Systemanforderungen laut Hersteller: 266 MHz Pentium - 32 MB RAM - 2MB SVGA - 250 MB Festplatten Speicher - Maus - CD-ROM - Microsoft Windows 95 / 98 / 2000 - Microsoft DirectX version 7.0 Fazit
Bilder
Rezension

Fazit:  

Steel Beasts stellt für mich eine knallharte Panzersimulation dar. Der grafische Aufwand und somit auch das Bildgeschehen wird zwar auf einem einfachem Niveau gehalten und kommt ohne teure 3D-Karten aus, was der Simulation als solcher aber keinen Abbruch tut. Diese gewisse Schlichtheit trägt irgendwie das ihre zu einem gewissen Realitätsgefühl bei. Das Ganze wird noch durch die Tarnfarben und die dröhnenden Panzergeräusche unterstützt. In Steel Beasts gibt es keine Kampagnen, sondern nur Einzelszenarien die meiner Meinung nach aber ausreichen. Steel Beasts ist eine ernst gemeinte Panzer SIMULATION und KEIN Ballerspiel!! Für Gelegenheitsspieler, die an einem Nachmittag mal eben 300 Panzer abballern wollen ist Steel Beasts nicht gemacht worden. Das muß ganz klar und deutlich gesagt werden. ABER: Für jeden Fan einer regelgerechten und realitätsbezogenen Panzerschlacht, bei der man nicht nur den Schreibtischkommandanten oder wilden Panzer-Rambo spielen will, ist Steel Beasts ein ausgesprochenes Muß. Der Fan einer Simulation erfreut sich an der Herausforderung, die Steel Beasts ihm mit Sicherheit bietet! Simuliert werden zwei Panzer: der deutsche Leopard 2A4 und der amerikanische M1A1, was als gelungen bezeichnet werden kann



Rezension:

Steel Beasts von eSim wird von Shrapnel Games vertrieben. Die Installation funktioniert unter Windows 95 und 98 ohne Komplikationen. Auf meiner Festplatte tummeln sich nach der Installation runde 220 MB. Also ziemlich überschaubar und nicht zu groß.

Nachdem wir die Simulation gestartet haben, befinden wir uns im Eingangsmenü. Dort haben wir die Wahl zwischen Soforteinsatz, Tutorials (je 20!!Übungsszenarien) und der Schießbahn.  Weiterhin können wir als Einzelspieler (über 40 Szenarien) oder Mehrspieler (über 20 Szenarien) ins Gefecht ziehen. Das Spiel simuliert die beiden Panzer "Leopard 2A4" (Deutschland) und "M1A1" (USA). 

Als besonders gut empfinde ich die beigefügten Szenarien- und Geländeeditoren, auch wenn die Handhabung derselben sicher einige Zeit der Eingewöhnung in Anspruch nehmen dürfte. Ebenso können die Ergebnisse der gespielten Partien betrachtet werden. Unter "Optionen" lassen sich verschiedenste Einstellungen hinsichtlich des allgemeinen Erscheinungsbildes treffen. Da auf eine Unterstützung von 3D Hardware verzichtet wurde, bleibt die Grafik aber leider hinter den heutigen Ansprüchen etwas zurück. Das hat aber wiederum den Vorteil das es auch auf älteren PC´s spielbar ist. Jedenfalls lief es sauber und ohne ruckeln auf mehreren PC-Systemen. Unter der Rubrik "Hilfe" werden die wichtigsten Fragen für den Spieler schnell und gezielt beantwortet. Um überhaupt in den Einsatz zu gelangen, müssen wir erst einmal auf der Schießbahn und in den Tutorials Erfahrungen sammeln. Der schnelle Erfolg ist bei Steel Beasts nicht möglich, da jeder Zug - wie in der Realität -  exakt geplant werden muß und wenn man sich endlich für etwas entschieden hat, geht der Zug entweder in Ordnung oder aber der Misserfolg ist vorprogrammiert. Bei Steel Beasts kann man als Fahrer, Richtschütze oder Panzerkommandant spielen, jedoch muß dabei jeder, aber auch wirklich jeder, Schalter auf der Tastatur vollkommen und absolut beherrscht werden. Steel Beasts strahlt eine Realitätsnähe aus die schon sehr packend erscheint. Evtl. ist die Steuerung des Panzers hier beim Computerspiel sogar schwieriger, als in der Realität, da die echten Panzer ja mit den dementsprechenden Eingabegeräten ausgestattet sind und der PC-Spieler sich zuhause mit der Tastatur,  der Maus und dem Joystick abquälen muß. Manchmal mit allen Geräten gleichzeitig, wobei man sich dringend einen dritten Arm herbeiwünscht... Mit Joystick (ich empfehle den Microsoft Sidewinder o.ä., da er viele Buttons bietet und so einige Befehle dort untergebracht werden können)  und den diversen Tastaturbelegungen gehen wir nach langen und harten Trainingsstunden ins erste Gefecht.....

