Systemanforderungen laut Hersteller: Pentium 200 MMX - 64 MB RAM - 4 MB Grafikkarte (DirectX-kompatibel) - ca.: 250 MB freier Festplattenspeicher - Monitor mit mind. 800x600 Pixeln bei 65.000 Farben - 4xCD-ROM-Laufwerk - Windows 95b, 98, ME, NT 4.0 SP5 oder 2000 - DirectX 7. Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:

Das Die Siedler IV ein Verkaufsschlager werden würden, war Blue Byte sicher völlig klar. Oberboss und Alleinherrscher von B.B. T. Herzler nutzte dann auch die Gunst des Siedler IV Releases und verscherbelte gleich den ganzen Laden an Ubisoft. Der Verkaufserfolg ist nun, trotz unerhört vieler Bugs im Spiel, da. Am gelungenen Spielprinzip hat sich grundlegend nichts verändert. Die Grafik übertrifft sich in Detailverliebtheit und blendet das Auge mit den tollsten Farben und Animationen. Sinnvolle Erweiterungen wurden dem Spiel zugefügt.



Rezension:

Von den Fans der wuseligen Siedler sehnsüchtig erwartet und nach einigen Terminverschiebungen mittlerweile schon etwas länger im Handel: Die Siedler IV von Blue Byte. Falls noch nicht bekannt: Blue Byte wurde vor kurzer Zeit von Ubisoft gekauft, so dass nun dieser große Publisher die Vermarktung des Spieles in den Händen hält.

Auffällig ist die liebevoll gestaltete Packung, die mit fühlbaren 3D Applikationen aufwarten kann. In dieser Zierde eines jeden Spielerregales steckt nicht nur die vernünftig in Jewelcase verpackte und mit Label versehene CD-ROM, sondern auch eine PCdash Karte, Werbung und natürlich das Handbuch, welches ebenfalls ordentlich ist. Die Installation des eigentlichen Spieles verläuft dann auch erwartungsgemäß ohne Probleme.

Der kurze Vorspann zeigt dem Spieler die Verbannung des bösen Morbus auf die Erde. Ja, ich gebe zu, meist habe ich mir die süße Schnecke angesehen, welche diesen "Götterbefehl" ausführte. ;-)

Nun erscheint das Hauptmenü mit folgenden Optionen: 1. Einführung: in 12 ausführlichen Tutorials werden die Spielfunktionen praktisch erklärt. 2. Einzelspieler: Zwei Kampagnen stehen zur Auswahl, entweder man siedelt mit einem der drei Völker ( Römer, Mayas oder Wikinger) oder man schlüpft in die Rolle des bösen Morbus. Weiterhin kann hier der Schwierigkeitsgrad eingestellt werden ( leicht oder schwer) und es gibt ein Auswahlmenü für Einzelspielerkarten. 3. Mehrspieler: Gesiedelt werden kann im Internet oder im LAN. 4. Handbuch: Das Handbuch in virtueller Form, als pdf-Datei für den Adobe Acrobat Reader. 5.Tipps: Eine "Offline" Website poppt auf und gibt einige kleine Tipps. 6. Spiel laden: Hier können gespeicherte Spiele fortgesetzt werden.  7. Credits: Die Namen der Macher dieses Spiels erscheinen und 8. Beenden. 

