Systemanforderungen laut Hersteller: 166 Mhz Pentium - 32 MB Ram - 2 MB Grafikkarte (DirectX kompatibel) - 4xCD-ROM Laufwerk - Windows 95/98/NT 4.0 - DirectX 6.0 oder höher - Soundkarte (DirectX kompatibel) -  Fazit
Bilder
Rezension

Fazit:

Die Siedler III - Gold Edition - von Bluebyte ist zwar  ein komplexes Echtzeit-Strategie Spiel, welches sich aber durch perfekte Spielbarkeit auszeichnet und dadurch sehr einfach zu spielen ist. Die wunderschöne Grafik, sowie die unglaublich vielfältig animierten Spielfiguren, sind eine reine Augenweide. Das Regieren eines Volkes bringt enormen Spaß und die Erschaffung neuer Spiellandkarten mittels Zufallsgenerator oder Editor sorgen ebenso für Langzeitmotivation, wie die Mehrspielermöglichkeiten. Die Simulation ganzer Wirtschaftskreisläufe ist Bluebyte hier voll gelungen, wobei zahlreiche Aspekte, wie z.B. Transportwege und Ressourcenmanagement ihre berechtigte Berücksichtigung finden. Die militärische Komponente ist sicher ausbaufähig, aber fügt sich, so wie sie ist, gelungen in das Spielgeschehen ein. Die lobenswerte Eigenschaft von Bluebyte, immer die jeweils neueste Version eines Spieles auf die Verkaufs-CD zu pressen, erspart dem Spieler das patchen. (Warum können das andere Firmen eigentlich nicht?) Die Unterstützung seitens der Herstellerfirma Bluebyte für alle Siedler-Fans ist als absolut vorbildlich zu bezeichnen. Mit der Siedler III - Gold Edition - erhält der Spieler ein vollkommen ausgereiftes Spitzenspiel das ihm über Monate hinweg ungetrübten Spielspaß bereiten wird.



Rezension:

Die Sielder III - Gold Edition - des bekannten deutschen Softwarehauses Bluebyte enthält nicht nur das Spiel: Die Siedler III, sondern auch die Missions CD und das Addon mit den herzallerliebsten Amazonen. Damit noch nicht genug, erhält der Spieler weiterhin die neuesten Infos über so interessante Projekte Bluebytes wie: Battle Isle 4 und Die Siedler IV! Diese Infos sind perfekt in Szene gesetzt und machen Appetit auf die kommenden Spielehits von Bluebyte!

Schon bei der Installation der Gold Edition kommt Freude auf, denn alles funktioniert reibungslos und ohne Probleme. Vergeblich sucht der Spieler ein dickes Handbuch, welches man bei so einem komplexen Spiel eigentlich erwartet hätte. Glücklicherweise erübrigt sich aber das stundenlange Lesen eines solchen Wälzers, da 1. ein brillantes Tutorial (=Einführungsspiel) dem Spieler Schritt für Schritt den Spielablauf nahe bringt und 2. das Gameplay (=Spielführung) so beeindruckend einfach ist, das man es kaum glaubt. Würden doch alle Spiele mit so einem benutzerfreundlichen Service glänzen! Natürlich gibt es aber auch ein umfangreiches "Online-Handbuch" und eine Kurzbeschreibung im CD-Inlet, so dass im Zweifelsfalle alles genauestens nachgelesen werden kann. Werfen wir einen Blick auf die Möglichkeiten des Spieles: Neben dem Spiel gegen Kamerad Computer (der ein starker Gegner ist!), bestehen die Optionen, die Siedler III auch in einem LAN und im Internet gegen menschliche Kontrahenten auszuführen. Für jedes der vier Völker stehen die beliebten Kampagnen bereit, deren Schwierigkeitsgrad zwischen "leicht" und "normal" wählbar ist. Man kann aber  auch in einem Einzelspiel einfach so vor sich hinsiedeln. Dafür stehen zahlreiche Karten zur Auswahl und sollten die einem immer noch nicht genügen, so  kann man sogar mittels Editor seine eigenen Karten erschaffen. 

Worum geht es denn nun eigentlich bei den Siedlern? Nun, der Spieler übernimmt die Geschicke eines ganzen Volkes und sorgt,  soz. als König,  für das Wohlergehen seiner Schutzbefohlenen. Ganz nach Geschmack stehen vier Völker zum regieren bereit: Römer, Ägypter, Asiaten und Amazonen. Jedes Volk hat dabei seine spezifischen Eigenschaften, die man auch beachten sollte. Natürlich tragen die unterschiedlichen Völker auch unterschiedliche Kleidung und frönen einem jeweils anderen Baustil, so dass es an grafischer Vielfalt und Abwechslung nie mangelt. Jede einzelne Spielfigur verrät ihren Beruf durch die ihr eigene Berufsbekleidung und glänzt durch butterweiche Animationen. Selten habe ich eine so detaillierte und liebevoll animierte Grafik bewundern können, wie bei diesem Spiel. Manchmal ertappt man sich sogar dabei, wie man still und stumm vor dem Monitor hockt und mit freudiger Miene seinen kleinen Siedlern bei ihren Tätigkeiten zuschaut. Das sollte man allerdings nicht allzu lange tun, denn so ein Volk will gut versorgt sein und auch die Gegner lassen einem kaum Zeit für Muße. Da die Siedler in Echtzeit ablaufen,  können Versäumnisse nämlich fatale Folgen haben. 

