ich möchte hier nur auf einige besonders auffällige Änderungen eingehen. Alle Angriffe der Spieler werden gleichzeitig ausgeführt, es geht also nicht mehr der Reihe nach. Es gelten andere Verstärkungsregeln, so dass es nicht mehr möglich ist unbegrenzt Armeen in einem Land zu stationieren. Die Auseinandersetzungen unterteilen sich nun in 1.Grenzkrieg 2.Masseninvasion 3.Invasion 4.Folgekriege und 5.Folgeangriffe.  Weiterhin gibt es, statt den normalen 6-seitigen Würfeln, nun 12-seitige Würfel in 5 unterschiedlichen Qualitäten. Diese Qualitäten spiegeln sich in der Farbe des Würfels wieder. Qualität steht hier für die relative Stärke eines Würfels, die durch den Mittelwert gekennzeichnet ist. Die Skala geht von 2,6 bis 4,5. Je mehr Armeen, desto höher der relative Mittelwert eines Würfels. Die Verlustberechnung ist ebenfalls verändert.  Beim simultanen Risiko ist es auch von hoher Bedeutung zusammenhängende Gebiete zu besitzen. Alle neuen Regeln für dieses spannende simultane Risiko werden verständlich im Handbuch beschrieben und können in den Tutorials nachvollzogen werden. Diese Spiele bringen enorm viel Spaß, da sie irgendwie realistischer anmuten. Die Präsentation ist genauso, wie bei der klassischen Variante.

Für alle Spiele gibt es auch noch die I-Com Funktion: Eine Diplomatie-Phase, in der Bündnisse geschlossen oder abgelehnt werden können. Es gibt außerdem 16 K.I. Persönlichkeiten, die jeder für sich eine andere Spielart bevorzugen. Es gibt z.B. den vorsichtigen "D´Erlon", den pflichtbewußten "Wellington" und den Draufgänger "Maransin". Die K.I. macht einen guten Eindruck und so bringt Risiko II auch gegen den PC einen Riesenspaß!


Hintergrund: 

Im Handbuch von Risiko II erfahre ich, das im Sommer 1957 der Firma Parker Brothers ein Brettspiel namens: "La Conquête du Monde" vorgestellt wurde. Erfunden wurde es von dem bekannten französischen Autor und Filmproduzenten Albert Lamorisse. Die Regeln des französischen Spieles wurden nach umfangreichen Testspielen dem Geschmack des amerikanischen Publikums angepasst und 1959 erschien dann erstmals das Brettspiel: "Risk Continental Game". Mittlerweile gibt es Risiko also schon über 40 Jahre und wurde millionenfach verkauft. Sogar Weltmeisterschaften werden mit Risiko ausgetragen.


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