Wird ein Spiel gestartet, schaut man auf die Spiellandkarte, die den größten Teil des Bildschirms ausfüllt. Am linken Monitorrand befindet sich die Menüleiste in der ganz oben die Übersichtskarte (in engl. oft als "Minimap" bezeichnet) zu sehen ist. Durch den sog. "Fog of War" oder "Kriegsnebel" kann man auf beiden Karten nur die unmittelbare Umgebung sehen. Auf der Übersichtskarte können Gebäude, Krieger, Siedler und Sektoren ein- und ausgeblendet werden. Im Menü befinden sich noch weitere Untermenüs. "Einstellungen" für Auflösung, Landschafts- und Objektengine. "Extras" für Speichern, Beenden, Siegbedingungen und Chateinstellungen. Zum Spielen unbedingt erforderlich sind aber die vier folgenden Menüs: 1. Baumenü. Hier werden dann in einem Anzeigemenü die einzelnen Gebäude dargestellt, die von den Siedlern errichtet werden können. Geht man mit der Maus über die Gebäude, so werden praktischerweise gleich die Ressourcen angezeigt, die zum Bau erforderlich sind. 2. Siedlermenü: Hier erscheinen dann in Reih und Glied alle Siedlertypen. Die Zahlen unter den Bildern geben an, wieviel Siedler des jeweiligen Typs aktuell vorhanden sind. 3. Produktionsmenü: Hier erhält der Spieler einen Überblick über die vorhandenen Rohstoffe und die zu erstellenden Güter. Wieder verraten ihm Zahlen die aktuellen Bestandsverhältnisse. 4. Statistiken: Was wäre eine Regierung ohne Statistiken? Auch der Herr der Siedler schaut sicher immer wieder mal gerne auf die von ihm erbrachten Leistungen und berauscht sich an den steilen Erfolgskurven.... ;-)  Das Baumenü hat nun noch Untermenüs für Grundgebäude, Metallverarbeitung, Gebäude für Nahrung, Siedlungsausbau und Militärgebäude. Das Siedlermenü hat Untermenüs für Berufsübersicht, Grundberufe, Spezialisten und eine "Suchmaschine" für im Gewusel abhanden gekommene Siedler (sehr sinnvoll!). Das Produktionsmenü unterteilt sich in ein Warenmenü, Warenverteilung und Transportpriorität. Die Statistiken lassen sich für Kriegerstatistik, Landstatistik und Güterstatistik abrufen. 