Zu Beginn eines Spieles stehen einige Siedler Ihres Volkes in der abwechslungsreichen Landschaft herum. Weiterhin sind einige Werkzeuge und Rohmaterialien, sowie ein Turm vorhanden. Nun heißt es die richtigen Befehle zu vergeben. Die Versorgung der Bevölkerung sollte erst einmal gesichert werden und anschließend geht es dann um nachhaltiges Wachstum. Bauen Sie Holzfällerhütten und ein Sägewerk, um Bretter für den Bau weiterer Gebäude zu erhalten. Steinbrüche ergeben die notwendigen Ziegelsteine für die Häuser. Dann können Eisenerz-, Kohle- oder Goldminen errichtet werden, sofern Ihre Geologen die entsprechenden Vorkommnisse in den Gebirgen entdeckt haben. Die schwere Arbeit der Bergleute spiegelt sich in deren Appetit wieder, also brauchen Sie Nahrungsmittelbetriebe, wie Fischerhütten, Schweinefarmen oder Weizenfarmen in der näheren Umgebung. Natürlich gehören dazu dann auch Bäckereien, Schlachtereien und Windmühlen. Die Bergwerksprodukte können auch nur in Eisen- oder Goldschmelzen weiter verarbeitet werden und nun kann mit dem Eisen an die Produktion von Waffen oder Werkzeugen gedacht werden. Es kommt hier auch auf kurze Transportwege an, welche Ihre Siedlerchen mit der Zeit in den Boden trampeln. Je kürzer die Transportwege, desto schneller stehen die fertigen Waren zur Verfügung und umso schneller gestaltet sich die Entwicklung Ihres Volkes. An Animationen mangelt es den Siedlern in keinster Weise! Häuser stehen nicht plötzlich einfach da, als wären sie über Nacht vom Himmel gefallen. Sie entwickeln sich: Zuerst ebnen Planierer den Boden, dann wird ein Holzgerüst erstellt und die Maurer folgen. Nach und nach kann man die Vollendung eines Gebäudes betrachten, in welches dann letztendlich ein freier Siedler einzieht und es so mit Leben und Arbeit füllt. Wichtig ist auch die Planung der Ressourcen, denn eine Eisenerzmine kann z.B. ohne Spitzhacke gar nicht betrieben werden. Es sollten also in der Werkzeugmacherei die notwendigen Werkzeuge rechtzeitig in Auftrag gegeben werden. Ganze Wirtschaftsabläufe können kontrolliert und optimiert werden. Warenverteilung, Nahrungszuteilung, Waffenproduktion, Rekrutierung von Soldaten usw....usw...usw.... Wie eingangs schon angemerkt: Die Siedler III haben es ganz schön in sich. Lassen Sie sich von den kleinen niedlichen Burschen, bzw. Mädels, nicht täuschen! Es handelt sich um ein hoch komplexes Spiel, bei dem Ihre Handlungen und Bauaufträge direkten Einfluss auf das zukünftige Geschehen haben! Jeder Schritt sollte also gut überdacht sein. Das "Handling" dieser komplexen Vorgänge ist aber von Bluebyte in vorbildlicher Weise in ein sagenhaft einfaches Gameplay gebettet worden, so dass dem Spieler alle unnötige Arbeit abgenommen wurde. Auf fehlende Werkzeuge wird hingewiesen und gute Bauplätze werden angezeigt, um nur einmal zwei Aspekte anzureißen. Der Spieler kann sich auf das Wesentliche konzentrieren und verliert sich nie in irgendwelchen Unter-Menüs. Die Spielbarkeit von Siedler III ist einfach spitze! 

Die militärische Komponente in den Siedlern ist für reine wargamer erst einmal irgendwie "niedlich". Es ist alles nicht so beinhart und ernsthaft, wie z.B. in reinen WWII-Simulationen, sondern eben im Comic-Stil gehalten. Die Kämpfe laufen, wie das ganze Spiel, in Echtzeit ab. Eine Übermacht ist durchaus von großem Vorteil und gerade für die Eroberung von feindlichen Wachtürmen oder Burgen sicher von Nöten. Das heftige Schwertergeklirre wird hin und wieder von kleinen Seufzern Gefallener durchbrochen, deren Seelen in der Spielerfarbe gen virtuellem Himmel schweben. Wie gesagt, alles sehr niedlich. ;-)  Neben Schwertkämpfern, Bogenschützen und Lanzenträgern kann man auch Belagerungsgeschütze bauen. Gold (oder, je nach Volk, auch andere Dinge) erhöht die Kampfkraft Ihrer Truppe und der Bau eines Tempels gibt dann sogar noch den Segen der "Götter" hinzu. Nun sollte doch eigentlich nichts mehr schief gehen können, mit der Eroberung dieses miesen feindlichen Turmes der bedrohlich nahe der Grenze gesichtet wurde. Militärische Bauwerke stehen in Form von diversen Wachtürmen, Burgen und Kasernen bereit. Baut man so einen Turm, erweitert sich der Einflußbereich des Volkes und es kann neues Land besiedelt werden. Das geht immer so weiter, bis man eines schönen Tages an die Grenze eines anderen Volkes stößt und dann zeigt sich, welcher Spieler das effektivere Wirtschaftssystem sein eigen nennen kann. Denn nur ein funktionierender Wirtschaftskreislauf ermöglicht die Unterhaltung einer schlagkräftigen Armee, auf die es zu diesem Zeitpunkt nun ankommt.

Die Siedler III bieten aber noch viel mehr Aspekte: Diebe und Pioniere bevölkern die virtuellen Siedlerwelten. Lazarette, Imkereien und Weingüter können gebaut werden und....und ....und..., aber ich möchte ja nicht alles verraten!


Urheberrecht / Copyright © bei DerGRENADIER.de 1998 - 2002