Systemanforderungen laut Hersteller: IBM PC oder 100% kompatibel - 80486DX4/100 MHz oder höher - PCI Bus - SVGA Grafikkarte (16 Bit HiColor, 65.000 Farben) - Bildschirmauflösung 640x480 Pixel - VESA-Treiber - 8 MB RAM - mind. 35 MB freier Festplattenspeicher - MSDOS ab Version 5.0 oder Windows95 - 2x CD-ROM Laufwerk - Maus - handelsübliche Soundkarten. Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit: 

Mit Schleichfahrt von BlueByte tauchen Sie ab in die Tiefsee einer wahrlich düsteren Zukunft. Krieg und Intrigen bestimmen das Leben der harten Söldner, die in ihren waffenstarrenden U-Booten tödlichen Missionen nachgehen. Als Emerald "Dead Eye" Flint sind Sie einer von ihnen und haben viele Missionen zu bestehen. Interaktive Elemente mit virtuellen Personen lassen dieses actionreiche Spiel zu einem Krimi werden. Starke Unterwasserschlachten mit reichhaltigen Munitionstypen, das richtige "U-Boot-feeling" und die spannende Story lassen Schleichfahrt nicht altern. Spieler, die nicht immer ihre gesamte Barschaft in die neuesten Hardware-Errungenschaften umsetzen können oder wollen, freuen sich das dieses Spiel in der Classic-Serie von BlueByte günstig zu erwerben ist und auch auf ihren Rechnern läuft!



Rezension:

Schleichfahrt, das in Zusammenarbeit von Massive und BlueByte entstanden ist, wird in der Classics Serie dieser deutschen Software-Schmiede zu einem günstigen Preis angeboten.  Es bürgt für die gute Qualität dieses Spieles, das es vier Jahre nach der Veröffentlichung immer noch am Markt ist. 

Kenner denken bei dem Namen natürlich nicht an Autorennen, sondern vermuten richtig, das es bei Schleichfahrt um den Kampf mit U-Booten geht. Vier Typen stehen zur Auswahl, d.h. man beginnt mit einem älteren Boot und durch erfolgreich abgeschlossene Aufträge, holt man sich die nötigen Gelder für die größeren Pötte. Sie merken schon: Schleichfahrt spielt nicht in irgendeinem der beiden Weltkriege, sondern in einer Science-Fiction Welt, in der Söldnerkapitäne in ihren Unterseebooten durch die Tiefsee schleichen. Die U-Boote können mit 2 verschiedenen Waffensystemen bestückt werden: 1.Torpedo-Magazine und 2. Geschütze. Die Auswahlmöglichkeit mag auf den ersten Blick gering erscheinen, aber der Reiz liegt dann in der Wahl der unterschiedlichen Torpedo- oder Geschütztypen. Acht Torpedomagazine, mit unterschiedlicher Aufnahmekapazität stehen zur Verfügung. Diese können mit sage und schreibe 22 verschiedenen Torpedos gefüllt werden. 11 Geschütze kommen im Spiel vor, die durch 9 Software-Steuerungen optimiert werden können. 4 unterschiedliche Sensoren warnen den Kapitän vor Gefahren, so dass er eines oder mehrere der 7 vorkommenden Defensivsysteme rechtzeitig aktivieren kann. 5 Generatorentypen sorgen für mehr oder weniger schnellen Antrieb unter Wasser. Sind wir schon einmal bei den U-Booten, dann möchte ich auch gleich auf das Cockpit eingehen. 

Hier ein kurzer Überblick über die Cockpitanzeigen: 

1. Autopilot: an/aus 2. Sensor: aktiv/in Aufwärmphase 3.Status der Panzerung 4. Kompaß 5. Navigationspunkt 6. Bedrohung (Threat) 7.Positionsanzeigen mit Wasserhöhe über dem Boot, Höhe des Bootes über Boden, Geschwindigkeit, Geräuschpegel des Bootes, verstrichene Zeit seit Missionsbeginn, angepeilter Navigationspunkt, Anzahl der "Buzzer" (Ablenkung für Feindtorpedos). 8. Sonarerfassung 9. Zielerfassung 10. Ortungssystem des aufgefassten Gegners 11. Vorhaltepunkt 12. Kinetisches Schild des Gegners 13. Gegnertyp 14. Energie 15. Radioaktivitätswarnung 16. Strömungswarnung 17. Sonarwarnung 18. Sonarschirm 1 19. Sonarschirm 2  19. großes Multifunktionsdisplay 20. Voxelsonar 21. Bild des Gegners 22. Gegnerinformationen  23. ein oder zwei kleine Multifunktionsdisplays  24. Textübersicht über die Waffensysteme. 

