Systemanforderungen: Windows 98/2000/ME/XP - Pentium III oder AMD Athlon mit 733 MHz - 256 MB RAM - 3 GB freier Festplattenspeicherplatz - 8xCD-Rom - 32 MB DirectX 8.1 kompatible 3D Grafikkarte - DirectX kompatible Soundkarte - DirectX 8.1 Fazit
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Rezension
Hintergrund

Fazit:

Unreal 2- The Awakening von Infogrames ist der lange erwartete Nachfolger des bekannten Spieles Unreal. Unreal 2 - The Awakening ist eine kurze Grafikorgie mit schwacher Hintergrundgeschichte und noch schwächerer deutscher Lokalisierung. Selbst ungeübte Spieler dürften diesen Shooter an einem Wochenende locker durchgespielt haben. Obwohl die Grafik wahrlich bombastisch ist und die Missionen durchaus Spaß machen, so ist das Spiel ganz einfach viel zu kurz. Wer seiner Grafikkarte auch die letzten Reserven entlocken will und auf lang anhaltenden Spielspaß weniger Wert legt, der könnte den Erwerb von Unreal 2 - The Awakening in Erwägung ziehen. Ich finde allerdings das bei diesem extrem gehypten Titel das Preis-Leistungsverhältnis ganz und gar nicht stimmt, zumal man die Mehrspielerversion (Unreal Tournament) extra kaufen muss



Rezension:

Unreal 2 - The Awakening von Infogrames lässt bei Shooter-Fans die Herzen höher schlagen. Ist dieses Spiel wirklich die lange erwartete Neubelebung des Genres? Reine Shooter, in denen nicht viel Denken gefragt ist, sondern schnelle Reflexe die Garanten für das virtuelle Überleben sind, erfreuen sich bei Spielern nach wie vor großer Beliebtheit. Für sage und schreibe 49,99 Euro erwarb ich dann diesen mit Vorschußlorbeeren überschütteten Titel und machte mich voller Vorfreude an die Installation, welche auch problemlos verlief. 

Nach den üblichen Einstellungen bzgl. Grafik, Sound und Steuerung kann das Abenteuer durch 23 Missionen endlich beginnen. Schon hier fällt die wirklich schlechte Lokalisierung auf, Worte und Bezeichnungen sind teilweise in deutsch, teilweise in englisch und teilweise sogar in falschem deutsch. (Bsp.: Vor jeder Mission wird eine "Initialisierung" durchgeführt und immer muss ich das falsche Wort: "Initialsierung" ertragen... Das fehlende "i" scheint in den Weiten des Weltraums abhanden gekommen zu sein....). Der Hammer für mich ist aber, das einige Dinge überhaupt nicht vorhanden zu sein scheinen. (Bsp.: Mit der Taste F4 sollen die Missionsziele aufrufbar sein. In den meisten Fällen steht da aber gar nichts, außer "No current objectives"!). Leider klingen die deutschen Sprecher auch völlig öde und scheinen das Spiel und die Charaktere, denen sie ihre Stimmen leihen, gar nicht zu kennen. Alles klingt für meinen Geschmack hölzern und aufgesetzt. Für ein Spiel im Vollpreissegment und noch dazu für einen Topptitel auf den Fans seit Jahren warten, kann ich als Kunde doch zumindest eine vernünftige Übersetzung und engagierte Sprecher erwarten, oder? Diese miese Lokalisierung verdirbt dem Spieler einiges an Spielspass und lässt es einem schwer fallen, sich in einer anderen Welt zu fühlen. Schade, schade... 

Das Tutorial ist in die Handlung eingebunden, was mir wiederum sehr gut gefällt und anschließend beginnt dann der erste wirkliche Einsatz, nachdem man einen Fahrstuhl gesucht und gefunden hat. Die erste Zwischensequenz zeigt das Raumschiff und ist filmreif inszeniert. Zu diesem Zeitpunkt weiß man aber noch nicht, das man diese Zwischensequenz bald nicht mehr ertragen kann, denn sie kommt fast immer wieder. Okay mit leichten Abwandlungen, aber was ist schon der Unterschied zwischen: "Ein Raumschiff von vorne im All" oder "Ein gewaltiges Raumschiff von unten im All" oder " Das Raumschiff gleitet von rechts durchs All" oder "Das Raumschiff gleitet von links durchs All".. Soll ich aufhören? Okay, ich tue es, aber in Unreal 2-The Awakening  muss sich der Spieler das Raumschiff aus allen nur erdenklichen Winkeln und Perspektiven betrachten... Wirklich "sehr einfallsreich"....

