Systemanforederungen laut Hersteller: Windows © 95/98/XP - Pentium 233(besser ab 700!Anmerkung des Testers) -  64 MB RAM - 250 MB Festplattenspeicher - Min. 8 MB Grafikspeicher - 8fach CD-ROM Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:  

Fans von Hardcore Wargames sollten zugreifen Russo German War 1941 -1944 hat in den USA bereits eine große Fangemeinde gefunden.Für eingefleischte Eastfront oder Panzergeneral Gamer kann ich nur warnen vor einem Kauf.Das Spiel besticht nicht durch Augenweide und Ohrenschmaus.Auch das Interface ist etwas gewöhnungsbedürftig.

Das Spiel erschliesst sich erst nach längerer Spieldauer.Dann kann man sich nicht mehr losreissen. Die wahren Stärken liegt wohl in der Detailtreue, die Schwerpunkt verfolgt.Viel Zeit sollte der Spieler für Russo German War mitbringen,176 Züge (im grossen Feldzugsszenario), mit mehreren Phasen verlangen einiges ab. Ron Dockal, der CEO von Schwerpunkt ist bestrebt, dem Spieler eine historisch genaue Abhandlung dieses Zeitraumes an die Hand zu geben.Der Support der Schwerpunktgames ist beispielhaft.In Internet Foren antwortet er persönlich auf die Fragen der user und nimmt dort Anregungen und Fehler auf, die er in schnellen Patches des Spiels einfliessen lässt.Lobenswert!

An unseren Klassiker War in Russia kommt dieses Spiel nicht ran, aber in die zweite Reihe würde ich es auch nicht stellen.Durch die PBEM Funktion des Spieles werden sicherlich noch lange Nächte auf mich zukommen.Daher sollte das Spiel bei einem echten Wargamer nicht fehlen.



Rezension: 

Mit dem Hardcore Wargame : Russo German War 1941-1944 , versucht die US Software Schmiede Schwerpunkt, eine Lücke zu schliessen.Die Standardsimulation für den Kampf der deutschen und roten Armee in den Jahren 1941-1945 stellte bis heute immer noch das bekannte War in Russia. Nun aber liegt uns ein Strategiespiel vor, das in der Detailfülle sich nicht hinter dem Klassiker verstecken muss.

Die Installation ist kinderleicht.Programm konnte unter Windows XP ohne Probleme installiert werden. Das Spiel belegt auf der Festplatte ca 200 Megabyte.Nach dem Start des Spieles wird mir schnell klar, ein Grafik- oder Soundwunder habe ich nicht vor mir. Wer sich aber mit der Philosophie von Schwerpunkt auseinandersetzt, dem sticht ins Auge, das hier mehr Wert auf historische Genauigkeit gelegt wurde.Natürlich gilt der Grundsatz das Auge und das Ohr spielt mit, aber für eine militärhistorische Simulation halte ich die Grafik und den Sound völlig ausreichend.
Der erste Augenschein erinnert mich an "Third Reich" von Avalon Hill.Die Nähe des Spiels an reine Boardgames möchte ich nicht verheimlichen.
Aber zum Spiel zurück: Ich verschaffe mir einen ersten Überblick.51 Szenarien sind dem Spiel beigegeben. Darunter 7 grosse Feldzüge, die für einen bestimmten Zeitabschnitt stehen. Als Beispiel ist der Angriff bei Kursk 1943 und der sich daraus entwickelnde Gegenangriff der roten Armee auswählbar.Natürlich ist auch eine Gesamtkampagne für den gesamten Zeitraum 1941 bis Ende 1944 verfügbar.Jeder Spielzug repräsentiert eine Woche und ist wiederum in mehrere Phasen unterteilt, die ich später noch beschreibe.

Zuerst einige Worte zum Interface.Ein für Windows typisches Outfit entfaltet sich vor unseren Augen.Nahezu alle möglichen Bildschirmoptionen lassen sich von hier delegieren. Sei es die Zuschaltung von Hexfeldern,die Aktivierung der Musik oder die Auswahl von Sonderoptionen bzw. Zusatzregeln beim Start des Szenarios.In einem zusätzlichen Übersichtmenü kann jederzeit die Schlachtordung der Truppen eingesehen werden.