Sie sehen schon, eine vernünftige Siedlungspolitik erfordert schon ein wenig Kopfarbeit. Für Siedler-Neulinge ist ein Handbuchstudium und ein Durchspielen der Tutorials daher sehr zu empfehlen. Alte Siedlerhasen sollten sich zumindest mit den Neuerungen vertraut machen, kommen aber sicher leicht mit dem Spiel zurecht, da sich am grundlegenden Spielprinzip nichts verändert hat. ( Hierzu kann man durchaus das Siedler III Review hier auf dem Grenadier.de lesen. Für Klickfaule hier ein Auszug, der dem aktuellen Siedlerspiel angepasst wurde: "Nun, der Spieler übernimmt die Geschicke eines ganzen Volkes und sorgt, soz. als König, für das Wohlergehen seiner Schutzbefohlenen. Ganz nach Geschmack stehen vier Völker zum Regieren bereit: Römer, Mayas, Wikinger und das "Dunkle Volk". Jedes Volk hat dabei seine spezifischen Eigenschaften, die man auch beachten sollte. Natürlich tragen die unterschiedlichen Völker auch unterschiedliche Kleidung und frönen einem jeweils anderen Baustil, so dass es an grafischer Vielfalt und Abwechslung nie mangelt. Jede einzelne Spielfigur verrät ihren Beruf durch die ihr eigene Berufsbekleidung und glänzt durch butterweiche Animationen. Selten habe ich eine so detaillierte und liebevoll animierte Grafik bewundern können, wie bei diesem Spiel. Manchmal ertappt man sich sogar dabei, wie man still und stumm vor dem Monitor hockt und mit freudiger Miene seinen kleinen Siedlern bei ihren Tätigkeiten zuschaut. Das sollte man allerdings nicht allzu lange tun, denn so ein Volk will gut versorgt sein und auch die Gegner lassen einem kaum Zeit für Muße. Da die Siedler in Echtzeit ablaufen, können Versäumnisse nämlich fatale Folgen haben. Zu Beginn eines Spieles stehen einige Siedler Ihres Volkes in der abwechslungsreichen Landschaft herum. Weiterhin sind einige Werkzeuge und Rohmaterialien, sowie einige Gebäude, je nach Kampagne, bereits vorhanden. Nun heißt es, die richtigen Befehle zu vergeben. Die Versorgung der Bevölkerung sollte erst einmal gesichert werden und anschließend geht es dann um nachhaltiges Wachstum. Bauen Sie Holzfällerhütten und ein Sägewerk, um Bretter für den Bau weiterer Gebäude zu erhalten. Steinbrüche ergeben die notwendigen Ziegelsteine für die Häuser. Dann können Eisenerz-, Kohle- oder Goldminen errichtet werden, sofern Ihre Geologen die entsprechenden Vorkommnisse in den Gebirgen entdeckt haben. Die schwere Arbeit der Bergleute spiegelt sich in deren Appetit wieder, also brauchen Sie Nahrungsmittelbetriebe, wie Fischerhütten, Schweinefarmen oder Weizenfarmen in der näheren Umgebung. Natürlich gehören dazu dann auch Bäckereien, Schlachtereien und Windmühlen. Die Bergwerksprodukte können auch nur in Eisen- oder Goldschmelzen weiter verarbeitet werden und nun kann mit dem Eisen an die Produktion von Waffen oder Werkzeugen gedacht werden. Es kommt hier auch auf kurze Transportwege an, welche Ihre Siedlerchen mit der Zeit in den Boden trampeln. Je kürzer die Transportwege, desto schneller stehen die fertigen Waren zur Verfügung und umso schneller gestaltet sich die Entwicklung Ihres Volkes. An Animationen mangelt es den Siedlern in keinster Weise! Häuser stehen nicht plötzlich einfach da, als wären sie über Nacht vom Himmel gefallen. Sie entwickeln sich. Nach und nach kann man die Vollendung eines Gebäudes betrachten, in welches dann letztendlich ein freier Siedler einzieht und es so mit Leben und Arbeit füllt. Wichtig ist auch die Planung der Ressourcen, denn eine Eisenerzmine kann z.B. ohne Spitzhacke gar nicht betrieben werden. Es sollten also in der Werkzeugmacherei die notwendigen Werkzeuge rechtzeitig in Auftrag gegeben werden. Ganze Wirtschaftsabläufe können kontrolliert und optimiert werden. Warenverteilung, Nahrungszuteilung, Waffenproduktion, Rekrutierung von Soldaten usw....usw... Wie eingangs schon angemerkt: Die Siedler haben es ganz schön in sich. Lassen Sie sich von den kleinen niedlichen Burschen, bzw. Mädels, nicht täuschen! Es handelt sich um ein hoch komplexes Spiel, bei dem Ihre Handlungen und Bauaufträge direkten Einfluss auf das zukünftige Geschehen haben! Die militärische Komponente in den Siedlern ist nicht so beinhart wie in reinen Strategiespielen. Die Kämpfe laufen, wie das ganze Spiel, in Echtzeit ab. Eine Übermacht ist durchaus von großem Vorteil und gerade für die Eroberung von feindlichen Wachtürmen oder Burgen sicher von Nöten. Militärische Bauwerke stehen in Form von diversen Wachtürmen, Burgen und Kasernen bereit. Baut man so einen Turm, erweitert sich der Einflußbereich des Volkes und es kann neues Land besiedelt werden. Das geht immer so weiter, bis man eines schönen Tages an die Grenze eines anderen Volkes stößt und dann zeigt sich, welcher Spieler das effektivere Wirtschaftssystem sein eigen nennen kann. Denn nur ein funktionierender Wirtschaftskreislauf ermöglicht die Unterhaltung einer schlagkräftigen Armee, auf die es zu diesem Zeitpunkt nun ankommt." Soviel zum grundlegenden Spielprinzip.)