Auf dem Schiff lerne ich dann meine Mitstreiter kennen: eine zickige Tussi, die scheinbar unter Hitzewallungen leidet und mich mit ihren Silikonbomben zu erschlagen droht, empfängt mich mit schnippischen Kommentaren. In der Waffenkammer bastelt ein rauchender Trunkenbold an High-Tech-Wummen herum und eine Art "R2D2"-Alien steuert das Schiff, wobei er es trotz seiner angeblich überdurchschnittlichen Intelligenz nicht geschafft hat, richtig sprechen zu lernen. Was sagt uns das? Ich weiß es nicht meine Freunde, nur muss sich der Spieler damit abfinden sich in die Silikonbombe zu verlieben, seine Waffen von einem Penner herrichten und das Schiff von einem hochwohlgeborenen Alien-Sprachgenie steuern zu lassen. 

Die Missionsbesprechungen werden von dem schnippischen Mäuschen im Besprechungsraum an einer 3D-Karte, Holotank genannt, durchgeführt. Die Idee ist interessant, aber die Umsetzung nicht sehr effektiv, da unübersichtlich. Das ist allerdings kein Beinbruch, da sich die Missionen als sehr einfach und linear herausstellen. Die Besprechung startet auch nicht einfach so, nein man muss sich der Dame, sie hat übrigens des schönen Namen Aida, erst nähern und bei Erscheinen eines "Anklick-Symbols" die Aktionstaste betätigen. Ein mit Ziffern versehenes Eingabefeld gibt einem dann diverse Auswahlmöglichkeiten. Durch Betätigung der gewünschten Ziffer auf der Tastatur beginnt die Konversation. Auf dem Raumschiff können auch diverse Luken geöffnet und geschlossen werden, wobei ich den Sinn dahinter bis zum Ende des Spieles nicht ergründen konnte.

Grafisch ist an Unreal 2 - The Awakening nun wirklich nichts auszusetzen. Alles ist wirklich bombastisch inszeniert. Diese wunderbare Grafik tröstet mich ein gutes Stück über die tumbem Dialoge und das allzu lineare Missionsdesign hinweg. Das Missionsdesign ist für mich das Herzstück eines jeden Shooters und deswegen extrem wichtig. Die Missionen in diesem Spiel sind durchaus gut gemacht, aber die Level sind immer zu klein und die Missionen zu kurz. Gerade wenn es anfängt so richtig Spaß zu machen, dann ist der Level zu Ende. Es scheint mir auch so, als wenn die Mannen von Legend gnadenlos bei anderen Spielen abgekupfert haben, was das Missionsdesign bzw. Elemente der Hintergrundgeschichte angeht. Leider haben sie es aber nicht versucht besser zu machen. Hin und wieder erinnere ich mich beim Spielen zum Beispiel an das hervorragende "Alien versus Predator 2", das sich allerdings durch grandiose Atmosphäre auszeichnet. (Es sei hiermit jedem Shooter-Fan wärmstens empfohlen!) oder an "Return to Castle Wolfenstein", welches um Klassen besser ist!