Hey, hey man braucht schon ein bisschen Übung, bevor man so ein Kämpfchen gewinnen kann. Aber keine Sorge, die ersten Missionen sind zur Eingewöhnung und schon bald ist Ihnen das Cockpit völlig vertraut und Sie schleichen, einem Blitze sendenden Teufelsrochen gleich, leise über den Grund der Ozeane. Immer auf der Lauer nach einem Gegner, der der Erfüllung Ihres Auftrages im Wege steht. Die Steuerung der Boote erfolgt am besten über die Tastatur, sicher kann man auch einen Joystick nehmen, aber das erweist sich in der Praxis als zu umständlich. Jedenfalls kommt das U-Boot "feeling"  gut rüber, allerdings sollte man dazu die Musik abschalten. Denn nur in der Stille der Tiefsee, mit im Hintergrund brummelnden Generatoren,  erlebt man die gefährliche Unterwasserwelt so richtig intensiv. Steigen und Sinken wird  realistisch nachempfunden und das Manövrieren geht im allgemeinen nicht so zielgenau, wie z.B. bei einer Panzersimulation, aber wir befinden uns ja schließlich auch im feuchten Nass und da ist es nun einmal alles ein wenig anders, als auf Mutter Erde. Gerade dadurch bekommt man das Gefühl, wirklich im Wasser zu sein. Nun ist Schleichfahrt aber keine U-Boot Simulation mit dem Anspruch auf exaktes Verhalten eines solchen Bootstyps, sondern die Action-Elemente überwiegen ganz deutlich. In den Auseinandersetzungen, die in jeder Mission unvermeidlich sind, fliegen die Fetzen. Torpedos zischen durchs Wasser und Geschosse hämmern auf Bootsrümpfe. Nur wer geschickt die Waffen wählt und diese gekonnt einsetzt, wird letztlich als Sieger hervorgehen. Bemerken möchte ich noch, das sich BlueByte nicht damit bequemt hat eine Mission wie die andere zu gestalten. Sicher wird viel gekämpft, was schließlich ja Sinn und Zweck des Söldnerdaseins ist, aber die Missionen sind  sehr abwechslungsreich geraten. Mal müssen ( zu Beginn) Schrotteile entsorgt werden, dann heißt es unbekannte Boote zu identifizieren oder Geleitschutz zu geben usw.. usw.. 

Durch das gesamte Spiel zieht sich eine spannende Hintergrundgeschichte, welche ein enormer Motivationsantrieb ist.  Besonders gelungen sind hierbei die Möglichkeiten der Interaktion, die auch für das Spiel selbst notwendig sind, gilt es doch immer wieder Informationen oder Aufträge zu bekommen. Dead Eye,  so heißt Ihre Spielfigur,  ist ein Söldner und schon ein harter Kerl. Immer einen derben Spruch auf der Zunge, den Sie Ihrem virtuellen Gegenüber per Mausklick ins Gesicht schleudern können. Seien Sie aber vorsichtig, denn bei mehreren Antwortmöglichkeiten sollten Sie Ihr Ziel nicht aus den Augen verlieren. Beleidigte Personen halten dringend benötigte Informationen gerne für sich und ob Sie von verbal verprellten Auftraggebern jemals noch einen Job bekommen, lasse ich mal dahin gestellt sein.... Diese Gespräche sind in den Unterwasserstädten möglich, wo sich die verschiedensten Räumlichkeiten, wie Bars, Hangars, Docks usw.. .finden. In diesen Städten kann man weiterhin Munitionsnachschub einkaufen und das U-Boot aufrüsten. Auch ein "Laptop" steht einem dort zur Verfügung: An den Spieloptionen kann herum gestellt oder  ein Speicherstand geladen werden. Durchaus empfehlenswert ist das Speichern nach jeder gelungenen Mission, denn der Schwierigkeitsgrad steigt ständig an.  Nun aber tief Luft geholt und: Ab ins Sub!! ;-)


Hintergrund: 

Auf den Seiten 14 bis 43 des Handbuches wird die Hintergrundgeschichte von Schleichfahrt in epischer Breite erläutert, so dass der Spieler genauestens im Bilde ist. Hier möchte ich mich jedoch auf das Wichtigste beschränken: In den zwanziger Jahren des 21. Jahrhunderts (Schluck, das ist ja bald...) streiten sich die Mächte der Erde um die Rohstoffe. Es beginnt der Abbau dieser wichtigen Stoffe auf dem Meeresgrund, so dass eine Besiedelung desselben vorangetrieben wird. Die Streitereien arten in Atomkriege aus und letztlich bleibt der Menschheit nichts anderes übrig, als in die Tiefsee zu flüchten, da die Erdoberfläche völlig atomar verseucht wurde. Infolge des Abschmelzens der Polkappen überdeckt nun eine undurchdringliche Eisschicht die gesamte Erdoberfläche und ein Leben ist nur noch in der Tiefsee möglich. Dort unten sind die Menschen aber leider nicht schlauer geworden, sondern attackieren sich nach Kräften weiter. In großen Städten leben Sie auf dem Boden des Meeres und haben sich in diverse Machblöcke gegliedert:  Das Shogunat, die Atlantische Föderation, die Clansunion, die EnTrOx und die Anarchisten der Tornadozone. Als Spieler schlüpft man in die Haut von Emerald "Dead Eye" Flint, der als Söldner seinen Lebensunterhalt verdient. Die spannende Story beginnt an einem unglücklichen Punkt des Lebens von Dead Eye, er hat einen Auftrag vermasselt und muß nun seinem Brötchengeber dienlich sein, um wieder lohnende Angebote zu erhalten. 


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