Kommen wir nun zu den Neuerungen bei Siedler IV. Im Vordergrund dürfte die Grafik stehen. Die 2D Grafik hat sich bei den Siedlern bewährt und ist nun niedlicher als jemals zuvor. Vielleicht sogar etwas zu niedlich? Überall kreucht und fleucht und flattert es in den süßesten Bonbonfarben. Da huscht ein schüchternes Bambi zwischen den Bäumen entlang, hier mümmelt ein putziges Kaninchen, herzallerliebste Schmetterlinge umflattern das Wachtürmchen, schillernde Papageien ziehen ihre Bahnen durch den Siedlerhimmel und der virtuelle Wind spielt sanft mit den Zweigen und Blättern der zahlreichen Vegetation. Dickliche Siedlerchen stehen in diesem Paradiese herum und erwarten unsere Befehle. Durch die Zoom-Funktion kann man sich all diese wundervollen Dinge von oben oder auch ganz aus der Nähe betrachten. Die Karte scrollt man, etwas umständlich, durch Mausbewegung bei gedrückter rechter Maustaste. Die Sielder IV warten mit komplett und total überarbeiteter Grafik auf und diese verliert sich spielerisch in noch so kleine Details. Das erhöht den Wuselfaktor ungemein und erfreut das siedelnde Spielerherz. Wege- und Transportsystem wurden nun gegenüber den Vorgängern erweitert, sprich: Eselskarren ziehen Güter nun schneller über die Wege. Stark frequentierte Strecken werden dabei immer weiter ausgebaut und so zu breiten Straßen mit Pflastersteinen. Jagende Siedler können nun die Nahrungsvielfalt der Völker durch Wildbret bereichern, sofern der Spieler es übers Herz bringen kann diese niedlichen Waldbewohner schnöde der Vernichtung preiszugeben.... Das Kampfsystem ermöglicht nun eine effektivere Steuerung der Krieger durch die Möglichkeit Anführer zu ernennen, welche die Schlagkraft der Truppe erhöhen. Die Aufwertung der Krieger gibt es auch nicht mehr, stattdessen kann der Spieler bei der Erstellung der Krieger gleich zwischen drei Typen wählen. Je besser, desto teurer. Diverse Baumaßnahmen erhöhen ebenfalls die Kampfkraft der Krieger. Jedes Volk hat jetzt eine ihm eigene Spezialeinheit und es können nun auch Kriegsschiffe gebaut werden. Wichtig ist, dass die Kampfkraft der Siedlerkrieger nun viel stärker von der Wirtschaftskraft der Siedlung abhängt! Spezialisten lassen sich nun auch im Bedarfsfall wieder in simple Träger umwandeln, sofern sie auf eigenem Gebiet sind. Ganz neu ist der Gärtner. Nur er kann das von dem "Dunklen Volk" zerstörte Land wieder fruchtbar machen. Pioniere benötigen eine Schaufel und Geologen einen Hammer, um ihren Tätigkeiten nachkommen zu können. Priester können mittels Magie wundersame Dinge vollbringen, jedoch geht das nur wenn sie die "Götter" soz. besoffen machen, sprich: die Götter wollen alkoholische Getränke als Opfergabe erhalten und spenden dann den Priestern das zum Zaubern benötigte Mana. Nicht zu vergessen der bitterböse Morbus, allen Ökos und Grünen ein wahrer Stachel im Gesäß! Er hasst die schöne grüne Natur wie die Pest und zerstört mit seinem ekelhaften "Dunklen Volk" die Idylle der Siedler. Aber sehen, besser gesagt: spielen,  Sie selbst.... 

Die Hintergrundmusik ist allerdings für meinen Geschmack etwas zu harmonisch. Sie wirkte auf mich extrem einschläfernd. Leider ist das Spiel auch ziemlich mit Bugs verseucht, wodurch die Spielfreude doch ziemlich, um nicht zu sagen extrem und nachhaltig, getrübt wird. Selbst der aktuellste patch behebt nicht alle Fehler in den Siedlern IV. Schade, schade, das war man von Blue Byte bisher eigentlich nicht gewohnt.

Natürlich kann man auch im Internet oder LAN mit Gleichgesinnten um die Wette siedeln. Hier kann man mit Mitspielern handeln, mit- oder gegeneinander siedeln, Wappen für seine Befestigungen aussuchen und per Voice Chat kommunizieren.   


Hintergrund: 

Zur Strafe verbannt! Auf die Erde! Nur wegen dieser kleinen Revolte gegen IHN, den obersten aller Götter! Schlimmer hätte es für den boshaften Morbus nicht kommen können, denn Morbus hasst alles, was grün ist! So gründet er umgehend sein "Dunkles Volk", nimmt den Kampf gegen die irdische Pflanzenwelt auf und lehrt die Siedler das Fürchten!


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