In den Missionen wechseln sich erfreulicherweise Innen- und Außenlevel ab und besonders gelungen sind auch die unterschiedlichen Waffen. Es sind gerade die Waffen mit ihren unglaublich guten Effekten, die mir den Spielspaß in Unreal 2 - The Awakening dennoch bescheren. Das gute Sturmgewehr ist eine tolle Allzweckwaffe, der Flammenwerfer ist einfach umwerfend dargestellt. Man hat tatsächlich das Gefühl so ein Teil zu bedienen. Einer meiner Lieblingswaffen ist auch das Scharfschützengewehr. Im Laufe des Spieles kommen immer neue Waffen hinzu und mein trinkender Freund (ja, er kommt tatsächlich im Laufe der Missionen von seinem Laster los...) bastelt mir diverse Sekundärfunktionen hinzu. Im Spiel selbst kann man Munition für Waffen finden und aufnehmen, sowie seine Lebensenergie und den Schutzschild des Kampfanzuges an Stationen wieder auffrischen. In einigen Missionen darf man sogar Sperrzäune und Selbstschussanlagen aufstellen. Hier kommt erfreulicherweise ein Hauch von "Taktik" auf. Dieser Hauch ist aber wirklich nur als leises Lüftchen zu bezeichnen, denn für jeden denkenden Menschen ergibt sich eigentlich immer nur eine Möglichkeit die Teile sinnvoll zu platzieren. Immerhin beleben diese durchaus innovativen Elemente das ansonsten zu lineare Missionsdesign schon. Spaßig ist es auch, später einige unterstellten Kameraden zu kommandieren, wobei man sich nicht zu sehr auf deren Effektivität verlassen und lieber selbst Hand an die Waffen legen sollte. Es gibt also auch bei diesem Spiel wirklich tolle Ansatzpunkte, nur leider wurden sie nicht konsequent genug umgesetzt. 

Besonders schwer ist mir die Identifikation mit meinem virtuellen Alter Ego, John Dalton, gefallen. Schon der Name lässt ja einige Späße zu... Die Daltons... die Waltons, aber lassen wir das. Eigentlich ist es auch mehr die einfallslose Hintergrundgeschichte, die mich daran hindert jeder Mission entgegen zu fiebern. Diverse "Artefakte" sind im Weltall verstreut und müssen von mir eingesammelt werden. Hinter diesen "Dingern", die vereint eine "große Macht" bedeuten sind natürlich auch andere her. Lange Rede, kurzer Sinn. Puzzelt man aus den Einzelartefakten ein Gesamtwerk, so verwandeln sich dumm-batzige Aliens ins "Übersoldaten". Diese nerven dann natürlich ziemlich rum und sollten mittels "lebender" Alienwaffe vernichtet werden. Nach schrecklichen Ereignissen, welche an Dramatik kaum zu überbieten sind (Silikon-Aida, Prinz Alien und der sanierte Trinker segnen das Zeitliche...), schafft es Johnyboy Dalton (der mittlerweile sein Lebensziel ereichen konnte: er ist wieder ein MARINE! Wer hätte es für möglich gehalten?), nicht nur die Welt, sondern gleich das gesamte Universum zu retten. Tja, wozu diese Marines doch fähig sind... ;-) 

Das ganze Spiel kann man wirklich locker an einem Wochenende durchzocken, was ja scheinbar in Mode zu geraten scheint. Immerhin wurde dem Spieler bei vergleichbaren Titeln aber wenigstens noch eine plausible Hintergrundgeschichte geliefert, was in diesem Falle nicht zutrifft. 

Sie stehen auf kunterbunte Action, lieben den schnellen Erfolg und können sich an prächtiger Grafik nicht satt sehen? Dann wird Ihnen Unreal 2 - The Awakening wirklich Spaß bringen. Sollten Sie aber auch Wert auf eine schöne Hintergrundgeschichte und ausgeklügeltes Missionsdesign legen, so sollten Sie sich den Kauf wirklich überlegen.


Hintergrund:

Selbst das magere Handbuch (24 Seiten, inkl. Werbung und Deckblätter) würdigt die Hintergrundgeschichte gerade mal mit sieben Sätzen. Drei mehr oder weniger gescheiterte Existenzen hausen auf einem abgetakelten Raumschiff mit einem Alienpiloten zusammen und retten die Welt. Das ganze mit ein paar Hollywood-Klischees Marke "Asbach Uralt" gemixt und los geht die kunterbunte Suche nach irgendwelchen mächtigen Artefakten, hinter der alle Rassen des Universums her zu sein scheinen..... 


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