Kommen wir zurück zu den Zusatzregeln.Diese Regeln sollen den Spieler in "Was wäre wenn" Situationen bringen.Es kann zum Beispiel simuliert werden, in welcher Stärke die Rote Armee für das Jahr 1941 zur Verfügung gestanden hätte, wären Stalin´s Säuberungen in den 30er Jahren nicht erfolgt.Desweiteren ist die Option den Düsenjägereinsatzes auf der deutschen Seite ab 1943 einstellbar.Dieses Feature bringt der deutschen Seite für die Jahre 1943 - 1944 die absolute Lufthoheit über dem russischen Land.Ja und was wäre, wenn der Lend Lease Pacht Vertrag nie zustande gekommen ist.Tausende von Lastwagen, Panzern und sonstigen Versorgungsgütern die Front nie erreicht hätte ? Dann sind bestimmte Direktiven der deutschen und russischen Führung zuschaltbar.Oder den FOG OF WAR Faktor.Und erweiterte Regeln zur Kampfführung, die auch bestimmte Defensivtaktiken beinhalten.Letztlich die Einbindung von HQ´s auf die Befehlsausgabe.Hier müssen die Einheiten, die einem bestimmten HQ unterstellt sind, die Reichweite der Befehlskette einhalten.Zudem sind HQ´s in der Lage Reserven einsetzen.

Vier Zoomstufen bietet uns unser Menü an.Von der Strategiekarte bis zur taktischen Übersicht. Dort ist auch die "Order of battle" zu finden, die Schlachtordnung der Einheiten.Schnelle Umsicht ist gewährleistet. Unsere beliebten Hexfelder lassen schnell sich zuschalten.Eine riesige Karte unterteilt in 154 x 136 Hexes teilt das Spielfeld auf.Das Scrolling ist flüssig und lässt sich durch Maus oder Tastatur bewerkstelligen.Die Zoomstufen geben uns schnell einen Überblick über die verfügbaren Einheiten.Unsere Erdstreitkräfte bestehen in der Masse aus Divisionen. Aber gerade die russische Seite verfügt über viele selbstständige Regimenter, die eben ebenfalls zum Einsatz kommen.Erdstreitkräfte sind als Rechtecke , mit ihren spezifischen Eigenschaften auf der Karte sichtbar.Wir erkennen auf den Einheitenicons Werte für Typ , Bewegung, Kampferfahrung , Defensiv -und Angriffsstärken.Zudem sind die derzeitigen Zustände aufgelistet, die vom Eingrabungsfaktor, Versorgungsgrad und Kampfverlusten reichen. Die Erdtruppen untergliedern sich in gepanzerte, motorisierte und reine Infanterieeinheiten. Fallschirmer sind ebenfalls auf beiden Seiten verfügbar.

Weitere Einheiten stellen die Luftgeschwader und Marinekräfte der kriegsführenden Parteien dar.Lufteinheiten können gegen Landheiten Bodenunterstützung oder Abriegelungseinsätze fliegen. Auch Luftlandungen oder Versorgungseinsätze sind möglich.Durch Marineeinheiten können ferne Landungsunternehmen und Unterstützungsfeuer gegen Bodentruppen durchgeführt werden.Hervorzuheben ist die Option, Evakuierungen in Gang zu setzen oder Versorgungsquellen zu bilden.

Die angesprochenden Spielphasen eines Zuges teilen sich in eine allgemeine Phase ein, bei der Ersatzzuführungen oder Neuaufstellungen von Verbänden zu regeln sind. Hierzu gibt es einen speziellen Übersichtschirm, dort können die sogenannten Ersatzpunkte eingesehen werden.Dieser Phase schliesst sich ein Luftschlägemodus an, in dem die Lufteinheiten in Stellung gebracht werden können.Dann gilt es in einer nächsten Phase, die Bodentruppen an den Feind zu bringen.Aber dann geht es endlich los, wir dürfen angreifen.Hier sind , je nach Einstellung , unterschiedliche Angriffsvarianten möglich.Von normalen Durchbruchsaktionen über harte Entscheidungsangriffe bis zum Fesselangriffen, alles ist möglich.Marine und Luftwaffe können dieser Phase die entscheidende Unterstützung geben.Ein Kampfbildschirm wird eingeblendet. Man kann dort genau den Verlauf des Kampfes verfolgen.Bei Erfolg dürfen die Angreifer in das angegriffene Hex einrücken.Hier ist eines zu bedenken.Die Zahl der Kampfaufträge ist begrenzt!Dies simuliert den Verbrauch von Versorgungsgütern und Munition.