Als Kommandant eines Panzerverbandes rücke ich,  nach der kurzen Einweisung auf der Karte, mit meinen Stahlungetümen in Richtung Hügelkamm zu einzeln stehenden Baumgruppen vor. Gemäß der bei der Einsatzbesprechung vorgegebenen Kampfsituation hat meine Panzergruppe den Auftrag eine Transporteinheit der russischen Streitkräfte abzufangen und zu vernichten. Nachdem die Kampfgruppe hinter der Hügelgruppierung ihren Bereitstellungsraum eingenommen hat, warten wir auf die angekündigten Feindkräfte. Unterhalb unseres Bereitstellungsraumes verläuft querab eine schlecht einsehbare Straße auf der jederzeit die Feindkräfte erscheinen können. Um den anmarschierenden russischen Streitkräften das Leben so schwer wie möglich zu machen, fordere ich Artillerieunterstützung an. In wenigen Minuten wird meine Ari, wie von mir bestellt, ein Minenfeld ausbringen, um die Bewegungsfreiheit des Gegners noch mehr einzuschränken. Doch plötzlich erscheint das gegnerische Ziel schon! Wie das Leben so spielt... viel zu früh! Ich hätte lieber noch Zeit für den kompletten Aufbau meines Hinterhaltes benötigt, aber leider wird daraus nun nicht mehr. Die Ari läßt sich auch Zeit mit dem ersehnten Minenfeld, so daß  langsam bei mir die Nervosität steigt. Vor allem als ich die T-72 Begleitpanzer erkenne, die keine leichten Gegner sind. Nichts ist es mit der leichten Aufgabe: Konvoi zusammenschießen und dann heim zu Muttern. Ich lasse meinen Leo ein kurzes Stück vorrücken, somit habe ich den Panzerturm mit allen Waffen zum Einsatz bereit. Die Russkies müssen blind sein, aber egal was soll´s, ich muß jetzt eingreifen. Ich erfasse das Ziel, gebe die Zielzuweisung an meinen Richtschützen und der meldet mir: Ziel erkannt, vorderer T-72 erfasst. Der Richtschütze übernimmt jetzt die Steuerung der Kanone. " Feuer frei" befehle ich und rauschend verlässt das Geschoß die Panzerkanone. "Volltreffer"! Der Feindpanzer ist erledigt. Mein Richtschütze nimmt eigenständig die Bekämpfung der Gegner vor. Die BMPs des Gegners lassen ihre aufgesessene Infanterie gegen meinen Verband vorgehen. Jetzt heißt es schnell reagieren, denn auf uns kommt eine Panzerabwehrrakete zu. Nichts wie zurückrollen in die Deckung. Und richtig, keinen Augenblick zu früh, schon schlägt die Waffe an der Stelle ein, an der ich mich noch vor kurzem befunden habe. Jetzt reicht es mir aber, wenn ich schon Artillerieunterstützung bekommen soll dann aber richtig. Ich bestelle einen Cocktail von Splitter- und Explosivgranaten für den Gegner. Und endlich kommt die volle Lage und ist gleich beim ersten Mal deckend. (Puh was bin froh, ich stelle fest das ich tatsächlich schwitze und das bei einem Spiel!) Jetzt rücke ich wieder vor und betrachte das Kampffeld. Brennende Wracks stehen überall herum und es sieht so aus,  als ob mein Auftrag erledigt wäre. Doch halt, da sind noch 2 feindliche Panzer die zwar nicht mehr mit ihren zerschossenen Ketten davon kommen können, aber schießen können die Spitzbuben noch. Doch das Problem ist gleich erledigt. Richtschütze 2 x Feuer frei und die Mission ist erfüllt.

Das Spielgeschehen kann man nur als packend beschreiben und dabei stört einen dann auch die kärgliche, häuserlose Landschaft nicht mehr so sehr. Man ist einfach so mit allen Sinnen dabei, das man sich nur auf die Gegner konzentriert, um nicht selbst als K.I.A. (Killed in Action = gefallen) in den Statistiken verewigt zu werden. 

Steel Beasts wurde nach über 3 Jahren von einem ganz, ganz kleinen, enthusiastischem und internationalem Team verwirklicht (hauptsächlich USA und Deutschland)  und fand mit Shrapnelgames einen fairen Vertriebspartner. Hut (Helm?;-) ab, vor dieser starken Leistung! Hoffentlich spielen wir in den folgenden Jahren noch mehr Simulationen von eSim, ein Erfolg sei dem eSim-Team aber von dieser Stelle aus von ganzem Herzen gegönnt!


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