Doch dann ist der Gegner am Zug.Auch er hat in den vorherigen Phasen seine Truppen in Bereitschaft versetzt. Nun folgen seine Gegenangriffe.Nachdem der Gegner seine Angriffe durchgeführt hat, gibt es eine sogenannte Reaktionsphase für jeden Spieler.Durchbrüche können ausgenutzt werden, um vorzurücken oder gar Rückzüge in Gang zu setzen.Nun geht es weiter zu vorletzen Phase, hier können nochmals Angriffe , soweit noch Kampfaufträge vorhanden sind, in die Wege geleitet werden.

In der letzten Phase werden die Vorsorgungslinien berechnet und die besetzten Städte dem Gegner zugeordnet. Nun werde ich noch auf besondere Einflüsse innerhalb des Spieles eingehen.Das Wetter spielt in Russo German War ein grosse Rolle.In Regen- und Schlammzügen ist die Luftwaffe auf beiden Seiten nicht einsetzbar. Bei Schnee und Eis werden die Bewegung der Einheiten gehemmt oder gar verhindert.Die deutsche Armee ist bei Schneestürmen besonders davon betroffen.

Zur Realitätsnähe trägt auch der Umstand bei , das nach jedem Zug ermittelt wird welche Resourcen dem jeweilen Spieler zur Verfügung stehen.Hier erfolgt ein Abgleich zwischen den damals eroberten Städten und der nun tatsälichen Lage im Spiel.Danach richtet sich die Ersatzzuführung.Dieses simuliert zum Beispiel die Verlagerung der russischen Industrien in den Ural.Sollte die Wehrmacht schneller vorankommen als die historische Variante, fliesst der russischen Seite weniger Ersatzzuführungen zu.

Wer jetzt meint, eine solcher Turn ist in Minuten über die Bühne gezogen , der irrt. Für jede Phase sollte sich der Spieler ausreichend Zeit nehmen.Im grossen Feldzug 1941-1944 sind in der Startphase über 150 Einheiten auf der deutschen Seite zu bewegen.Zu der deutschen Seite gehören selbstverständlich auch die Achsentruppen.Finnische , ungarische , italienische und rumänische Truppen stehen dem dt. Spieler zur Verfügung bzw. treffen zum historischen Zeitpunkt ein.Die russischen Einheiten werden nach und nach durch Gardetruppen verstärkt, die wegen ihrer Kampfkraft an der Front gefürchtet waren.

Ein Feature das ich nicht vergessen will, ist der flexible Szenarioeditor.Dort kann man schnell neue Szenarien dem Spiel hinzufügen.Wetterbedingungen , Rückzugrichtungen, Ersatzzuführungen oder Anzahl der Einheiten alles kein Problem, ein nettes Tool.


Hintergrund: 

1941 beginnt mit dem Eintritt der USA in den 2. Weltkrieg, die Belieferung der Sowjetunion mit ingesamt 427.000 Lastwagen, Jeeps und sonstigen motorisierten Fahrzeugen.Weitere Lieferungen umfaßten 250.000 Telefone, Kupfer,Aluminium,Gummi,Kraftstoffe mit hoher Oktanzahl sowie Nahrungsmittel. Zusätzlich wurden 5.000.000 Tonnen Nahrungsmittel in die UDSSR gebracht. 14.795 Flugzeuge und 12.000 Panzer fanden den Weg über den Iran oder die Nordmeerroute. Die USA verbrachten Güter für 11 Milliarden US Dollar in die Sowjetunion.


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